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Bayern München

Der FC Bayern 2020/21: Die Saison-Zeugnisse der FCB-Spieler

Dominik Hager
Der 31. Meistertitel ist fix: Die Bayern-Stars in der Einzelkritik
Der 31. Meistertitel ist fix: Die Bayern-Stars in der Einzelkritik / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Der FC Bayern ist wieder einmal Deutscher Meister. Die Pflichtaufgabe hat der Rekordmeister zum neunten Mal in Folge erledigt. Die Post-Triple-Saison hatte allerdings auch einige Tiefs. Die Saison-Zeugnisse der Bayern-Akteure 2020/21:


1. Manuel Neuer

Manuel Neuer
Alexander Hassenstein/Getty Images

Der Welttorhüter spielte auch in dieser Saison eine tolle Runde. Vor allem an den Triumphen im nationalen und europäischen Supercup hatte die Münchner Nummer eins einen gewaltigen Anteil. Fast über die ganze Saison hinweg machte Neuer kaum einen Fehler und hielt überragend im Eins-gegen-Eins. Lediglich die beiden Patzer gegen Paris Saint Germain und zuletzt in Mainz trüben den Gesamteindruck etwas.

Note: 2

2. Alexander Nübel

Alexander Nübel
Alexander Hassenstein/Getty Images

Alexander Nübel zu bewerten ist eigentlich unmöglich. Der Ex-Schalker spielte deutlich weniger als er sich das vielleicht erhofft hatte. In seinen wenigen Spielminuten hinterließ der 24-Jährige einen ordentlichen Eindruck, ohne groß glänzen zu können.

Note: 3,5

3. Benjamin Pavard

Benjamin Pavard
Alexander Hassenstein/Getty Images

Nach seiner so souveränen Debüt-Saison für die Bayern unterliefen dem Franzosen gerade in der Hinrunde zu viele Fehler. Im Laufe der Saison steigerte er sich zwar, blieb aber stets einer der schwächeren im Bayern-Team. Vor allem offensiv bietet der 25-Jährige kaum einen Mehrwert, was zwei Scorer in 31 Spielen unterstreichen. Im Viertelfinale gegen Paris offenbarte Pavard auch defensiv ein paar Probleme gegen Neymar und Mbappé.

Note: 4

4. Bouna Sarr

Bouna Sarr
Matthias Hangst/Getty Images

Der Neuzugang aus Frankreich konnte Pavard zu keiner Zeit unter Druck setzen. Der 29-Jährige erwies sich als Fehlinvestition. Selbst wenn er mal zum Einsatz kam, offenbarte er immer wieder technische und taktische Fehler. Bislang ist Sarr keine Verstärkung für die Bayern.

Note: 5,5

5. Jérôme Boateng

Jerome Boateng
Alexander Hassenstein/Getty Images

Jérôme Boateng zeigte in seiner letzten Bayern-Saison noch einmal, was in ihm steckt. Über das Jahr hinweg erwies sich der 32-Jährige als bester Innenverteidiger des Teams. Mit seinem starken Stellungsspiel und seiner Zweikampfführung war der Abwehrspieler immer wieder zur Stelle wenn es brannte. So ganz aus der Verantwortung darf man ihm angesichts der hohen Gegentor-Anzahl aber auch nicht nehmen. Vermissen werden wir den Abwehr-Star natürlich trotzdem.

Note: 2,5

6. Niklas Süle

Niklas Suele
Alexander Hassenstein/Getty Images

Für Niklas Süle war es keine sonderlich gute Saison. Er verlor das Duell mit Jérôme Boateng und wurde auch intern immer mal wieder zur Zielscheibe. Nach einer sehr enttäuschenden Hinrunde steigerte sich der Ex-Hoffenheimer aber zumindest. Sogar auf der Rechtsverteidiger-Position überraschte Süle mit der einen oder anderen sehenswerten Aktion. Die Zweifel seiner Bayern-Tauglichkeit konnte er aber nie zu 100 Prozent widerlegen.

Note: 4

7. Tanguy Nianzou

Tanguy Nianzou
Alexander Scheuber/Getty Images

Der junge Franzose gilt als eines der größten Talente in der Innenverteidigung. Davon war jedoch wenig zu sehen, zumal der 18-Jährige fast die ganze Saison über fehlte. In den letzten Partien wechselte Flick den Youngster immer wieder ein und bekam ordentliche Leistungen zu sehen. Sein Platzverweis gegen Borussia Mönchengladbach war jedoch ziemlich ärgerlich.

Note: 4

8. David Alaba

David Alaba
Alexander Hassenstein/Getty Images

Es hatte gerade in der Hinrunde nicht den Anschein, als wäre Alaba noch voll auf die Münchner konzentriert. Nach Ende des Vertrags-Theaters stabilisierte sich der Österreicher wieder. Zuletzt machte er immer wieder mit schönen Spieleröffnungen auf sich aufmerksam und überzeugte auch im Mittelfeld. Alles in allem war es aber sicher nicht die beste Saison des Österreichers. Dafür wiegen die vielen Fehler aus der Hinrunde zu schwer.

Note: 3,5

9. Lucas Hernández

Lucas Hernandez
FC Bayern Muenchen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga / Alexander Hassenstein/Getty Images

Den Sprung zum Stammspieler hat Hernández nicht geschafft, jedoch kam er aufgrund der meist recht angespannten Verletzten-Situation häufig zu Einsätzen. Im Vergleich zum Vorjahr bekamen wir einen ganz anderen Hernández zu sehen. Mit seiner Agilität und seiner Bissigkeit wusste er sowohl auf der linken Seite als auch innen zu glänzen. Vor allem im Rückspiel gegen Paris Saint Germain überzeugte der Franzose mit einer blendenden Vorstellung. Auf ihn wird man in Zukunft mit Sicherheit zählen können.

Note: 2

10. Alphonso Davies

Alphonso Davies
Alexander Hassenstein/Getty Images

Nach seiner furiosen Debüt-Saison wurde der junge Kanadier in der Hinrunde von einer Verletzung heimgesucht. In der Rückrunde fehlte dem Linksverteidiger ein wenig die Leichtigkeit der Vorsaison. In der Defensive agierte er zwar ordentlich, konnte seine Geschwindigkeit in der Vorwärtsbewegung jedoch kaum mehr einsetzen. Im entscheidenden Rückspiel gegen den PSG war er einer der schwächeren Bayern-Akteure. Man muss jedoch auch sagen, dass Davies die Messlatte im Vorjahr verdammt hoch gelegt hat.

Note: 3,5

11. Joshua Kimmich

Joshua Kimmich
Alexander Hassenstein/Getty Images

Joshua Kimmich legte im Vergleich zum Vorjahr noch einmal eine Schippe drauf. Der 26-Jährige ist der absolute Fixpunkt im Mittelfeld. Da war es nicht verwunderlich, dass die Bayern ziemlich ins Schwimmen gerieten, als er verletzt ausfiel. Ansonsten blieb Kimmich keinen Beweis seiner Klasse schuldig. Lediglich gegen Paris Saint-Germain lieferte er nicht seinen besten Auftritt ab, als es wirklich drauf ankam. Unter dem Strich hat er dennoch eine famose Runde gespielt.

Note: 1,5

12. Leon Goretzka

Leon Goretzka
Alexander Hassenstein/Getty Images

Analog zu Kimmich, steigerte sich auch Leon Goretzka in dieser Saison nochmal. Seine Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Torgefahr sind das, was einen Box-to-Box-Spieler von Weltklasse-Format auszeichnet. Da verzeiht man ihm auch mal, dass es mit den längeren Pässen noch nicht so gut und präzise klappt. Die Wochen ohne Kimmich zeigten jedoch, dass Goretzka im Aufbauspiel noch einiges verbessern kann und muss.

Note: 2

13. Corentin Tolisso

Corentin Tolisso
Pool/Getty Images

Die Leidensgeschichte von Corentin Tolisso wiederholte sich auch in diesem Jahr wieder. Der Franzose viel immer wieder durch kleinere Blessuren aus und verletzte sich in der Rückrunde schwerer. Der 27-Jährige war leider nicht zur Stelle, als Joshua Kimmich verletzt ausfiel. Ob wir den alten Tolisso je wieder sehen, darf bezweifelt werden.

Note: 4,5

14. Marc Roca

Marc Roca
Eurasia Sport Images/Getty Images

Marc Roca bekam über die ganze Saison hinweg kaum eine Chance. Wenn er mal spielte, sah das eigentlich gar nicht so schlecht aus. Jedenfalls agierte er sicher und ohne große Aussetzer. Lediglich sein verschossener Elfmeter im Pokal gegen Holstein Kiel rächte sich. Das Pokal-Aus ist aber dem gesamten Team anzulasten. Es war nicht ganz ersichtlich, warum der Spanier so wenig ran durfte. Eine Bewertung ist demnach auch ziemlich schwierig.

Note: 4

15. Javi Martinez

Javi Martinez
Matthias Hangst/Getty Images

Der Spanier kam häufiger zum Einsatz, als das vor der Saison zu vermuten war. Meist lieferte der Routinier auch ordentlich ab, wenngleich er von seinen alten Glanzleistungen schon ein Stück entfernt war. Mit seinem entscheidenden Tor im UEFA Supercup trug er jedoch erheblich zum Titelgewinn bei. Die Wege werden sich dennoch trennen. Muchas gracias, Javi!

Note: 3

16. Jamal Musiala

Jamal Musiala
Alexander Hassenstein/Getty Images

Jamal Musiala ist der Senkrechtstarter der Saison. Der 18-Jährige brillierte mit seiner Technik und seiner für sein Alter außergewöhnlichen Reife. In der laufenden Saison erzielte er zudem schon sechs Bundesliga-Tore. Das Juwel schaffte es sogar ins DFB-Team und könnte mit zur EM fahren. Musiala ist definitiv eines der größten Talente bei den Bayern und in Deutschland.

Note: 1,5

17. Serge Gnabry

Serge Gnabry
Alexander Scheuber/Getty Images

Der Offensivspieler nahm sich in der Hinrunde eine ziemlich lange Auszeit vom Toreschießen. Verglichen zum Vorjahr spielte der 25-Jährige eher eine enttäuschende Saison. Wettbewerbsübergreifend erzielte er 15 Scorer, was ordentlich aber nicht überragend ist. Sein Fehlen in den Champions-League Viertelfinals war dennoch nicht zu übersehen.

Note: 3,5

18. Leroy Sané

Leroy Sane
Alexander Hassenstein/Getty Images

Der Neuzugang hatte eine ganze Zeit lang ordentlich zu kämpfen und wurde nicht selten kritisiert. Seine 20 Torbeteiligungen lesen sich jedenfalls besser, als der Gesamteindruck war. Zu Beginn der Rückrunde zeigte er, was in ihm steckt, jedoch konnte er dieses Niveau nicht halten. In den wichtigen Spielen zeigte Sané noch nicht das, was man sich eigentlich von ihm erhofft.

Note: 3,5

19. Kingsley Coman

Kingsley Coman
Alexander Hassenstein/Getty Images

In der Hinrunde war Kingsley Coman klar und deutlich der beste Münchner Flügelspieler. In der Rückrunde fehlte ihm hier und da die Effizienz. Insgesamt spielte der Franzose aber dennoch sowohl in der Liga (14 Scorer) als auch in der Champions League (6 Scorer) eine recht gute Runde. Vor allem seine Dribblings und seine Ballsicherheit gefielen.

Note: 2,5

20. Douglas Costa

Douglas Costa
Stuart Franklin/Getty Images

Die Rückkehr von Douglas Costa hat sich nicht gelohnt. Der Brasilianer war entweder verletzt oder stellte keine große Hilfe da. In Summe war der 30-Jährige nie ein echter Faktor und wird folgerichtig den Verein wieder verlassen. Seine alte Form wird er wohl nie wieder erreichen.

Note: 5

21. Thomas Müller

Thomas Müller
Alexander Hassenstein/Getty Images

Thomas Müller zeigte auch im zweiten Jahr unter Hansi Flick, dass er unter diesem Trainer einfach funktioniert. Wettbewerbsübergreifend erzielte Müller 15 Tore und gab 22 Vorlagen. Eine überragende Bilanz für den 31-jährigen Offensivspieler. Müller war jedoch nicht nur vor dem Tor präsent, sondern auch als Leitwolf und Wortführer ein ganz entscheidender Mann. Der Lokal-Hero ist aus dem Team nicht wegzudenken.

Note: 1,5

22. Robert Lewandowski

Robert Lewandowski
Alexander Hassenstein/Getty Images

Der Weltfußballer zeigte, dass er die Auszeichnung zurecht trägt. Insgesamt 39 Mal traf der Pole bisher in der Bundesliga und benötigt nur noch ein Tor bis zum ewigen Rekord von Gerd Müller. Lediglich eine Knieverletzung konnte den Top-Stürmer für kurze Zeit stoppen. Für den FC Bayern war diese jedoch ganz besonders bitter, zumal Lewandowski dadurch die Viertelfinal-Spiele gegen Paris Saint-Germain verpasste.

Note: 1

23. Eric Maxim Choupo-Moting

Choupo Moting
CHRISTOF STACHE/Getty Images

Lange Zeit lebte Choupo-Moting ein unauffälliges Dasein. Als Vertreter von Lewandowski war er nicht häufig gefragt und erzielte zu Beginn kaum Tore. Als Lewandowski in der Königsklasse fehlte, war der Kameruner aber sofort da und erzielte zwei Treffer. An ihm lag es nicht, dass die Münchner an Paris Saint-Germain scheiterten.

Note: 2,5

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