WM

WM-Vorschau: Die beste Aufstellung von Deutschland

Dominik Hager
Können Neuer & Co. um den Titel mitspielen?
Können Neuer & Co. um den Titel mitspielen? /
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Das DFB-Team möchte die Schmarch von der WM 2018 hinter sich lassen und zeigen, dass man zu den besten Teams der Welt gehört. Im Idealfall soll wie vor acht Jahren der Titel rausspringen. Die deutsche Nationalmannschaft offenbart jedoch die ein oder andere Baustelle, die nicht so leicht zu schließen ist. Wir werfen einen Blick auf die beste Deutschland-Aufstellung.


1. Tor:

Bundesliga"Borussia Dortmund v FC Bayern München"
ANP/GettyImages

Manuel Neuer ist im Kasten der Deutschen als Kapitän natürlich gesetzt. Trotz kleinerer Verletzungsproblemen ist der 36-Jährige enorm wichtig für die Mannschaft und kann Spiele entscheiden. Marc André ter-Stegen hat sich nach einer eher mäßigen Vorsaison näher an Neuer herangearbeitet, wird sich jedoch mit der Rolle als Nummer zwei erneut anfreunden müssen. Wie so oft gilt der Grundsatz: im Tor hat Deutschland ganz sicher kein Problem.

2. Abwehr:

Antonio Ruediger
Alex Grimm/GettyImages

Die Rechtsverteidiger-Position ist die große Problemstelle im deutschen Team. Getestet wurde viel, nachhaltigen Eindruck konnte jedoch niemand hinterlassen. Aufgrund der Tatsache, dass auf links ein offensivstarker Außenverteidiger spielen wird, macht es Sinn, auf der rechten Seite auf einen defensivstarken Spieler zu setzen. Eine Option wäre Kehrer, der jedoch auch immer ein kleines Sicherheitsrisiko ist. Da Hofmann und Baku zu offensiv sind und Klostermann fast die gesamte Hinrunde fehlte, bleibt eigentlich nur noch Freiburg-Star Matthias Ginter. Ihm könnte man zutrauen, dass er die Rolle zumindest solide spielt.

Eine Option wäre eigentlich auch Niklas Süle gewesen, jedoch braucht man diesen innen neben Antonio Rüdiger, weil Schlotterbeck zu viele Fehler macht und Hummels für den Flick-Fußball zu langsam ist. Auf der linken Seite kann man positiv hervorheben, dass David Raum und Robin Gosens zuletzt wieder zu einer etwas besseren Form finden konnten. Wer die bessere Wahl ist, ist schwierig abzuschätzen. Mit dem Blick auf die letzten Monate sollte jedoch Raum leicht vorne liegen.

3. Mittelfeld

Joshua Kimmich
Martin Rose/GettyImages

Joshua Kimmich ist natürlich als Mittelfeld-Leader absolut gesetzt und mit seinem fußballerischen Können und seinen Führungsqualitäten ein ganz wichtiger Mann. An seiner Seite sollte Leon Goretzka stehen, zumal das Zusammenspiel mit Kimmich zuletzt wieder besser wurde und auch der Ex-Schalker selbst sehr gute Leistungen zeigte. Dies ist Ilkay Gündogan in der Nationalmannschaft zu selten gelungen, weshalb für den City-Star nur eine Ersatzrolle bleiben sollte. Theoretisch könnte man im 4-3-3-System auch Gündogan und Goretka bringen, jedoch hat dies nie sonderlich viel gebracht.

In der offensiven Dreierreihe müssen Leroy Sané und Jamal Musiala gesetzt sein, da beide eine hervorragende Hinrunde gespielt haben und Spiele alleine entscheiden können. Setzt man Musiala auf die rechte Seite und Sané auf die linke Seite, bliebe auf der Zehn noch Platz für Thomas Müller. Für den Bayern-Routinier gilt es jedoch, auf Anhieb Leistung zu bringen. Dies ist ihn in vielen Länderspielen nicht gelungen. Serge Gnabry schart mit den Hufen und präsentierte sich vor der WM sehr star. Auch Jonas Hofmann könnte ins Team rücken, wenn Musiala von rechts außen auf die Zehn rückt.

4. Angriff

Kai Havertz
Visionhaus/GettyImages

Auf der viel zitierten Problemposition kann es eigentlich nur eine Lösung geben. Diese muss Kai Havertz lauten. Der Chelsea-Star ist der einzige offensive Mittelfeldspieler, der sich auch in der Sturmspitze wohl fühlt. Zudem bringt er auch ein gewisses Maß an Größe und Killer-Instinkt mit. So mäßig seine Leistungen im Klub zuletzt auch waren. Zumal Timo Werner die WM verpassen wird. Spieler wie Füllkrug, Nmecha oder Moukoko könnten als Joker eine Rolle spielen, in der Startelf allerdings eher nicht.

Die beste Deutschland-Aufstellung im Überblick:

Manuel Neuer - Matthias Ginter, Niklas Süle, Antonio Rüdiger, David Raum - Joshua Kimmich, Leon Goretzka - Jamal Musiala, Thomas Müller, Leroy Sané - Kai Havertz

Fazit:

Insbesondere die Abwehr lässt beim DFB-Team einige Fragen offen. Matthias Ginter auf der rechten Seite ist eine Notlösung, von der man sich aber immerhin defensive Stabilität erhoffen kann. Links ist David Raum nach seiner durchwachsenen Hinrunde mit einem kleinen Fragezeichen versehen. Offensiv kann der Leipziger zur Waffe werden, jedoch muss er auch defensiv stabil bleiben. Abgesehen von Rüdiger gibt es auch in der Innenverteidigung kleinere Sorgen. Süle und Schlotterbeck haben keine sonderlich gute Hinrunde gespielt und sind keine Akteure, auf die man sich blind verlassen kann. Im Mittelfeld hat die Nationalmannschaft mit ausschließlich Bayern-Spielern natürlich geballte Qualität auf dem Platz. Es wird jedoch darauf ankommen, dass die Akteure diese auch abrufen können. Potenziell gehört aber sowohl das defensive, als auch das offensive Mittelfeld zu den stärksten aller Teams. Ein echter Goalgetter fehlt vorne drinnen, jedoch besteht die Hoffnung, dass Havertz seine Sache ähnlich wie in den letzten Länderspielen gut erledigt.

In Summe gehört Deutschland nicht zu den zwei bis drei absoluten Top-Favoriten, aber durchaus zu den vielleicht zehn Teams, die theoretisch auch Weltmeister werden können. Dazu müsste man allerdings einen Lauf starten.


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