So könnte der HSV in der Bundesliga 20/21 auflaufen

Wie könnte die HSV-Startelf nächste Saison in der Bundesliga aussehen?
Wie könnte die HSV-Startelf nächste Saison in der Bundesliga aussehen? / Stuart Franklin/Getty Images
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Der Hamburger Sport-Verein will und muss zurück in die Bundesliga. Sollte dem ehemaligen Dino der Aufstieg gelingen, scheint klar zu sein, dass man sich günstig verstärken muss. Jedoch sollten die Verantwortlichen auch gewissen Investitionen nicht abgeneigt gegenüberstehen darf, damit eine schlagfertige Mannschaft aufgestellt werden kann, die fähig ist, die Klasse zu halten.

Die vergangenen Spiele ließen einige HSV-Fans besorgt in die Zukunft blicken: Die Rothosen agierten nicht wie ein Aufsteiger und schon gar nicht wie eine Mannschaft, die in der 1. Liga bestehen könnte.
Dem treuen Anhänger muss aber klar sein, dass sich das Team bei einem möglichen Aufstieg verändern würde, denn das "Projekt Liga 1" würde mit dem aktuellen Material an Spielern wahrscheinlich nach hinten losgehen.

Wir blicken in die HSV-Zukunft 2020/21 - in der ersten Bundesliga. Wie könnte die Startelf aussehen, welche Neuzugänge kicken für die Rothosen? Natürlich ist die folgende Elf rein spekulativ aufgestellt und zu wenigen der möglichen Verstärkungen gibt es konkrete Gerüchte.

Vorerst zählt die sportliche Leistung auf dem Platz, denn ohne die richtige Leistung werden sich die Hanseaten nicht über eine Rückkehr in die Bundesliga freuen können. Die Sehnsucht nach der 1. Liga ist groß und momentan leider auch die Angst, dass das große Ziel erneut verfehlt wird - ich glaube jedoch an meinen Verein und bin mir sicher, dass wir nächste Saison wieder Bundesliga-Fußball in der Hansestadt erleben dürfen, weshalb ich einen Blick in die Glaskugel wage:


1. Tor: Julian Pollersbeck

Sein Niveau reicht auch für Liga 1: Julian Pollersbeck
Sein Niveau reicht auch für Liga 1: Julian Pollersbeck / TF-Images/Getty Images

Das Spiel gegen Wehen Wiesbaden war eine neue Chance für Julian Pollersbeck, der vor der Saison aufgrund mangelnder Einstellung zur Nummer 3 degradiert wurde - "Polle" nutzte seine Chance.
Dank des ehemaligen U21-Europameisters blieb dem HSV eine Niederlage erspart. Pollersbeck agierte souverän und rettete seinem Team mit einer starken Leistung die drei Punkte. Wenn die Einstellung stimmt, gehört Pollersbeck ohne Zweifel zu den fähigsten Torhütern Deutschlands und sein Format würde definitiv auch für die erste Liga reichen.


2. Rechtsverteidiger: Josha Vagnoman

Eines der größten Talente des HSV: Josha Vagnoman
Eines der größten Talente des HSV: Josha Vagnoman / TF-Images/Getty Images

In den letzten Wochen kriselte die Leistung des HSV zunehmend. Ein Lichtblick im Leistungs-Fiasko: Josha Vagnoman. Der junge Verteidiger zeigte sich nach seiner langen Verletzung in herausragender Form und bestach mit Spielwitz und defensiver Stabilität. Das Eigengewächs des HSV hat erst kürzlich seinen Vertrag an der Elbe langfristig verlängert und gilt als Hoffnungsträger für dir Zukunft. Die Entwicklung des Juniorennationalspielers blieb auch anderen Vereinen nicht verborgen, weshalb ein Aufstieg auf lange Sicht die wohl einzige Möglichkeit ist, Vagnoman zu halten. Ich traue Josha zu, dass er auch in der 1. Bundesliga bestehen könnte und sich dort auf höherem Niveau weiterentwickelt.

3. Innenverteidiger: Robin Knoche

Könnte den HSV ablösefrei verstärken: Robin Knoche
Könnte den HSV ablösefrei verstärken: Robin Knoche / DeFodi Images/Getty Images

Die Innenverteidigung ist die wohl größte Baustelle des HSV und benötigt definitiv eine Runderneuerung. Das Duo Letschert-van Drongelen kostete dem HSV in den letzten Wochen einige Punkte. Durch teilweise haarsträubende individuelle Fehler brachten sie das eigene Tor nicht selten in Gefahr. Für die Bundesliga würde es in der aktuellen Verfassung definitiv nicht reichen. Das Problem beim HSV: Viel Geld für Verstärkungen ist nicht da, weshalb auf ablösefreie Spieler zurückgegriffen werden könnte.

Der erste Kandidat, den ich in den Topf werfe: Robin Knoche. Das Eigengewächs des VfL Wolfsburg wird seinen Vertrag bei den Niedersachsen nicht verlängern und ist deshalb nach der Saison ablösefrei zu haben. Knoche besitzt definitiv Bundesliga-Format und könnte die Defensive des HSV garantiert stabilisieren. Das Problem: Wolfsburg wollte den Vertrag aufgrund der Gehaltsforderung Knoches nicht ausweiten. Dieses Problem könnte auch dem HSV zum Verhängnis werden. Zwar könnte eine hohe Ablöse eingespart werden, das Gehalt von angeblichen 2,7 Millionen Euro (via spielerbox.de) wäre für den HSV kaum zu stemmen. Schon gar nicht, wenn man hochdotierte Verträge eigentlich vermeiden will.
Um wettbewerbsfähig zu sein, müssen allerdings manchmal Grenzen überschritten werden. An Interessenten wird es bei Knoche jedenfalls nicht mangeln, der über eine umfangreiche Erfahrung von 181 Bundesligaspielen verfügt.

4. Innenverteidiger: Daniel Schwaab

Rückkehr in die Bundesliga als Option?: Daniel Schwaab
Rückkehr in die Bundesliga als Option?: Daniel Schwaab / Soccrates Images/Getty Images

Daniel Schwaab war in der Vergangenheit bereits für den SC Freiburg, Bayer Leverkusen und den VfB Stuttgart aktiv. Der Vertrag des Deutschen bei PSV Eindhoven wird nicht verlängert, weshalb auch Schwaab ohne eine Ablösezahlung zu bekommen wäre. Der Innenverteidiger kennt die Bundesliga und gehört mit seinen 31 Jahren zu den sehr erfahrenen Spielern. Auch in der Erendivisie stand Schwaab regelmäßig auf dem Platz und konnte sogar Europa-League- und Champions-League-Luft schnuppern. Ein weiterer Vorteil: Schwaab kann auch als Rechtsverteidiger eingesetzt werden. Nach vier Jahren in den Niederlanden könnte eine Rückkehr nach Deutschland eine ernsthafte Option für Daniel Schwaab sein. Da der HSV dringend einen stabilen Innenverteidiger benötigt, könnte man über Schwaab nachdenken. Gehaltstechnisch wäre der Innenverteidiger wohl auch zu bezahlen.

5. Linksverteidiger: Tim Leibold

Vorlagenmaschine: Tim Leibold
Vorlagenmaschine: Tim Leibold / Pool/Getty Images

Auf kaum einer anderen Position gibt es weniger Zweifel als in der linken Verteidigung. Tim Leibold erwies sich als absoluter Glücksgriff für den HSV und glänzt besonders in der Vorwärtsbewegung. Mit inzwischen 14 Torvorlagen gehört Leibold zu den quotenstärksten Linksverteidigern Europas und auch in der Bundesliga würde Leibold wahrscheinlich keine Probleme haben. In Bezug auf die potenziellen Gegenspieler müsste der Dauerbrenner des HSV allerdings vermehrt auf die defensive Arbeit achten.
Ein Aufstieg ist die wohl einzige Möglichkeit, Leibold langfristig an der Elbe zu behalten.


6. Defensives Mittelfeld: Jeremy Dudziak

Mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gesegnet: Jeremy Dudziak
Mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gesegnet: Jeremy Dudziak / TF-Images/Getty Images

Im Hinblick auf die Herausforderungen in der ersten Liga müsste der HSV eine defensivere Ausrichtung aufbieten. Mit Jeremy Dudziak hat der HSV einen variabel einsetzbaren Mittelfeldpieler im Kader. Dudziak besticht vor allem durch seine enorme Spielstärke und Technik, die ihn zu einem nahezu unersetzlichen Bestandteil des HSV-Gefüges macht. Sowohl defensiv, als auch offensiv verfügt der Tunesier über einzigartige Fähigkeiten, die mit Sicherheit auch für die erste Liga reichen würden. Ähnlich wie bei Leibold ist Dudziak wohl auch nur bei einem Aufstieg zu halten.

7. Defensives Mittelfeld: Niklas Dorsch

Schon länger ein Thema in Hamburg: Niklas Dorsch
Schon länger ein Thema in Hamburg: Niklas Dorsch / Pool/Getty Images

Heidenheim mischt im Aufstiegskampf mit. Falls der FCH den Aufstieg verpasst, könnte Niklas Dorsch den Verein verlassen. Mit einer Vertragslaufzeit bis 2021 wäre die Sommertransferphase die vorletzte Möglichkeit, Ablöse zu generieren, falls der Vertrag nicht verlängert wird. Dorsch wurde beim FC Bayern ausgebildet und zählt zu den besten Spielern in Liga 2. Der Sprung in die Bundesliga wäre für Dorsch wohl kein Problem.
Die Gerüchte um einen Dorsch-Wechsel an die Elbe machen immer wieder die Runde und reißen auch nicht ab - realisierbar wäre der Wechsel an die Elbe aber wohl nur im Aufstiegsfall. Der U21-Nationalspieler würde beim HSV Adrian Fein ersetzten, der im Sommer wahrscheinlich endgültig zu Bayern München zurückkehrt, wo er seinen Vertrag erst kürzlich verlängerte.

8. Zentrales/offensives Mittelfeld: Sonny Kittel

Der neue Spielmacher des HSV?: Sonny Kittel
Der neue Spielmacher des HSV?: Sonny Kittel / TF-Images/Getty Images

In der ersten Liga wandelt sich die Spielweise zu einer technischeren, anspruchsvolleren, als in der 2. Liga. Dazu ist ein versierter Spielmacher nötig, den der HSV in Person von Sonny Kittel bereits im Kader hat.
Kittel zählt auch in dieser Saison zu den Leistungsträgern der Rothosen und kommt zumeist auf den Außen zum Einsatz.

Meiner Meinung nach jedoch nicht die Optimallösung für einen Spieler seines Formats. Kittel gehört für mich definitiv in die Zentrale. Dort, wo er das Spiel steuern kann. Da die Situation um Kapitän Aaron Hunt weiter ungeklärt ist, könnte Kittel die Position des Routiniers einnehmen und als Spielmacher agieren.


9. Rechte Außenbahn: Adrian Grbic

Jemand, den man auf dem Zettel haben sollte: Adrian Grbic
Jemand, den man auf dem Zettel haben sollte: Adrian Grbic / Josef Bollwein/Getty Images

Träumen ist hoffentlich erlaubt: Mein Wunsch für die rechte Außenbahn ist Adrian Grbic, aktuell bei Clermont Foot in der französischen Ligue 2. Der 22-jährige Österreicher feierte in der aktuellen Saison seinen Durchbruch. Zumeist als Mittelstürmer aufgeboten, kann Grbic aber auch den rechten Flügel bekleiden. In der französischen zweiten Liga überzeugte der U21-Nationalspieler Österreichs mit 17 Toren und 4 Vorlagen aus 26 Spielen. Diese Quote ruft allerdings eine lange Schlage von Interessenten auf den Plan. Neben Olympique Marseille und den beiden Clubs aus Glasgow, soll auch Eintracht Frankfurt ein Auge auf Grbic geworfen haben.

Mit einen ursprünglichen Vertrag bis 2022 in Frankreich wird der Stürmer auch alles andere als günstig. Die Ablöse ist im hohen einstelligen, oder niedrigen zweistelligen Bereich anzusiedeln und für den HSV kaum zu realisieren. Die Corona-Pause könnte die Finanzsituation auf dem Markt jedoch verändern und dem HSV eventuell ein gutes Geschäft ermöglichen.
Falls es der HSV irgendwie realisieren kann, sollte ein Versuch gestartet werden, Adrian Grbic zu verpflichten. Der beim VfB Stuttgart ausgebildete und beidfüßige Stürmer bringt riesiges Talent mit, gepaart mit enormer Torgefahr, einzigartiger Technik und noch einer Menge Potenzial. Er wäre definitiv ein Königstransfer für die Hanseaten.

Um mithalten zu können sind gewisse Risiken nicht vermeidbar. Als Backup könnte der ablösefrei zu bekommene Fabian Johnson eine Alternative sein, der Mönchengladbach am Sasionende wahrscheinlich verlassen wird, seit jeher eine gute Verbindung zu Dieter Hecking pflegt, momentan allerdings verletzt ist.

10. Mittelstürmer: Joel Pohjanpalo

Danger auch in Liga 1 beim HSV?: Joel Pohjanpalo (li.)
Danger auch in Liga 1 beim HSV?: Joel Pohjanpalo (li.) / Stuart Franklin/Getty Images

Auch wenn Bayer Leverkusen die Hoffnungen des HSV bereits früh dämpfte: Joel Pohjanpalo sollte auch bei einem Aufstieg in der Hansestadt bleiben, egal, ob fest verpflichtet oder durch eine weiteren Leihe.Der Finne traf in neun Spielen bereits fünf mal und hätte noch 1-2 Tore mehr machen können (müssen).

Im Hinblick auf die EM, welche in das Jahr 2021 verschoben wurde, braucht der Stürmer nichts mehr als Spielpraxis, damit er für seine Heimat Finnland an der EM teilnehmen kann. In Leverkusen ist diese Aussicht alles andere als vielversprechend - zu groß ist die Konkurrenz im Kader, als das Pohjanpalo bei der Werkself Stammspieler sein könnte. Beim HSV bekommt "Danger" diese so dringend erforderliche Spielpraxis, weshalb vieles für einen Verbleib an der Elbe spricht. Mit einem Marktwert von geschätzten 800.000 Euro wäre der Finne wohl verhältnismäßig günstig zu bekommen - wenn Leverkusen verhandlungsbereit sein sollte.

11. Linke Außenbahn: Eric Maxim Choupo-Moting

Rückkehr in die Heimat?: Eric Maxim Choupo-Moting
Rückkehr in die Heimat?: Eric Maxim Choupo-Moting / Soccrates Images/Getty Images

Mein Kandidat für die linke Seite? Ein alter Bekannter: Eric Maxim Choupo-Moting - ein Hamburger Junge. Bereits von 2004 bis 2011 stand der Kameruner beim Hamburger Sport-Verein unter Vertrag. Momentan steht der Stürmer bei Paris Saint-Germain unter Vertrag, wo sein Kontakt zum Ende der Saison allerdings ausläuft, wenn Paris die Option auf ein zusätzliches Jahr Vertragslaufzeit nicht zieht.

Choupo-Moting kennt den HSV und die Bundesliga. Auch mit mittlerweile 31 Jahren zeigt sich der Kapitän der kamerunischen Nationalmannschaft noch regelmäßig torgefährlich - auf Spielzeit kommt er in Paris allerdings kaum noch. "Choupo" kann sowohl im Sturmzentrum, als auch auf dem linken Flügel aufgeboten werden, was ihn zu einer variablen Waffe macht. Auch seine Physis könnte das Spiel der Rothosen aufwerten. Mit einer Größe von 1,91 Metern würde der Stürmer bei Ecken als Anspielstation fungieren. Einziges Problem könnte das Gehalt werden, das sicherlich überdurchschnittlich hoch ist, weshalb eine Verpflichtung wohl nur bei deutlicher Gehaltsreduzierung zu realisieren ist. Ein Wechsel in seine Heimatstadt könnte für Choupo-Moting sicherlich eine ernsthafte Option sein.


Im Hinblick auf den Angriff hat der HSV momentan Spieler im Kader, die auch Optionen für die Bundesliga sein könnten. Mit Martin Harnik und Jairo besitzt der HSV Akteure, die über Bundesligaerfahrung verfügen und in der Vergangenheit gute Leistungen im Oberhaus gezeigt haben - fraglich bleibt jedoch, ob sie dieses Niveau nochmal abrufen könnten, zumal beide den HSV am Ende der Saison möglicherweise verlassen. Auch einige junge Talente tragen die Raute auf der Brust, die sich weiterentwickeln könnten.

Besonders Bakery jatta könnte in der 1. Liga eine Option für links sein. Einige werden mich für diese Meinung vielleicht steinigen wollen, aber Jatta könnte zu einem wichtigen Faktor werden. In der 1. Liga würde der HSV der Verein sein, der auf Konter lauert. Schnelle Spieler würden dann sehr wichtig sein. Jatta zeichnet sich vor allem durch seine enorme Geschwindigkeit und unerschöpfliche Ausdauer aus. Auch defensiv arbeitet der Gambier energisch mit - warum sollte seine Entwicklung nicht auch in der Bundesliga weitergehen? Zugegeben, momentan stagnieren die Leistungen von Bakery Jatta ein wenig. Technisch muss er wahrlich noch viel lernen, aber was Kampf und Einsatz angeht ist er vielen Kollegen meilenweit voraus. Sicher werden Kampf und Einsatz alleine bei Weitem nicht reichen, aber die bisherige Entwicklung macht Hoffnung.

Neben Jatta stehen beim HSV die jungen Talente Xavier Amaechi und Aaron Opoku unter Vertrag, die ebenfalls mit den Hufen scharren. Beide Außenspieler brauchen ebenfalls Spielzeit, um sich entwickeln zu können.

Die Mixtur aus erfahrenen und jungen Spielern könnte für ein gesundes Klima in der Hansestadt sorgen. Im Falle eines Aufstiegs sind jedoch definitiv Verstärkungen notwendig, um nicht postwendend zurück in die 2. Liga geschossen zu werden.