Der BVB darf Adeyemi nicht zur überteuerten Mystery Box machen - Kommentar
Von Jan Kupitz

Beim BVB gibt es mit Nico Schlotterbeck eine Personalie, die schon seit geraumer Zeit die Schlagzeilen rund um Schwarzgelb bestimmt. Da fällt es hier und da unter den Tisch, dass die Ausgangslage bei Karim Adeyemi exakt dieselbe ist: Bis 2027 gebunden, der BVB würde gerne verlängern, doch der Spieler zögert mit der Unterschrift.
Während es bei Schlotterbeck ein No-Brainer ist, ihn langfristig an den Verein zu binden, darf man bei Adeyemi aber durchaus die Frage aufwerfen, ob eine (teure) Verlängerung wirklich so klug wäre. Ich sage: nein!
Denn: Adeyemi ist schlichtweg kein Spieler, der eine Mannschaft tragen kann. Er ist niemand, der dazu taugt, ihn als Leistungsträger einzuplanen und ihn dementsprechend zu bezahlen. Als Mitläufer? Fein. Als Top-Verdiener? Auf keinen Fall. Sicher, er hat seine Glanzmomente - manchmal auch drei, vier gute Spiele am Stück. Aber das war es dann in der Regel auch wieder für längere Zeit.
Adeyemi lässt jegliche Konstanz vermissen
Konstanz ist für Adeyemi maximal eine Stadt am Bodensee, aber ganz sicher kein Merkmal seiner Auftritte. Dabei sind seine Vorzüge offensichtlich: Der gebürtige Münchener hat eine irre Geschwindigkeit, einen gewaltigen Schuss und auch eine gute Sprungkraft.
Aber seine Nachteile sind ebenso offensichtlich: Adeyemi hat eine vergleichsweise schwache Technik und - was wohl sein größter Makel ist - wenig taktisches Verständnis sowie eine äußerst kritische Entscheidungsfindung. Wie oft sitzt man vor dem Fernseher oder auf der Tribüne und regt sich über völlig falsche Laufwege des 24-Jährigen auf? Wie oft sieht man, dass Adeyemi aufgrund einer falschen Entscheidung einen vielversprechenden Angriff zerstört? Sehr oft, kann ich euch sagen.
Der BVB kann es sich nicht leisten, einen Spieler wie Adeyemi mit einem Top-Gehalt auszustatten. Es reicht einfach nicht, pro Saison zwei oder drei herausragende Spiele und daneben sechs oder sieben gute Spiele zu haben - und dann in den restlichen 20 oder 25 abzutauchen.
Adeyemi KANN den Unterschied ausmachen, tut es aber viel, viel zu selten. Der BVB sollte nicht den Fehler machen, solch einen wankelmütigen Spieler mit einem viel zu großzügigen Gehalt zu belohnen. Adeyemi ist schlichtweg kein Spieler aus dem obersten Regal, entsprechend darf man ihn auch nicht so bezahlen.
Allein ein Blick auf seinen Notenschnitt beim kicker zeigt, dass Adeyemi nicht im Konzert der Großen mitspielt: Eine Durchschnittsnote von 3,29 bedeutet Platz 74 in der Bundesliga. Weil ein paar gute, aber eben auch viele schlechte Spiele dabei sind. Es wäre ein größeres Risiko, Adeyemi zum Top-Verdiener zu machen als sich von ihm zu trennen. Denn Fußball ist mehr als nur schnell laufen zu können.
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