Saison am Scheideweg: Für diese 6 Klubs geht's am Wochenende schon um (fast) alles

Die Bundesligasaison 2025/26 betritt nun ganz heißen Boden und für einige Teams könnte der 24. Spieltag bereits richtungsweisend sein.
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Die Spielzeit 2025/26 geht allmählich in ihre heiße Phase und vor diesem Wochenende stehen noch elf Spieltage auf dem Spielplan. Damit wird auch die Chance, vermeintliche Fehltritte ausbügeln zu können, immer schmäler. Für so manchen Bundesligisten könnte der 24. Spieltag schon ein bedeutender Fingerzeig für den Endspurt und den Verlauf der weiteren Saison bedeuten.

Einige dieser Vereine laufen ihren eigenen Ansprüchen gewaltig hinterher und an diesem Wochenende stehen die Spiele der jeweiligen Teams vor allem auch für einen richtungsweisenden Kreuzung der Saison. Für welchen Weg entscheiden sich die betroffenen Klubs: Trendwende oder alter Trott?

Borussia Dortmund - Verliert man gegen Bayern die gesamte Saison?

Für Borussia Dortmund ist das kommende Wochenende von enormer Bedeutung. Wenn die Mannschaft von Trainer Niko Kovac doch noch etwas Großes vorhat in dieser Spielzeit, dann muss sie am Samstagabend im Klassiker gegen den FC Bayern München alles aus dem Tank holen was drin ist und irgendwie einen Dreier landen.

Nachdem die Borussen bereits im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Bayer 04 Leverkusen ausgeschieden waren, kassierten sie nun auch noch eine mehr als deftige Pleite und schieden in den Playoffs aus der Champions League aus. Obwohl der BVB das Hinspiel gegen Atalanta Bergamo noch mit 2:0 gewonnen hatte, konnte die Kovac-Elf den Vorsprung nicht über die Ziellinie bringen und verlor das Rückspiel in Italien kläglich und verdient mit 1:4.

Ein Armutszeugnis für einen Klub, der von sich behauptete, sattelfest zu sein, und dementsprechend ganz offen Meisteransprüche äußerte. Nun steht die Saison des BVB aber schon am 24. Spieltag vor einem Scheideweg.

Borussia Dortmund hat mit dem Aus in der Champions League großen Schaden genommen
Borussia Dortmund hat mit dem Aus in der Champions League großen Schaden genommen / NurPhoto/GettyImages

Verliert Dortmund am Samstagabend das Topspiel gegen den Tabellenführer aus München und lässt die Bayern auf dann elf Punkte davonziehen, kann man das Buch der Saison 2025/26 gefühlt eigentlich zuklappen. Alles, was die Borussen dann erreichen können, scheint die Verteidigung des zweiten Platzes und das Wahren des eigenen Gesichts. So oder so würde eine Niederlage gegen den Rekordmeister aus der bayerischen Landeshauptstadt eine krachende Niederlage für die gesamte Spielzeit bedeuten - das ist spätestens seit Mittwochabend und nach dem Königsklassen-Aus klar.

Die Art und Weise, wie der BVB gegen Atalanta Bergamo unter die Räder geriet, lässt den Eindruck offen, dass man ganz sicherlich noch kein Team ist, das öffentlich Meisteransprüche stellen kann und sollte. Der Klassiker bietet nun die einmalige Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen und zumindest das Rennen in der Liga noch offen zu halten.

Neben dem insgesamt bedrohten Ansehen des Gesamtvereins geht es aber auch um die Ausstrahlung nach Innen. Parallel zu den Saisonzielen steht Dortmund nämlich auch in Sachen Kaderplanung und Klärung zahlreicher Personalfragen vor einem Scheideweg.

Das Aus in der Champions League hat den BVB in dieser Hinsicht nun in die Knie gezwungen. Eine Niederlage gegen den FC Bayern am Samstagabend könnte auch den finalen Todesstoß für die angestrebten Vertragsverlängerungen mit den Starspielern und deren Verbleib in Dortmund bedeuten.

Nico Schlotterbeck wird das Ausscheiden gegen Bergamo sicherlich in seine Zukunftsplanung einbeziehen
Nico Schlotterbeck wird das Ausscheiden gegen Bergamo sicherlich in seine Zukunftsplanung einbeziehen / BSR Agency/GettyImages

Gerade bei Nico Schlotterbeck, der lautstark Ansprüche stellte und mit dem BVB um Titel spielen will, dürfte dann klar sein, dass er diese in Dortmund auf absehbare Zeit nicht einfahren kann. Demzufolge müsste sich der heiß umworbene deutsche Nationalspieler im Sommer für einen Abschied entscheiden und sich einem Topklub wie Real Madrid anschließen.

Wenn überhaupt noch möglich, muss der BVB mit einem unerwarteten Sieg über die Bayern den Grundstein dafür legen, zumindest für den Rest der Saison eine Chance zu haben, dass Nico Schlotterbeck über einen Verbleib nachdenkt und sich nicht bereits am kommenden Wochenende entscheidet, dass es in Dortmund nicht weitergehen kann.

Doch nicht nur die Personalie Schlotterbeck könnte davon betroffen sein - auch Mittelfeldstar Felix Nmecha gilt als heiß begehrtes Transferziel großer Klubs und scheint einem Abschied aus Dortmund ebenfalls nicht abgeneigt.


Werder Bremen - Thioune-Truppe muss Erstligatauglichkeit nachweisen

Werder Bremen wartet seit dem 7. November und somit seit 13 Ligaspielen auf einen Sieg. Neun dieser Partien hat der kriselnde Nordklub verloren. Auch der Trainerwechsel von Horst Steffen zu Daniel Thioune hat bisher keine Kehrtwende gebracht. Am vergangenen Wochenende mussten sich die Bremer in einem ihrer vielen Endspiele auswärts beim ebenfalls abstiegsbedrohten FC St. Pauli beweisen, doch auch dieses Duell ging verloren. Mit 1:2 ging es von der Elbe zurück an die Weser.

Am kommenden Wochenende steht vermutlich der endgültige Gradmesser an, ob Werder noch eine Berechtigung hat, in der Bundesliga bleiben zu dürfen, oder ob bereits am 24. Spieltag klar wird, dass Werder nicht erstligatauglich ist.

Der Kader scheint es offenbar nicht herzugeben und sogar aus dem Inneren der Mannschaft kam bereits diese Kritik an die Öffentlichkeit. Doch selbst wenn die Qualität fehlt, muss Bremen in den talentfreien Bereichen eine Schippe drauflegen und zumindest die Charakterfrage für sich beantworten.

Trauriges Symbolbild: Werder am Boden
Trauriges Symbolbild: Werder am Boden / picture alliance/GettyImages

Wenn der Thioune-Truppe im nächsten Kellerduell gegen den 1. FC Heidenheim endlich die Kehrtwende gelingt, kann man sich wohl weiterhin die leise Hoffnung machen, im Kampf um den Klassenerhalt noch einmal ein Lebenszeichen zu senden. Wenn Werder jedoch auch gegen den Tabellenletzten keinen Dreier einfahren kann, muss man sich vermutlich allmählich mit der Planung zur 2. Bundesliga auseinandersetzen, denn dann stellt sich die Frage, wie Werder die notwendigen Punkte überhaupt einfahren will.

Die Gegner im weiteren Saisonverlauf und im Endspurt der Bundesliga werden sicher nicht einfacher, denn für beinahe jeden von ihnen geht es selbst noch um viel bis alles. Der Unterschied zu Bremen liegt dann aber vermutlich darin, dass die meisten dieser Klubs deutlich mehr Qualität zu haben scheinen oder zumindest irgendwann in dieser Spielzeit bereits bewiesen haben, dass sie da sein können, wenn sie unbedingt müssen und dass man es schafft, sich mit dem Rücken zur Wand auf die Hinterbeine zu stellen.

Werder muss diesen Beweis am Wochenende liefern, sonst dürfte auch dem letzten Optimisten allmählich der Sprit ausgehen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei - alles was jetzt noch zählt, sind Punkte, Punkte, Punkte!


Eintracht Frankfurt - Der Welpenschutz von Riera endet jetzt

Seit dem Trainerwechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera wurde bei Eintracht Frankfurt zwar viel geredet und erzählt, doch der Fußball wurde noch nicht wesentlich besser. Fans bemängeln, dieselben Abwehrprobleme, die unter Toppmöller für Ärger sorgten, auch jetzt noch zu entdecken. Leichte Aufwärtstrends und Hoffnungsschimmer gibt es, doch die müssen jetzt bestätigt werden.

Der 43-jährige Spanier genießt aktuell noch seinen Welpenschutz, was ihm sicherlich auch zugutekommt, da eines seiner ersten drei Pflichtspiele als Cheftrainer der Hessen zuletzt gegen die Übermacht aus München stattfand. Die Zeit, in der Riera aber nur mit beeindruckenden Sprüchen punkten kann, endet spätestens an diesem Wochenende und beim Heimspiel gegen den SC Freiburg. Gegen die Breisgauer duelliert sich die SGE nun mindestens auf Augenhöhe und muss liefern.

Dass die Niederlage am vergangenen Wochenende gegen den FC Bayern am Ende so knapp ausfiel, lag mehr an den Münchnern als an den Frankfurtern und sollte keine Jubelsprünge oder Euphorieausbrüche nach sich ziehen. Ein Unentschieden gegen Union Berlin und ein Sieg gegen das ebenfalls in der Krise steckende Borussia Mönchengladbach sollten maximal als Mutmacher gelten und wohl noch nicht vorschnell als Befreiungsschlag oder als geglückter Aufschwung bewertet werden.

Schafft die Eintracht unter Trainer Albert Riera den Anschluss an die eigenen Ansprüche zu halten?
Schafft die Eintracht unter Trainer Albert Riera den Anschluss an die eigenen Ansprüche zu halten? / Marcel Engelbrecht - firo sportphoto/GettyImages

Die Adler vom Main haben sich in den letzten Jahren zurecht einen gewissen Status erspielt, weshalb die eigenen Ansprüche jedes Jahr sind, internationales Geschäft zu erreichen.

Vor dem 24. Spieltag sitzt man allerdings mit acht Punkten Rückstand im grauen Mittelfeld der Tabelle und hat mit dem SC Freiburg den nächsten Tabellennachbarn vor der Brust. Die SGE muss einen Sieg landen, um den Anschluss an die eigenen Ansprüche nicht zu verlieren, denn sollte die Werkself ihrerseits das Spiel gegen den FSV Mainz 05 gewinnen, könnte der Abstand nach diesem Wochenende elf Punkte betragen. Zudem geht es um das eigene Feeling, dass man sich wirklich im Aufschwung befindet.

Sollte die Eintracht nicht gewinnen und Leverkusen selbst drei Zähler einfahren, wäre die Chance, das Saisonziel zu erreichen, vermutlich nur noch gering und würde einen konstant guten Schlussspurt abverlangen. Man würde dann aber vermutlich dasselbe Schicksal teilen, das in der vergangenen Spielzeit schon RB Leipzig ereilte. Darüber hinaus wäre dies ein herber Stimmungsdämpfer, der die seit der Ankunft von Riera aufkommende Euphorie bereits im Keim ersticken könnte und die großen Worte des Spaniers zu heißer Luft verkommen lassen könnten. Auch die Eintracht steht an einem Scheideweg.


Borussia Mönchengladbach - Das Davonlaufen vor dem Abstiegsstrudel

Bei Borussia Mönchengladbach hatte man eigentlich kurzzeitig den Eindruck, dass sich die Mannschaft nach dem Trainerwechsel zu Eugen Polanski wieder gefangen hatte und der Trend klar nach oben zeigte. Doch nach einer kurzen Hochphase mit fünf Pflichtspielsiegen aus sieben Spielen von Anfang November bis Anfang Dezember ging die Formkurve der Fohlen wieder nach unten – der hoffnungsvolle Aufgalopp war beendet, ehe er richtig Fahrt aufnehmen konnte.

Mittlerweile stehen sechs Niederlagen aus den letzten zehn Bundesligaspielen zu Buche – bei nur einem einzigen Sieg. Am kommenden Wochenende muss die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski also unbedingt gegen die schwer zu bespielenden Eisernen von Union Berlin abliefern, ansonsten droht sie noch tiefer in den Abstiegssumpf gezogen zu werden.

Geht es auch um sein sportliches Überleben auf dem Gladbacher Trainerstuhl? Eugen Polanski
Geht es auch um sein sportliches Überleben auf dem Gladbacher Trainerstuhl? Eugen Polanski / Christian Verheyen/GettyImages

Nur zwei Punkte trennen die Fohlen derzeit vom Relegationsplatz 16, zum ersten direkten Abstiegsplatz sind es auch nur drei. Am 25. Spieltag geht es dann auch noch zum FC Bayern München und was einem da blühen könnte, will man sich in Gladbach gar nicht ausmalen. Im Anschluss geht es im Saisonendspurt und einer eng beieinander liegenden Bundesliga beinahe ausschließlich gegen direkte Mitbewerber um den Klassenerhalt oder potenzielle Europapokalteilnehmer aus dem oberen Drittel der Tabelle.

Gladbach muss jetzt aufpassen, dass es sich in der wichtigsten Saisonphase nicht komplett vergaloppiert und dann im schlimmsten Fall in einen Strudel gerät, aus dem man nicht mehr herausfindet.


VfL Wolfsburg - Angeschlagene Raubtiere am gefährlichsten?

Auch für den VfL Wolfsburg steht nicht weniger als das sportliche Überleben in der Bundesliga auf dem Spiel. Seit dem 4. Spieltag mussten die Niedersachsen 13 Niederlagen aus 20 Bundesligaspielen hinnehmen, konnten selbst nur vier Siege einfahren und sind zudem aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Mit 20 Zählern stehen die Wölfe nun punktgleich mit dem Relegationsplatz und dem FC St. Pauli da und müssen sich ernsthafte Gedanken machen, erstmals seit der Aufstiegssaison 1996/97 wieder in die Zweitklassigkeit abzurutschen.

Dank der ohnehin engen Liga treffen die Wölfe vorwiegend auf Teams aus dem oberen Tabellendrittel, wie etwa Stuttgart, Hoffenheim, Leverkusen, Frankfurt, Freiburg und den FC Bayern München, sowie auf direkte Konkurrenten im Klassenkampf.

Die direkten Kellerkinder auf dem Weg der Wölfe und in den Wochen der Wahrheit belaufen sich derzeit aber nur noch auf drei Teams bei zehn ausstehenden Spieltagen. Am 27. Spieltag geht es gegen Werder Bremen, am 31. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach und am 34. Spieltag könnte es zum Abstiegsgipfel mit dem FC St. Pauli kommen. Wenn es für die Niedersachsen dann noch um Alles oder Nichts geht, könnte es ganz böse enden.

Wölfe-Coach Daniel Bauer könnte vor seinem Endspiel stehen
Wölfe-Coach Daniel Bauer könnte vor seinem Endspiel stehen / picture alliance/GettyImages

Am kommenden Wochenende muss man zunächst zum VfB Stuttgart, gegen den sich ehrlicherweise nicht viele etwas ausrechnen. Doch die Schwaben kommen aus einer Europa-League-Woche, haben vermutlich schwere Beine und könnten verwundbar sein. Die Wölfe sollten also dem Naturell ihres Vereinstieres gerecht werden und die Schwäche des Gegenübers ausnutzen. Eine Drei-Punkte-Mahlzeit im unerbittlichen Überlebenskampf der Bundesliga käme gerade recht, um noch einmal für ein Aufbäumen zu sorgen und vielleicht vorzeitig für erfreuliche Fakten zu sorgen.

Darüber hinaus könnte es allerdings das Endspiel für Trainer Daniel Bauer sein, denn es gibt bereits zahlreiche Gerüchte über potenzielle Nachfolgekandidaten auf dem Trainerstuhl der Wolfsburger. Zuletzt geisterten sogar Dino Toppmöller und Felix Magath durch die Gerüchteküche der Bundesliga.


1. FC Heidenheim - Hoffnungsschimmer oder Genickbruch im Abstiegskampf?

Auch für den 1. FC Heidenheim könnte dieses Wochenende richtungsweisend sein, denn der sympathische Klub von der Ostalb steht mit 14 Punkten derzeit abgeschlagen am Tabellenende.

Zwar kann das Team um Kulttrainer Frank Schmidt die rote Laterne mit einem Sieg gegen Werder Bremen am Samstag noch nicht abgeben, doch wenn man gegen den kriselnden Klub von der Weser einen Dreier einfährt, zieht man diesen direkt in den Sumpf der Abstiegsangst und rückt selbst wieder näher an den Traum vom eigenen Klassenerhalt. Dann wäre Heidenheim erstmal nur noch zwei Zähler von den Bremern entfernt und könnte Hoffnungen auf eine kleine Sensation und möglicherweise eine realistische Chance auf den Bundesligaverbleib schüren. Die Stimmung anheben und für neuen Mut sorgen würde es allemal.

Letzte Chance, sich im Abstiegskampf noch mal zurückzumelden, für Frank Schmidt und den 1. FC Heidenheim?
Letzte Chance, sich im Abstiegskampf noch mal zurückzumelden, für Frank Schmidt und den 1. FC Heidenheim? / picture alliance/GettyImages

Nach zuletzt vier Niederlagen am Stück gelang am vergangenen Wochenende ein Mut machendes 3:3 gegen den VfB Stuttgart, das vor dem Kellerduell gegen Werder für Aufschwung sorgen könnte. Verliert Heidenheim allerdings das Auswärtsspiel in Bremen, dürfte auch die letzte Hoffnung auf den Verbleib im Oberhaus schwinden.


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