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Bayern München

Die fünf heißesten Transfer-Gerüchte im Power-Ranking: Wer hilft den Bayern wirklich weiter?

Dominik Hager
Verstärkt Tottenham-Star Tanguy Ndombélé den FC Bayern?
Verstärkt Tottenham-Star Tanguy Ndombélé den FC Bayern? / ADRIAN DENNIS/Getty Images
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Beim FC Bayern könnte in diesem Sommer transfertechnisch doch noch was passieren, nachdem Julian Nagelsmann und zuletzt auch Joshua Kimmich noch verbesserungsbedarf im Bayern-Kader ausgemacht haben. Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić schlossen weitere Transfer-Aktivitäten zudem nicht aus. Doch welcher Name aus der Gerüchteküche könnte die Münchner wirklich verstärken? Das Power-Ranking zu den FCB-Transfer-Kandidaten


5. Thilo Kehrer

Thilo Kehrer
Fran Santiago/Getty Images

Kommt nach Dayot Upamecano und Omar Richards ein weiterer Spieler für die Abwehr? Laut Angaben der L'Équipe ist sich der FC Bayern sogar schon mit Thilo Kehrer einig. Lediglich mit dem PSG sei es noch zu keiner Übereinstimmung gekommen sein. Die SportBild dementierte eine Einigung jedoch und rechnet mit anderen Transferzielen der Münchner.

Für Kehrer spricht die Tatsache, dass er sowohl in der Innenverteidigung als auch als Rechtsverteidiger auflaufen kann. Allerdings gibt es auch genügend Gründe, um den früheren Schalker nicht zu holen.

Der 24-Jährige spielt bei PSG keine Rolle mehr, da er insbesondere in großen Spielen nicht ablieferte. Beim Champions-League-Finale 2020 wurde Kehrer immer wieder von Kingsley Coman stehen gelassen. Aufgrund seiner durchwachsenen Leistungen spielte er auch im DFB-Team keine Rolle mehr, wenngleich auf seinen Positionen eigentlich Not am Mann gewesen wäre.

Ob Kehrer überhaupt das nötige Bayern-Niveau mitbringt, darf also mehr als nur bezweifelt werden. Prinzipiell ist die Bayern-Abwehr auch ohne ihn stark genug besetzt. Mit Pavard, Süle, Upamecano und Hernández verfügen die Münchner in der Innenverteidigung und Rechtsverteidigung über vier erfahrene Kräfte. Hinzu kommen Talente wie Nianzou, Stanišić und Chris Richards, denen Kehrer nur den Weg verbauen würde.

Sollte der Klub in der Abwehr noch nachlegen, dann müsste dies ein Upgrade zu Pavard sein oder aber ein anderer Spielertyp, der offensiv seine Stärken hat. Kehrer ist aber eher eine schlechte Kopie von Pavard und hat keinerlei Fähigkeiten, die der Franzose nicht auch mitbringt.

Von Kehrer sollten die Bayern folgerichtig die Finger lassen. Wenngleich der Ex-Schalker zweifelsfrei kein schlechter Spieler ist, ist er eben auch kein Verteidiger, den man bedenkenlos in großen Spielen bringen kann. Von daher lautet die Devise hierbei hoffentlich "Geld sparen und dem Nachwuchs eine Chance geben".

4. Amine Adli

Amin Adli
SEBASTIEN SALOM-GOMIS/Getty Images

Amine Adli könnte den Bayern als offensive Allzweckwaffe weiterhelfen. Der 21-jährige ist schnell, dribbelstark und verfügt über eine gute Technik sowie einen großen Willen. Grundsätzlich also schon mal keine schlechten Voraussetzungen, um bei den Münchnern eine gute Rolle zu spielen.

Allerdings kickte der Franzose bislang lediglich in der zweiten französischen Liga für den FC Toulouse. In der vergangenen Saison erzielte Adli acht Tore und gab sieben Vorlagen in der Ligue 2. Zwar sind die Zahlen sicherlich ordentlich, aber auch nicht unbedingt herausragend, wenn man bedenkt, dass er diese in der zweiten Liga geliefert hat.

Inwiefern Adli seine Performance auch in der ersten Liga und in der Champions League auf den Rasen bringen kann, ist absolut ungewiss. Es gibt jedenfalls zahlreiche Spieler im gleichen Alter, die schon längst international für Aufsehen gesorgt haben.

Deshalb möchte der FC Bayern auch kein zu großes Risiko eingehen und erhofft sich einen Transfer für etwa fünf Millionen Euro. Allerdings fordert Toulouse laut Angaben von Sky mindestens zehn Millionen Euro, wenngleich der Spieler nur noch ein Jahr Vertrag hat.

Klar ist, dass Adli zwar durchaus über sehenswerte Anlagen verfügt, aber ein absoluter Risiko-Transfer wäre. Zehn Millionen Euro erscheinen da tatsächlich als ein wenig zu viel. Eine solche Summe sollte man dieser Tage gezielter einsetzen.

3. Marcel Sabitzer

Marcel Sabitzer
Juergen Schwarz/Getty Images

Laut zahlreichen Medienberichten ist sich der FC Bayern bereits mit Marcel Sabitzer einig. Keine Einigkeit besteht derzeit noch bei der Ablöse. Ob es zu einem Deal kommt, hängt vermutlich auch mit der Zukunft von Corentin Tolisso zusammen.

Ein Sabitzer-Transfer würde für den FC Bayern durchaus Sinn ergeben. Der Österreicher kann sowohl im zentralen Mittelfeld auflaufen als auch offensiv mehrere Positionen abdecken. Zudem kennt der 27-Jährige Julian Nagelsmann aus gemeinsamen Leipziger Jahren natürlich bestens.

Sabitzer bringt Kampfstärke, fußballerisches Vermögen und Spielverständnis mit, wodurch er einer der komplettesten Mittelfeldspieler der Liga ist.

Eher schwierig vorstellbar wäre jedoch das Duo Goretzka & Sabitzer, da beide Spieler bevorzugt selbst den Vorwärtsgang einschalten und in manchen Situationen ein wenig Ruhe am Ball vermissen lassen.
Eine Kimmich-Verletzung könnte Sabitzer nicht ganz ausmerzen, wenngleich er durchaus auch strategische Fähigkeiten mitbringt.

Beim Duo Sabitzer & Kimmich würde hingegen ein wenig Physis und Kopfballstärke fehlen, wenngleich beide ihre Defizite mit viel Willen beinahe ausgleichen können.

Sabitzer wäre dennoch ein richtig guter zwölfter Mann im Kader. Am österreichischen Nationalspieler weiß man nach zahlreichen Bundesliga-Spielzeiten zudem was man an ihm hat. Eine echte Leistungsexplosion zum Weltklasse-Spieler wird beim 27-Jährigen aber wohl nicht mehr stattfinden. Ein weiterer Profi mit internationaler Klasse würde den Bayern im zentralen Mittelfeld aber auch schon weiterhelfen.

2. Karim Adeyemi

Karim Adeyemi
Michael Molzar/Getty Images

Der 19-jährige Stürmer von RB Salzburg gehört zu den größten deutschen Talenten. Dies hat er unter anderem bei der U21-EM bewiesen, als er als Joker regelmäßig für Furore sorgen konnte. Der Offensivspieler verfügt über jede Menge Speed, eine tolle Technik und agiert mit einer ganz besonderen Leichtigkeit und Spielfreude. Lediglich in der Entscheidungsfindung muss Adeyemi noch ordentlich zulegen.

Seine Scorer-Werte können sich allerdings schon jetzt sehen lassen. In der vergangenen Saison lieferte er wettbewerbsübergreifend neun Tore und elf Vorlagen in 39 Spielen. In dieser Spielzeit kommt er bislang auf sieben Tore und eine Vorlage in sieben Pflichtspielen. Adeyemi kann offensiv jede Position abdecken und wäre sowohl eine Option für den Flügel, als auch eines Tages als Lewandowski- oder Müller-Ersatz.

Der Youngster ist sogar gebürtiger Münchner und besuchte zwischen 2010 und 2012 die Bayern-Fußballschule, musste diese jedoch aufgrund einer Disziplinlosigkeit verlassen. Über die Umwege Unterhaching und Salzburg könnte er aber nun wieder in seiner Heimat landen.

"Ich war damals noch ein Kind und nicht der Ruhigste. Das hat Bayern gestört und sie haben mich aussortiert", verriet der U21-Europameister gegenüber der Bild.

Allerdings hat der Klub das Juwel laut Angaben von Sport1-Chefredakteur Florian Plettenberg nie aus den Augen verloren, wodurch eine Rückkehr spätestens im Sommer 2022 ein Thema sei.

Ganz günstig dürfte Adeyemi nicht werden, zumal er noch Vertrag bis 2024 hat, jedoch gehört er zu den ungeschliffenen Rohdiamanten, die früher oder später das Potential mitbringen völlig durch die Decke zu gehen.
Aufgrund der Tatache, dass Adeyemi gebürtiger Münchner und deutscher Junioren-Nationalspieler ist, muss sich der FC Bayern fast schon mit dem Angreifer beschäftigen.

1. Tanguy Ndombélé

Tanguy Ndombele
Robbie Jay Barratt - AMA/Getty Images

Vor zwei Jahren war Tanguy Ndombélé einer der begehrtesten Mittelfeldspieler der Welt. Der damals 22-Jährige wechselte für die stolze Summe von 60 Millionen Euro von Lyon zu den Tottenham Hotspur. Allerdings konnte er sein Potenzial in England nie ganz abrufen und wird vom neuen Coach Nuno Espírito Santo bislang links liegen gelassen.

Laut Angaben der englischen Zeitung Telegraph will der Spieler den Klub verlassen. Die Spurs sollen zudem schon auf der Suche nach einem Abnehmer sein. Als einziger Interessent gilt derzeit der FC Bayern. Die Münchner sollen aber nicht das von Tottenham vorgeschlagene Modell einer Leihe mit Kaufpflicht favorisieren, sondern einen Tausch mit Corentin Tolisso. Selbst wenn die Münchner in diesem Falle sicherlich noch ordentlich drauf zahlen müssten, hätte ein solcher Deal extremes Potenzial.

Ndombélé ist ein hervorragender Balleroberer und kann das Spiel mit seiner starken Athletik und überdurchschnittlichen Ballbehandlung antreiben. Damit würde der 24-Jährige hervorragend zu Joshua Kimmich passen. Lediglich die Kombination mit Leon Goretzka wäre nicht ganz ideal, da der Tottenham-Star nicht der allerbeste Aufbauspieler ist, wenngleich er durchaus auch kluge Pässe an den Mann bringen kann.

Sollte Ndombélé aber nur ansatzweise an die Leistungen aus Lyon anknüpfen können, hätten die Münchner endlich einen dritten Kracher im Mittelfeld. Zudem ist der Spieler noch in einem entwicklungsfähigen Alter. Sollte sich hier also ein finanziell stemmbarer Deal ausgehen, müssten die Bosse definitiv zuschlagen.

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