Poker um Camavinga: FC Bayern setzt sich Transfer-Limit

Die Bayern möchten 25 Millionen für Camavinga zahlen.
Die Bayern möchten 25 Millionen für Camavinga zahlen. / John Berry/Getty Images
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Was tut sich noch in der kommenden Transferphase beim FC Bayern München? Während Präsident Herbert Hainer erklärte, keine teuren Verpflichtungen machen zu wollen, suchen die Bayern insbesondere im Mittelfeld ein Upgrade zu Corentin Tolisso und Marc Roca. Ein möglicher Kandidat soll der französische Youngster Eduardo Camavinga sein. So ist der aktuelle Stand im Transfer-Poker.


Wie die französische Zeitung L'Équipe berichtet, ist Paris Saint-Germain kürzlich ins Rennen um den Mittelfeldspieler von Stade Rennes eingestiegen. Allerdings seien die Münchner weiterhin am Youngster interessiert. Jedoch soll der Klub lediglich bereit sein, 25 Millionen Euro zu zahlen. Ein Gebot, dass wohl andere Top-Klubs toppen dürften.

Hierzu gehört unter anderem Real Madrid. Die Königlichen sollen weiterhin an Camavinga dran sein. Eine Entscheidung dürfte in diesem Sommer fallen, zumal der Spieler nur noch einen Vertrag bis 2022 besitzt und Rennes den 18-Jährigen zu Geld machen möchte.

Jonathan Barnett will nichts überstürzen: "Spielzeit ist das Wichtigste"

Berater Jonathan Barnett hat jedoch derzeit noch keine Eile dabei eine endgültige Entscheidung zu treffen. "Glauben Sie mir, wir haben viele Angebote für dieses Jahr, sehr viele Angebote, und zwar gute. Ich meine Top, Top-Clubs. Wir wollen nichts überstürzen. Es gibt den richtigen Zeitpunkt, um weiterzugehen und Spiele zu spielen ist das Wichtigste in seinem Alter", erklärt er.

Auf Spielzeit würde Camavinga bei den Bayern durchaus kommen, da das zentrale Mittelfeld mit Kimmich und Goretzka zwar qualitativ, aber nicht quantitativ stark besetzt ist. Mit einem Stammplatz könnte es aber, auch was die nächsten Jahre angeht, bei Paris oder Real Madrid schneller gehen.

Ausgeschlossen ist Barnett zufolge auch ein Verbleib nicht, zumal er in Rennes alleine in dieser Saison 33 Ligue-1-Spiele absolviert hat. Eine Tatsache, die dafür spricht, diese Option zumindest im Auge zu behalten:

"In einem guten Verein zu spielen, ist schön und lehrreich für ihn. Es könnte sein, dass er dieses Jahr noch ein weiteres Jahr haben möchte. Er muss mit seiner Familie und seinem Vater sprechen. Wir werden uns alle zusammensetzen und entscheiden. Wir werden auch mit Rennes sprechen und entscheiden. Es gibt keine Eile für ihn", so der Camavinga-Berater.

Camavinga hat alle Zeit der Welt

Mit seinen 18 Jahren hat er Zeit genug, die großen Titel anzupeilen und sich bei einem Top-Klub zum absoluten Superstar zu entwickeln. Die nötigen Anlagen bringt er definitiv mit, jedoch muss er den Sprung nicht von jetzt auf gleich schaffen.

"Er ist wahrscheinlich der beste junge Spieler der Welt. Er ist gerade 18 geworden. Er war bereits französischer Nationalspieler. Er ist ein unglaubliches Talent. Er könnte in jeder Mannschaft der Welt spielen. Er wird auch mit 19 noch ein großes Talent sein", prophezeit Barnett.

Schon einige junge Profis haben den Fehler gemacht, in jungen Jahren zu schnell zu einem Spitzenklub gegangen zu sein. Ein warnendes Beispiel ist unter anderem Renato Sanchos, der bei den Bayern nie glücklich wurde. Dies könnte auch mitunter ein Grund sein, warum die Bayern davor zurückschrecken, mehr als 25 Millionen für Camavinga zu bieten.

Bayern sollten bei Camavinga nicht geizen

Wenngleich der Franzose nur noch ein Jahr Vertrag hat, sind 25 Millionen für einen derart talentierten Spieler nicht wirklich angemessen. Die Bayern sollten sich fragen, ob man hier nicht an der falschen Ecke knausert. Die Chance auf einen enormen Wertgewinn ist jedenfalls gewaltig.

Sollte der Klub also eine Möglichkeit haben, Camavinga zu verpflichten, wären auch 40 Millionen Euro eine gute Investition. Der französische U21-Nationalspieler könnte das Mittelfeld über ein Jahrzehnt lang verstärken. Von allen Spielern, die in Bayern-Reichweite sein könnten, wäre er sicherlich mit am interessantesten.