Argentinien - Niederlande: Der WM-Viertelfinal-Kracher im Head-to-Head-Vergleich

Dominik Hager
Lionel Messi ist der große Hoffnungsträger der Argentinier gegen Holland
Lionel Messi ist der große Hoffnungsträger der Argentinier gegen Holland / Ronald Martinez/GettyImages
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Endet der WM-Traum von Lionel Messi am Freitagabend? Um 20 Uhr steht das mit Spannung erwartete Viertelfinale Niederlande gegen Argentinien an. Beide Teams haben im bisherigen Turnierverlauf ähnlich gute Leistungen gezeigt, weshalb eine Prognose schwierig ist. Wir sehen uns mal an, welches Team im Head-to-Head-Vergleich die Nase vorne hat.

1. Andries Noppert - Emi Martinez

Noppert ist der große No-Name in der Startelf der Holländer. Der 28-Jährige vom SC Heerenveen hat erst vier Länderspiele und kaum internationele Erfahrung. Aston-Villa-Keeper Martínez hat da schon ein wenig mehr auf der Visitenkarte stehen. Der Schlussmann hat mit seiner grandiosen Parade in letzter Sekunde gegen Australien verhindert, dass die Argentinier noch in die Verlängerung mussten.

Punkt für Argentinien: 0:1

2. Daley Blind - Nahuel Molina

Nahuel Molina hat in Italien gezeigt, dass er insbesondere offensiv einiges zu bieten hat, konnte das seit seinem Wechsel zu Atlético aber zumindest statistisch gesehen noch nicht belegen. Der 24-Jährige ist eher ein Mitläufer in der Nationalmannschaft, wohingegen Blind den Namen Führungsspieler verdient. Der Ajax-Star ist defensiv eine echte Konstante und hat gegen die USA auch mal sein offensive Können ausgepackt.

Punkt für die Niederlande: 1:1

3. Jurrien Timber - Cristian Romero

Cristian Romero ist ein absoluter Top-Verteidiger und spielt eine hervorragende Saison für die Spurs. Timber gehört zweifelsfrei zu den größten Talenten auf seiner Position, ist aber noch etwas fehleranfälliger. Zudem hat er als Ajax-Profi auch noch nicht die Erfahrung gemacht, in einer absoluten Top-Liga zu spielen. Der Vergleich fällt Stand jetzt noch pro Romero aus, der einfach die sicherere Bank ist.

Punkt für Argentinien: 1:2

4. Virgil van Dijk - Nicolas Otamendi

Van Dijk wurde beinahe einstimmig als bester Innenverteidiger der Welt angesehen, ehe er sich am Kreuzband verletzte. Seitdem ist der Liverpool-Star nicht mehr ganz so stark, jedoch ist das eher Kritik auf ganz hohem Niveau. Der Holländer gehört noch immer zu den besten Verteidigern überhaupt. Otamendi ist ein wenig in die Jahre gekommen und nicht so athletisch wie van Dijk. Ein abgeklärter Verteidiger mit gutem Auge ist er noch immer, jedoch in Summe schwächer als sein Gegenüber.

Punkt für die Niederlande: 2:2

5. Nathan Aké - Lisandro Martinez

Nathan Aké hat sich bei Manchester City herangekämpft und spielt zumindest teilweise Stamm. Zudem waren seine Leistungen bei der WM bislang sehr gut. Der Niederländer besticht durch sein Tempo und seine spielerischen Qualitäten. Martinez kommt mehr über den Kampf und aggressive Zweikämpfe, ist aber ebenfalls ein guter Spieleröffner. Gegen Australien landete er eine ganz wichtige Grätsche, die ganz gut symbolisiert hat, warum der Spieler für knapp 60 Millionen Euro zu Manchester United gewechselt ist. Mit seinen 1,75 Metern ist er nochmal fünf Zentimeter kleiner als Aké, jedoch sollte das im Viertelfinale nicht so wirklich ins Gewicht fallen. Kopfballstarke Stürmer haben beide Nationen eher weniger.

Punkt für Argentinien: 2:3

6. Denzel Dumfries - Marcos Acuna

Denzel Dumfries wurde für sein überragendes Achtelfinal-Spiel gegen die USA mächtig abgefeiert. Kein Wunder bei zwei Toren und einer Vorlage. Der Inter-Star ist mit seiner Dynamik und Torgefahr auf dem Weg nach vorne eine echte Macht. Dort hat auch Acuna seine Stärken, der eine gute Technik besitzt und präzise Flanken schlagen kann. Dumfries ist jedoch einfach wie gemacht für große Turniere und liefert regelmäßig ab. Demnach hat er die Nase knapp vorne.

Punkt für die Niederlande: 3:3

7. Frenkie de Jong - Rodrigo de Paul

Frenkie de Jong könnte von seinen Anlagen her eigentlich der beste zentrale Mittelfeldspieler der Welt sein. Seine Technik, Dynamik und spielerische Stärke kennt kaum Grenzen, jedoch trifft er ab und an noch zu viele falsche Entscheidungen und ruft sein Können nicht zu 100 Prozent ab. Im Vergleich zu Rodrigo de Paul hat der Elftal-Star dennoch die Nase vorne. Dieser spielt bei Atlético keine wirklich gute Saison und ist auch mehr ein solider Mannschaftsspieler, als der ganz große Individualist.

Punkt für die Niederlande: 4:3

8. Marten de Roon - Enzo Fernandez

Enzo Fernandez ist eine der Entdeckungen des Turniers. Der 21-Jährige bestätigt die starke Performance aus seinem ersten Benfica-Halbjahr komplett und liefert Spiel für Spiel voll ab. Der Youngster spielt starke Pässe in die Spitze und gibt immer einhundert Prozent. Marten de Roon ist fußballerisch nicht übermäßig beschlagen und eher der Typ Arbeiter, der im Mittelfeld absichert. Es ist eher anzunehmen, dass Fernandez, an dem inzwischen auch Real Madrid interessiert sein soll, zum entscheidenden Faktor wird.

Punkt für Argentinien: 4:4

9. Davy Klaasen - Alexis Mac Allister

Davy Klaassen ist ein solider Spieler, der durchaus auch eine gewisse Portion Torgefahr mitbringt, wenngleich es ihm im offensiven Mittelfeld mitunter an technischen Möglichkeiten fehlt. In wichtigen Spielen ist der Ajax-Profi aber sehr verlässlich. Alexis Mac Allister, der in der Premier-League-Saison immerhin schon fünf Buden erzielt hat, hält sich im Nationaldress offensiv meist eher zurück und versucht, Messi und Co. zu bedienen. Ein eigenes Tor gegen Polen ist ihm dennoch gelungen.

Unentschieden: 4,5:4,5

10. Cody Gakpo - Lionel Messi

Cody Gakpo spielt ein herausragendes Turnier und hat auch in der Eredivisie schon angekündigt, dass er schon bald den Sprung zu einem ganz großen Klub schaffen kann. Gakpo ist dynamisch, gut am Ball, groß und torgefährlich. Sein einziges Problem ist jedoch, dass sein Gegenüber Lionel Messi heißt. Dieser präsentiert sich in guter Form und ist einfach nochmal ein ganz anderes Kaliber. Selbstredend geht der Punkt an die argentinische Legende.

Punkt für Argentinien: 4,5:5,5

11. Memphis Depay - Julian Alvarez

Depay startete angeschlagen ins Turnier und hat noch nicht zu Top-Form finden können. Julian Alvarez hat mit seinen Toren gegen Polen und Australien in diesem Turnier mehr vorzuweisen. Generell spielt Alvarez auch die weitaus bessere Saison und steht nicht derart in Haalands Schatten, wie Depay in Lewandowskis Schatten steht.

Punkt für Argentinien: 4,5:6,5


Crunchtime in Katar: Die WM-Analyse mit Taktik-Guru Tobias Escher

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