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HSV: starker Kittel-Sieg gegen gute Paderborner - die Kritik zum Spiel

Marcel Stummeyer
Friede, Freude, Eierkuchen im Volkspark - der HSV gewinnt erneut.
Friede, Freude, Eierkuchen im Volkspark - der HSV gewinnt erneut. / Stuart Franklin/Getty Images
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Der Hamburger Sport-Verein gewinnt ein unterhaltsames Spiel gegen den SC Paderborn mit 3:1. Lange waren beide Mannschaften gleich auf - die tolle Mentalität der Rothosen entscheidet die Partie letztendlich zu Gunsten des HSV. Besonders Sonny Kittel lieferte eine tolle Leistung ab und war mit einem Doppelpack der entscheidende Mann auf dem Feld. Die Schützlinge von Daniel Thioune bleiben Tabellenführer.

Das Aufeinandertreffen der beiden ehemaligen Bundesligisten versprach eine Menge: Im Hinspiel gab es nach einem verrückten Spiel eine knappen Sieg für die Rothosen, aber auch die Gäste aus Ostwestfahlen wussten jüngst zu überzeugen. Zwar kursiert der SCP momentan im Mittelfeld der Tabelle, die spielerischen Qualitäten der Mannschat von Steffen Baumgart sind unumstritten, weshalb die aktuelle Tabellenposition wenig repräsentativ ist.
Im Jahr 2014 gab es in Hamburg den ersten Bundesliga-Sieg in der Historie des SC Paderborn. Damals gewannen die Gäste klar mit 3:0.

Einen Wechsel gab es zum Start: Bakery Jatta rückte in die Startaufstellung zurück. Der Gambier bekam gegen Fortuna Düsseldorf eine Verschnaufpause und sollte gegen den SCP wieder seine Geschwindigkeit auf die Flügel bringen - Khaled Narey nahm erneut auf der Bank Platz.
Daniel Thioune erhoffte sich von diesem Tausch effektive Impulse über die Seite von Jatta, der sich in den vergangenen Wochen in einer exzellenten Verfassung befand und gegen mitspielende Gäste besonders seine Geschwindigkeit einsetzen sollte.

HSV beginnt kraftvoll - knappe Kiste kurz vor der Pause.

Unmittelbar nach dem Anpfiff baute der HSV ordentlich Dampf auf das Tor der Gäste auf. In den ersten Minuten erarbeiteten sich die Rothosen zahlreiche Eckbälle. Einer dieser Standards führte früh zur Führung - in der 8. Minute köpfte Moritz Heyer das 1:0 - Simon Terodde verlängerte eine Dudziak-Ecke auf den langen Pfosten, wo der freistehende Heyer seelenruhig einköpfen durfte - das 2. Saisontor für den Allrounder.

das 1:0 durch Moritz Heyer (re.) - SCP-Keeper Zingerle fischt vergeblich
das 1:0 durch Moritz Heyer (re.) - SCP-Keeper Zingerle fischt vergeblich / Stuart Franklin/Getty Images

Zwar versuchten im Anschluss auch die Gäste Akzente zu setzen, gefährlich wurde es für Sven Ulreich vorerst jedoch nicht. Vielmehr mussten die Hausherren einen frühen Verlust verarbeiten - nach einem Laufduell musste Toni Leistner in der 16. Minute ausgewechselt werden - Amadou Onana kam für den Routinier in die Partie.

Wer dachte, dass dieser Wechsel das Spiel der Rothosen durcheinander bringen würde, der irrte sich. In der 22. Minute verwandelte Sonny Kittel einen Freistoß direkt und erhöhte für sein Team - das 2. Standardtor der Partie für den HSV und ein weiteres Erfolgserlebnis für den erstarkten Kittel, der sein persönliches Torekonto auf vier Treffer ausweiten konnte.

Das beidseitige Geschehen auf dem Geläuf des Volksparkstadions passte sich einander an. Kein Team war in der Folge deutlich überlegen, die Statistik offenbarte nahezu identische Werte. Die Gäste waren ihrerseits bemüht, das Tor der Hanseaten in Bedrängnis zu bringen, ein vielversprechender Durchbruch in der 41. Minute führte zum Anschluss - Sven Michel nutze einen Abpraller zum 1:2 - der Halbzeitstand.

ausgeglichenes Spiel im Volkspark - der HSV hätte es gerne anders
ausgeglichenes Spiel im Volkspark - der HSV hätte es gerne anders / Stuart Franklin/Getty Images

Besonders in den letzten Minuten der ersten Hälfte wurden die Gäste gefährlich. Der HSV selbst konnte sich keine einzige gute Chance aus dem Spiel heraus erarbeiten. Beide Tore entsprangen früh einer Standardsituation. Mitte des ersten Abschnitts drosselten die Hausherren ihre Offensivbemühungen. Erst kurz vor der Pause tauchte Onana per Kopf vor de Kasten des Gastes auf. Sein Versuch verfehlte das Ziel allerdings klar.

Erneut startet der HSV stark - tolles Spiel, toller Sieg

Nach kurzer Reparatur-Verzögerung ging es im Volkspark weiter. Das Tornetz war wieder ganz und nach einer unterhaltsamen ersten Halbzeit war die Vorfreude auf den Rest des Spiels groß.
Sofort war die Marschroute klar - Jeremy Dudziak und Simon Terodde vergaben kurz nach Wiederanpfiff knapp, der HSV wollte nachlegen und setzte diesen Plan konsequent um.

Nach einer wunderschönen Kombination über Bakery Jatta gelang das Spielgerät zu Simon Terodde, der wiederum Jeremy Dudziak sah. Auf der Jagd nach Saisontor Nummer eins reagierte der Tunesier vorbildlich und bediente Sonny Kittel, der zum 3:1 einnetzte - Doppelpack. Für Dudziak die achte Vorlage der laufenden Spielzeit.

3:1 - der Endstand eines unterhaltsamen Spiels.
3:1 - der Endstand eines unterhaltsamen Spiels. / Stuart Franklin/Getty Images

Die Bemühungen der mutigen Paderborner wurden oft gut abgepuffert. In der 57. Minute und auch in Minute 69 musste Sven Ulreich jedoch in höchster Not parieren. Der ehemalige Nationaltorhüter vereitelte die Gelegenheiten der Gäste aber stark, die nie aufgaben und über die gesamte Spielzeit versuchten, aktiv zu bleiben.

In der Schlussphase war jedoch erneut der HSV am Drücker. Paderborn warf verständlicher Weise alles in die Waagschale, um die Niederlage irgendwie abwenden zu können, die Rothosen gewannen jedoch die entscheidenden Zweikämpfe und hatten sogar einige Möglichkeiten zum 4:1.
Gegen einen sehr starken Gegner war es vor allem die Geschlossenheit im Team, die dem HSV die verdienten drei Punkte sicherte.


Die Kritik zum Spiel:


1. Tor

bekommt Lob vom Trainer - Sven Ulreich
bekommt Lob vom Trainer - Sven Ulreich / Stuart Franklin/Getty Images

Sven Ulreich beherrschte seinen Strafraum lange zuverlässig und klärte vor dem 1:2 gegen Führich stark. Unglücklich, dass der Abpraller genau auf dem Fuß von Michel landete. Ansonsten blieb der 32-jährige ein starker Rückhalt. In der 57. und 69. Minute parierte Ulreich glänzend und sicherte seiner Mannschaft damit die drei Punkte - erneut eine stake Leistung des Keepers.

2. Abwehr

musste früh verletzt runter - Toni Leistner (li.)
musste früh verletzt runter - Toni Leistner (li.) / Stuart Franklin/Getty Images

Jan Gyamerah spulte sein Pensum ruhig und besonnen herunter. Bot der SCP-Offensive unaufhörlich Paroli und lies wenig zu. Über seine Seite wurden außerdem einige Angriffe eingeleitet - mit Bakery Jatta verstand sich der 25-jährige blendend. Gyamerah ist mindestens eine gleichwertige Alternative für Josha Vagnoman, der es sehr schwer haben wird, nach überstandener Verletzung den Platz in der echten Verteidigung zurückzuerobern.

Toni Leistner musste früh das Feld verlassen: Der 30-jährige verletzte sich nach einem Laufduell mit Sven Michel so schwer, dass es nicht mehr weitergehen konnte. Für ihn kam Amadou Onana in der 16. Minute.

Stephan Ambrosius auch die Stürmer des SC Paderborn werden nach diese Spiel wahrscheinlich Alpträume haben. Erneut präsentierte sich das Eigengewächs des HSV konsequent und standhaft. Am Gegner blieb der 21-jährige resolut - kaum war ein Angreifer des SCP am Ball rauschte Ambrosius heran, der wieder mal ein kolossaler Rückhalt für sein Team war - ein Bollwerk, das kaum zu überwinden ist.

Tim Leibold war vor dem 1:2 leider nicht da, wo er hingehört. Die linke Abwehrseite war blank, weshalb Führich ohne Geleitschutz den Anschluss vorlegen durfte. Ansonsten blieb der Spielführer des HSV aber fehlerfrei.
Leibold kurbelte viele Angriffe über seine Seite an und verteidigte vor allem in der 2. Halbzeit stark. Ein weiterer Vorteil des Kapitäns ist, dass er eine unvergleichliche Ruhe ausstrahlt, von der sich die ganze Mannschaft anstecken lässt.

3. Mittelfeld

torgefährlicher Allrounder - Moritz Heyer
torgefährlicher Allrounder - Moritz Heyer / Stuart Franklin/Getty Images

Moritz Heyer - der Allrounder krönte seine tolle Form früh mit einem schönen Kopfballtor zum 1:0 (8. Minute). Nach freudigem Ereignis in der Offensive rief die Pflicht in der Defensive - Heyer rückte für den verletzen Leistner in die Innenverteidigung und erledigte seinen Job hervorragend. Der HSV kann sich glücklich schätzen, einen derart vielseitigen Defensivmann in seinen Reihen zu haben. Auch in der verteidigenden Zentrale agierte Heyer zuverlässig und fehlerfrei - man merkt, dass der ehemalige Osnabrücker sehr gerne in der Innenverteidigung spielt.

David Kinsombi blieb stets bemüht. Ähnlich starke Aktionen wie in dne vergangenen Wochen konnte der 25-jährige jedoch leider nicht verbuchen. Aber auch er kämpfte für seine Mannschaft und erarbeitet sich einige Bälle. Heute waren vor allem die defensiven Qualitäten des deutsch-Kongolesen gefragt.

Jeremy Dudziak ihm wäre in der ersten Halbzeit beinahe sein erster Saisontreffer gelungen. SCP-Torwart Zingerle bremste die Freude jedoch stark. Auch im heutigen Heimspiel trieb Dudziak sein Team an. Unermüdlich wurde der Tunesier durch seine tolle Technik immer gefährlich. Das 3:1 durch Sonny Kittel legte der 25-jährige auf und verbuchte damit bereits seinen achten Assist der Saison - ein bärenstarker Wert. Auch den Eckball vor dem 1:0 stieß der Mittelfeldmann.

4. Sturm

ackerte für seine Mannschaft - Bakery Jatta (re.)
ackerte für seine Mannschaft - Bakery Jatta (re.) / Stuart Franklin/Getty Images

Bakery Jatta erarbeite offensiv zahlreiche Ecken und half auch defensiv ständig aus. Der 2-jährige kämpfte und bewies ein gutes Auge für seine Mitspieler. Mit einigen cleveren Pässen setzte Jatta seinen Nebenmann gekonnt ein, auch in der 53. Minute, als eine tolle Kombination über die rechte Jatta-Seite im 3:1 mündete. In der 76. Minute musste der pfeilschnelle Flügelstürmer allerdings runter. Nach starkem Kampf und einem tollen Auftritt fehlten dem Dauerkäufer die Kräfte, der sich immer wieder für seinen Nebenmann aufopferte - eine tolle Leistung.

Simon Terodde war in der ersten Hälfte erneut unsichtbar, assistierte aber vor dem 1:0 durch Moritz Heyer - die 3. Torvorlage der Saison für den Mittelstürmer. Auch, wenn Terodde selbst knapp scheiterte, der 32-jährige ist so wichtig für das Spiel der Rothosen. auch in der 53. Minute zeigte der Stürmer seine Klasse. Mit toller Uneigennützigkeit setzte Terodde Jeremy Dudziak ein, der Sonny Kittel bediente - 3:1.
Terodde bindet die gegnerischen Verteidiger und sorgt damit für wichtige Räume - Fähigkeiten, die einen erstklassigen Stürmer ausmachen.

Sonny Kittel arbeitete für sein Team. Beide Flügelspieler waren immer wieder in der Abwehr zu sehen, um die Verteidiger zu unterstützen. In der 22. Minute traf der Techniker per direktem Freistoß zum 2:0. Zwar stand die Mauer nicht optimal, der 28-jährige versenkte den Ball jedoch herrlich in der linken Ecke des Tores. Erneut erwischte Kittel einen tollen Tag - wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff erzielte der Flügelspieler das 3:1 - Doppelpack nach toller Vorarbeit. In dieser Verfassung gehört Kittel zu den Unterschiedsspielern seines Teams. Mit tollem Einsatz und riesigem Laufpensum unterstrich der Rechtsaußen einen hervorragenden Auftritt.

5. Einwechslungen

wechselte fünfmal - Daniel Thioune
wechselte fünfmal - Daniel Thioune / Stuart Franklin/Getty Images

Beriets in der 16. Minute musste Daniel Thioune verletzungsbedingt reagieren. Für den angeschlagene Leistner betrat Amadou Onana den Rasen des Volksparkstadions. Der physisch starke Belgier verteidigte stark, war in der Luft oft Sieger und offenbarte erneut sein unglaubliches Potenzial. Man mag kaum glauben, dass der 19-jährige im ersten Jahr bei den "Senioren" aktiv ist - defensiv steht er gestandenen Profis in Nichts nach.

In der 76. Minute kam Manuel Wintzheimer für den abgekämpften Jatta. In der 81. Minute hätte der 21-jährige beinahe für die Entscheidung gesorgt. Seine Doppelchance wurde von der SCP-Defensive jedoch gerade so geklärt. Auch in der 89. Spielminute hätte Wintzheimer das Spiel entscheiden können. Dem U21-Nationalspieler fehlte jedoch das letzte Quäntchen Glück.

Kurz vor dem Ende kamen Aaron Hunt, Khaled Narey und Gideon Jung, um den Sieg zu sichern. Leider blieb zu wenig Zeit, um ernsthaft in Erscheinung zu treten. Hunt versuchte es in der Nachspielzeit gut aus der Distanz, leider ohne Torerfolg.

6. man of the match

man of the match - Sonny Kittel
man of the match - Sonny Kittel / Stuart Franklin/Getty Images

Sonny Kittel. Der 28-jährige erwischte nach aufsteigender Formkurve auch gegen den SC Paderborn einen Sahnetag. Das 2:0 erzielte Kittel per direktem Freistoß und auch den 3:1 Entstand gönnte sich die Nummer "10" des HSV. Saisontor vier und fünf für Sonny Kittel, der im heutigen Match nicht nur als Torschütze glänzte, sondern auch als Teamspieler sehr wichtig für seine Mannschaft war. Der Flügelspieler war viel unterwegs und half auch in der Defensive aus, wenn Not am Mann war - ein überragender Auftritt von Kittel und völlig verdient der "man of the match" des 3:1-Sieges gegen den SC Paderborn.


Der HSV erzielte nun in vier Heimspielen nacheinander mindestens drei Tore. Seit neun Spielen ist die Mannschaft von Daniel Thioune nun ungeschlagen und bestätigte damit Platz eins in der Tabelle.
Besonders die tolle Mentalität des Teams war heute gewinnbringend. Jeder HSVer kämpfte für seinen Nebenmann - dieser Zusammenhalt wird in vielen Aktionen deutlich.

Gegen einen starken SC Paderborn steht am Ende ein verdientes 3:2, das jedem HSVer gut tun wird.
In dieser Verfassung ist für die Rothosen vieles möglich - der Blick richtet sich nun auf die kommenden Aufgaben - für die Hanseaten geht es am kommenden Freitag zu Erzgebirge Aue.

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