BVB-Bilanz unter Kovac: Nicht gut genug für die große Bühne

Sobald Borussia Dortmund auf der großen Bühne gegen einen guten Gegner ran muss, wird es brenzlig.
Niko Kovac
Niko Kovac / NurPhoto/GettyImages
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Der BVB droht in einer Woche seine Saison in den Sand zu setzen. Nachdem man zuletzt gegen Leipzig Punkte liegen ließ, würde eine weitere Pleite im Klassiker gegen den FC Bayern alle (noch so kleinen) Meisterträume in Dortmund endgültig beenden.

Noch schlimmer als das vorzeitige Aus im Meisterkampf ist aber wohl das Debakel in der Champions League. Trotz 2:0-Sieg im Hinspiel schied der BVB gegen Atalanta Bergamo aus - und das in den Playoffs. Eigentlich galt das Achtelfinale als das minimalste Minimalziel.

Wir nehmen das frühe Ausscheiden zum Anlass, um einmal die Bilanz von Niko Kovac in der Champions League zu begutachten. Denn auch wenn der BVB in der Bundesliga gut punktet: Auf internationaler Bühne war das bislang nicht allzu berauschend. Platz 17 in der Ligaphase plus Playoff-Aus gegen Atalanta, das ist weit hinter den eigenen Ansprüchen.

BVB gegen Top-Teams in der Regel chancenlos

16 Mal hat Kovac den BVB in der Champions League betreut. Dabei gab es sieben Siege, vier Remis und fünf Niederlagen. Gut ist anders. Vor allem, wenn man genauer hinguckt: Denn bis auf den FC Barcelona hat Dortmund unter Kovac in der Königsklasse kein gutes Team geschlagen - und selbst dieser Sieg war ohne Wert, weil der BVB das Hinspiel sang- und klanglos mit 0:4 verloren hatte.

Gegen die weiteren namhaften Gegner Juventus (4:4), ManCity (1:4), Tottenham (0:2) und Inter (0:2) gab es nur ein Remis, dafür viele miese Auftritte.

Die Kovac-Bilanz in der Champions League:

Gegner

Ergebnis

Runde

Sporting (A)

3:0-Sieg

Playoffs 24/25

Sporting (H)

0:0

Playoffs 24/25

Lille (H)

1:1

Achtelfinale 24/25

Lille (A)

2:1-Sieg

Achtelfinale 24/25

Barcelona (A)

0:4-Pleite

Viertelfinale 24/25

Barcelona (H)

3:1-Sieg

Viertelfinale 24/25

Juventus (A)

4:4

Gruppe 25/26

Athletic Club (H)

4:1-Sieg

Gruppe 25/26

Kopenhagen (A)

4:2-Sieg

Gruppe 25/26

ManCity (A)

1:4-Pleite

Gruppe 25/26

Villarreal (H)

4:0-Sieg

Gruppe 25/26

Bodø/Glimt (H)

2:2

Gruppe 25/26

Tottenham (A)

0:2-Pleite

Gruppe 25/26

Inter (H)

0:2-Pleite

Gruppe 25/26

Atalanta (H)

2:0-Sieg

Playoffs 25/26

Atalanta (A)

1:4-Pleite

Playoffs 25/26

Besonders erschreckend ist, dass der BVB in 16 CL-Spielen unter Kovac 28 (!) Gegentore kassiert hat. Komplett untypisch für ein Kovac-Team. In der Bundesliga ist der Schnitt mit 39 Gegentoren in 37 Spielen deutlich besser.

Diese Bilanz lässt den Schluss zu, dass der BVB gegen schwache bis solide Teams regelmäßig punktet und dort seine Hausaufgaben macht. Doch sobald es auf die ganz große Bühne, gegen große Teams geht, sieht es für die Kovac-Truppe schlecht aus. In den Top-Spielen reicht es nunmal nicht, sich hinten reinzustellen und vorne auf eine geniale, meist individuelle Aktion zu hoffen. Hier werden die spielerischen Defizite, die der BVB unter Kovac zweifelsfrei hat, schonungslos offengelegt.

Der BVB muss sich nun fragen, ob es ihm reicht, die kleineren Teams konstant zu besiegen (ohne dabei zu glänzen) und in den Top-Spielen den Kürzeren zu ziehen. Oder wäre nicht etwas mehr Mut angebracht, um auch gegen die Großen mal wieder gut auszusehen?

Im DFB-Pokal war Kovac' BVB übrigens ebenfalls wenig überzeugend: Gegen RW Essen gab es einen knappen 1:0-Sieg, ehe man Eintracht Frankfurt erst im Elfmeterschießen besiegen konnte. Gegen Leverkusen, dem ersten Gegner auf Augenhöhe, war dann vor heimischen Fans Schluss.


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