​Am Mittwoch wurde HSV-Neuzugang ​Jeremy Dudziak 24 Jahre alt - und bereits einen Tag später erreichte ihn vom tunesischen Fußballverband ein ganz besonderes Geschenk. 


Die Glückwünsche wegen seines persönlichen Ehrentags waren noch nicht abgeklungen, da flatterte die langersehnte Meldung aus Tunis ein: Jeremy Dudziak, Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters, hat eine Einladung vom Verband des nordafrikanischen Landes für die anstehenden Länderspiele (gegen Mauretanien und Libyen) erhalten. 


Ein Traum geht für den in Hamburg geborenen (und in Duisburg aufgewachsenen) Dudziak in Erfüllung. Der Mopo verriet der überglückliche Mittelfeldspieler: "Sollte jetzt alles über die Bühne gehen und alle Passangelegenheiten geklärt werden, würde ich gern für Tunesien spielen." 

Viel Zeit bleiben für die Formalitäten nicht mehr: der Freundschaftskick gegen Mauretanien steigt schon am nächsten Freitag, zwei Wochen später muss Tunesien im Rahmen der Afrikanischen Nationenmeisterschaft gegen Libyen ran. Im November beginnt dann auch schon die Qualifikation für die 2021 stattfindende Afrika-Meisterschaft. 


Für die anstehenden Aufgaben plant der tunesische Verband offenbar, eine neue Mannschaft zusammenzustellen. Dabei sollen auch verstärkt tunesisch-stämmige Spieler integriert werden - so wie Jeremy Dudziak. Der kann zwar kein Arabisch, und auch im Französischen hapert es noch ein wenig, doch auf Englisch sollte er sich zumindest grundsätzlich mit seinen neuen Mannschaftskollegen verständigen können. 


Deswegen will er diese kleine sprachliche Barriere auch gar nicht als Problem interpretiert wissen: "Ich habe tunesisches Blut in mir, das verbindet mich mit dem Land." Das er bisher zweimal, zusammen mit seinem Vater, besucht hat.


Dudziak kickte in der Jugend für den DFB


Jeremy Dudziak hat in der Jugend sämtliche Auswahlmannschaften des DFB durchlaufen, kickte während dieser Zeit mit heutigen Großkalibern wie Serge Gnabry, Niklas Süle, Leon Goretzka oder Joshua Kimmich zusammen. Jetzt also der Wechsel hin zur Auswahl des Landes seines Vaters. 


Dudziak ist binnen weniger Tage der dritte HSV-Profi, der für internationale Weihen berufen wird. Zu Beginn der Woche erhielt erst Lukas Hinterseer von Franco Foda eine Einladung für die kommenden Länderspiele der Österreicher. Sein letztes von bisher zwölf Länderspielen hatte Hinterseer im November 2016 absolviert. 

Lukas Hinterseer

Jetzt schlägt´s dreizehn: nach drei Jahren Pause darf Hinterseer wieder für Austria ran



Und auch die bisher sehr guten Leistungen eines Adrian Fein sind den entsprechenden Verantwortlichen nicht entgangen. U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz berief den 20-Jährigen zum ersten Mal in den Kreis des DFB-Nachwuchses. 

Adrian Markus Fein

Nach guten Auftritten für den HSV nun von Stefan Kuntz mit Nominierung für die U21 belohnt: Mittelfeldstratege Adrian Fein



Nach Jahren einer unheilvollen Entwicklung sind diese Nominierungen ein deutliches Signal, dass es beim ​HSV wieder aufwärts geht - und Spieler eben nicht notwendigerweise schlechter werden als sie vor ihrer Ankunft in Hamburg waren.