Aderlass droht: BVB bei Schlotterbeck und 5 weiteren Stars vor brisanten Wochen
Von Oliver Helbig

Aus sportlicher Sicht betrachtet kann man sich bei Borussia Dortmund derzeit wohl nicht beschweren. Auch wenn so mancher Fan mit der Art und Weise, wie die Kovac-Truppe auftritt, nicht vollumfänglich zufrieden ist, sind es am Ende die Ergebnisse, die stimmen müssen und in dieser Hinsicht spielt der BVB eine seiner besten Spielzeiten seit langem.
Lediglich sechs Punkte trennen den BVB derzeit vom übermächtig erscheinenden FC Bayern an der Tabellenspitze der Bundesliga. Damit haben sich die Borussen wieder als ärgster nationaler Verfolger des Rekordmeisters etabliert und würden diesen Status in den kommenden Jahren gerne festigen.
Weitaus problematischer ist allerdings die personelle Situation in Dortmund, denn zahlreiche ungeklärte Geschichten rund um die Zukunft gleich mehrerer BVB-Stars bereiten den Bossen aktuell Kopfzerbrechen und könnte das große Vorhaben gefährden.
Die Bild nennt sechs potenzielle Stammspieler, deren Zukunft in Schwarzgelb weiter ungewiss ist. So soll der aktuelle Stand bei Schlotterbeck und Co. aussehen:
Nico Schlotterbeck
Allen voran steht die Personalie Nico Schlotterbeck. Beim Dortmunder Abwehrboss ist noch immer unklar, ob er seine Zukunft weiterhin in Dortmund sieht oder einen Wechsel zu einem europäischen Spitzenverein anstrebt. Allzu lange will man sich in Dortmund dabei aber nicht hinhalten lassen und zieht nun die Zügel bei Schlotterbeck an.
"Nico weiß, dass wir so schnell wie möglich eine Entscheidung wollen“, stellte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl zuletzt schon deutlich klar und erhöht den Druck auf eine Schlotterbeck-Entscheidung – auch, weil der BVB Planungssicherheit benötigt und im Falle eines Abgangs des Nationalspielers adäquaten Ersatz benötigt. Doch nicht nur bei Schlotterbeck gibt es Fragezeichen.
Julian Brandt
Ebenfalls unschlüssig zeigte sich zuletzt auch Mittelfeldstar Julian Brandt, der den ihm im Winter vorgelegten Vertragsentwurf des BVB offenbar noch nicht wirklich lieben gelernt hat.
Der 29-Jährige hielt sich bedeckt und möchte erst einmal über seine Zukunft nachdenken, bevor er eine Entscheidung trifft. "Es wird jetzt kein Thema bis Juni oder Juli. So ist jetzt auch nicht meine Art, aber klar ist: So eine Grundsatz-Entscheidung muss gut durchdacht sein", sagte Brandt kürzlich und hinterließ damit wie Schlotterbeck ein Fragezeichen. Brandts Vertrag in Dortmund endet aktuell am Saisonende.
Karim Adeyemi
Das gilt auch für Offensivstar Karim Adeyemi, dem nach Informationen der Bild bereits seit geraumer Zeit ein unterschriftsreifer Vertrag vorliegen soll. Der Flügelflitzer zögert jedoch noch mit seiner Unterschrift. Demnach soll Adeyemi wohl noch abwarten, ob ein Klub kommt, der ihm den Traum vom Fußball in der Premier League ermöglicht.
Dortmund möchte auch beim Angreifer schnellstmöglich Klarheit, doch muss sich weiterhin gedulden. Sein Vertrag in Dortmund endet 2027 und Dortmund möchte bei einem eventuellen Abgang wohl das finanzielle Maximum herausholen. Die Formkurve des 24-Jährigen gleicht einer Achterbahnfahrt - hinzu kommen immer wieder unnötige Störgeräusche.
Serhou Guirassy
In diesem Zusammenhang ist auch Serhou Guirassy nicht zu vergessen. Der Sturmstar aus Guinea, der allmählich wieder seine Treffsicherheit zu entdecken scheint, ist ebenfalls ein großes Personalfragezeichen beim BVB.
Im Sommer soll der 29-jährige Torjäger für eine Ablösesumme von 40 bis 50 Millionen Euro wechseln dürfen. Bereits in der jüngeren Vergangenheit kamen immer wieder Gerüchte über mögliche Interessenten auf und brachten Guirassy in Sachen Transfers schon das ein oder andere Mal in den Fokus.
Felix Nmecha
Ebenfalls ungewiss ist die Zukunft von Mittelfeldstar Felix Nmecha: Der deutsche Nationalspieler hat zwar noch einen Vertrag bis 2028 in Dortmund, doch spielte er sich zuletzt mit zunehmend starken Leistungen auch in den Fokus möglicher Interessenten.
Vor allem aus der englischen Premier League sollen sich mittlerweile zahlreiche Augen auf die Entwicklung des 25-Jährigen richten und Nmecha selbst soll wohl auch nicht abgeneigt von einer Rückkehr auf die Insel sein. Genannt werden beim ehemaligen Jugenspieler von Manchester City, der auch einen englischen Pass besitzt, derzeit vor allem Manchester United und die Tottenham Hotspur.
Bei einem entsprechenden Angebot von etwa 60 Millionen Euro scheint ein Verkauf des Mittelfeldspielers nach Angaben der Bild zumindest nicht ausgeschlossen. Die Borussen sind auf millionenschwere Verkäufe angewiesen und müssen sich deshalb wohl zu manch brisanter Entscheidung verleiten lassen.
Emre Can
Zu guter Letzt ist auch die Zukunft von BVB-Kapitän Emre Can noch ungeklärt. Der Vertrag des 32-jährigen Routiniers läuft wie der von Julian Brandt im kommenden Sommer aus. Angesichts einer erneuten Verletzung, die Can wohl zu einer wochenlangen Auszeit zwingt, hat es der Allrounder schwer, sich derzeit für einen Verbleib zu empfehlen.
Auch bei Can herrscht noch die große Unklarheit. Immerhin soll Trainer Niko Kovac aber an seinen Kapitän glauben und würde demnach gerne mit ihm weiterarbeiten. Eine Entscheidung gibt es dazu aber auch Can noch nicht, jedoch scheint man vor allem bei ihm davon ausgehen zu können, dass es zeitnah Klarheit gibt. Can steht bereits seit 2020 beim BVB unter Vertrag und absolvierte bisher 218 Pflichtspiele für die Borussen.
BVB-Bosse gefordert
Da liegt also noch jede Menge Arbeit auf dem Schreibtisch der Dortmunder Bosse. Im schlimmsten Fall droht dem BVB im Sommer ein einschneidender Aderlass, der einem großen Umbruch gleichkäme. Schließlich geht es nicht nur um wichtige Schlüsselspieler, sondern um die Achse von Niko Kovac. In den kommenden Wochen und Monaten bis Saisonende müssen die Dortmunder Fragezeichen in diesen Personalien geklärt werden.
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