Frauen-EM

"Wir wollen gesehen werden!" - Giulia Gwinn & Sophia Kleinherne über die EM in England

Daniel Holfelder
Sophie Kleinherne (links) und Giulia Gwinn (rechts)
Sophie Kleinherne (links) und Giulia Gwinn (rechts) / Nikola Krstic/MB Media/GettyImages
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Am zweiten Tag der EM-Vorbereitung stellten sich Bayern Münchens Giulia Gwinn und Sophia Kleinherne von Eintracht Frankfurt der Presse für Fragen zur Verfügung. 90min fasst die wichtigsten Aussagen aus der DFB-Medienrunde zusammen.


Das fünftägige Pre-Camp in Frankfurt

Angesprochen auf das Pre-Camp, an dem nur 20 der insgesamt 28 nominierten Spielerinnen teilnehmen, hoben sowohl Gwinn als auch Kleinherne die positionsspezifische Arbeit hervor. Bevor im ersten Trainingslager in Herzogenaurach mannschaftstaktische Aspekte in den Vordergrund rücken, wollen sich die DFB-Frauen auf die individuellen Aufgaben auf dem Platz konzentrieren und die zentralen Abläufe auf ihrer jeweiligen Position einüben. Für sie, erläuterte Giulia Gwinn, gehe es vor allem darum, in der Offensive Akzente zu setzen und ihre Stärke bei Flanken ins Angriffsspiel der Mannschaft einzubringen.

Giulia Gwinn
Giulia Gwinn / Christof Koepsel/GettyImages

Unterschiede zwischen Verein und DFB-Team

Bei Eintracht Frankfurt bekleidet Sophia Kleinherne die Innenverteidigerposition. Im DFB-Team ist die 22-Jährige hingegen als linke Außenverteidigerin eingeplant. Giulia Gwinn ist auf der defensiven Außenbahn auf beiden Seiten einsetzbar, wird bei der EM aber vorwiegend die rechte Flanke beackern. Kathrin Hendrich, die als Gwinns härteste Konkurrentin auf rechts angesehen wurde, soll, das machte Voss-Tecklenburg zuletzt deutlich, in der Innenverteidigung für Stabilität sorgen. Gwinn gilt daher bei vielen Beobachter als gesetzt, betont selbst aber, dass der Konkurrenzkampf bei der Nationalmannschaft auf jeder Position hoch sei und sich niemand zurücklehnen könne. Für Gwinn könnte beispielsweise deren Bayern-Kollegin Maximiliane Rall rechts hinten beginnen.

Serbia v Germany: Group H - FIFA Women's WorldCup 2023 Qualifier
Sophia Kleinherne / Nikola Krstic/MB Media/GettyImages

Zielsetzung und Titelchancen

Sophia Kleinherne betonte die hohe Leistungsdichte in Europa und wies darauf hin, dass zahlreiche Top-Nationen den Gewinn des Turniers anstreben. Giulia Gwinn versprach, dass die Mannschaft alles dafür tun werde, um um den Titel mitzuspielen. Ähnlich hatte sich Martina Voss-Tecklenburg bei der Kaderbekanntgabe am zurückliegenden Dienstag geäußert. "Das Ziel ist, ganz weit zu kommen. Wir haben den Anspruch, jedes Spiel, das wir spielen, zu gewinnen" so die Bundestrainerin.

Persönliche Entwicklung in den letzten Jahren

Gwinn nahm bereits an einem großen Turnier mit der A-Nationalmannschaft teil und wurde bei der WM 2019 in Frankreich zur besten jungen Spielerin des Turniers gewählt. Im Anschluss wechselte die Nationalspielerin des Jahres 2019 vom SC Freiburg zum FC Bayern. Nach einer überzeugenden Münchner Premierensaison mit 14 von 22 möglichen Bundesliga-Spielen zog sich Gwinn im September 2020 einen Kreuzbandriss zu und fiel monatelang aus. Die erste schwere Verletzung ihrer Karriere habe sie natürlich zurückgeworfen, erklärte die 22-Jährige, sie habe jedoch in dieser Zeit auch sehr viel gelernt. In der abgelaufenen Spielzeit kämpfte sich Gwinn bei Bayern zurück in die Startformation und kam in insgesamt 20 Bundesliga-Partien zum Einsatz.

Sophia Kleinherne war 2019 noch als als Kapitänin in der U19-Auswahl aktiv, führte die deutschen Juniorinnen bei der damals stattfindenden Europameisterschaft zum Vizetitel und wurde ins Team des Turniers gewählt. Seitdem habe sie sich, so Kleinherne, zu einer gestandenen Bundesligaspielerin entwickelt. Mit inzwischen 16 A-Länderspielen bringt die Frankfurterin trotz ihrer erst 22 Jahre tatsächlich schon einiges an Erfahrung mit.

Mediale Aufmerksamkeit rund um die EM und den Frauenfußball

Beide Kickerinnen stellten klar, dass sie die mediale Aufmerksamkeit rund um das EM-Turnier keineswegs als Last empfinden, sondern sich sehr über die Berichterstattung freuen. "Wir wollen gesehen werden!", machte Sophia Kleinherne deutlich. Giulia Gwinn pflichtete ihrer Kollegin bei, wies jedoch darauf hin, dass der Fokus auf der sportlichen Leistung liege. Im Vergleich zur WM 2019 nimmt die Münchnerin ein deutlich gestiegenes Interesse am Frauenfußball wahr. Nicht zuletzt die Zuschauerrekorde der letzten Monate belegen diese Einschätzung.

Ablenkung vom Vorbereitungs- und Turnierstress

Gwinn und Kleinherne studieren beide Sportmanagement und wollen auch während der nächsten Wochen ihr Studium nicht aus dem Blick verlieren. Darüber hinaus verriet Gwinn, dass sich die Mannschaft gerne mit gemeinsamen Spielen vom Trainings- und Turnierstress ablenkt. Sie persönlich könne zudem bei Telefonaten mit ihrer Familie und Freunden gut abschalten.


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