Frauenfußball

Vilda-Konflikt eskaliert: 15 spanische Nationalspielerinnen treten zurück!

Daniel Holfelder
Viele Nationalspielerinnen wollen nicht mehr mit Trainer Jorge Vilda zusammenarbeiten
Viele Nationalspielerinnen wollen nicht mehr mit Trainer Jorge Vilda zusammenarbeiten / Angel Martinez/GettyImages
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Der Wirbel um die spanische Frauenfußball-Nationalmannschaft hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem der spanische Verband weiter an Nationaltrainer Jorge Vilda festhalten will, haben 15 Spielerinnen ihren Rücktritt eingereicht.


Dass es innerhalb der spanischen Mannschaft große Vorbehalte gegenüber Vilda gibt, ist seit Längerem bekannt. Nach der Europameisterschaft in England hatten mehrere Spielerinnen Kontakt zu Verbandspräsident Luis Rubiales aufgenommen und die Entlassung des 41-Jährigen gefordert.

Rubiales hatte das Ansinnen mit deutlichen Worten abgelehnt und bekräftigt, dass Vilda, dessen Vertrag bis 2024 datiert ist, weiterhin spanischer Coach bleiben wird. Daraufhin hatten die Spielerinnen das Trainingscamp vor den WM-Quali-Spielen gegen Ungarn und die Ukraine im September genutzt, um das direkte Gespräch mit dem Trainer zu suchen und ihn zum Rücktritt zu bewegen. Vilda gab seiner Mannschaft jedoch zu verstehen, dass er sein Amt nicht niederlegen wird.

Nun hat der Streit eine neue Eskalationsstufe erreicht. Wie die Marca berichtet, haben 15 Nationalspielerinnen dem spanischen Verband per E-Mail mitgeteilt, dass sie unter Jorge Vilda nicht mehr für die Furia Roja auflaufen werden.

Zu den 15 Akteurinnen gehören:

  • Ainhoa Vicente Moraza
  • Patri Guijarro
  • Leila Ouahabi
  • Lucía García
  • Mapi León
  • Ona Batlle
  • Laia Aleixandri
  • Claudia Pina
  • Aitana Bonmatí
  • Andrea Pereira
  • Mariona Caldentey
  • Sandra Paños
  • Lola Gallardo
  • Nerea Eizaguirre
  • Amaiur Sarriegi

Weltfußballerin Alexia Putellas, die gegenwärtig an einem Kreuzbandriss laboriert, zählt nicht dazu. Auffällig ist, dass keine einzige Spielerin von Real Madrid ihren Rücktritt eingereicht hat.

Der spanische Fußballverband RFEF hat in einer Pressemitteilung bereits deutlich gemacht, dass er sich nicht zur Trennung von Vilda drängen lassen wird. Vielmehr werden die betreffenden Spielerinnen so lange nicht mehr nominiert werden, bis sie sich für ihr Verhalten entschuldigt haben.

Die Reaktion des spanischen Verbandes im Wortlaut

"Der Königliche Spanische Fußballverband teilt mit, dass er im Laufe des heutigen Tages 15 E-Mails von 15 Spielerinnen der A-Nationalmannschaft der Frauen erhalten hat, die zufällig alle den gleichen Wortlaut haben. Darin erklären sie, dass sie die derzeitige Situation 'erheblich' in ihrem 'emotionalen Zustand' und ihrer 'Gesundheit' beeinträchtigen würde und dass sie, 'solange die Situation nicht rückgängig gemacht wird', aus der spanischen Nationalmannschaft zurücktreten.

Der RFEF wird den Spielerinnen nicht gestatten, die weitere Zusammenarbeit mit dem Nationaltrainer und seinem Trainerstab in Frage zu stellen, da derartige Entscheidungen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Der Verband wird keinerlei Druck seitens der Spielerinnen zulassen, wenn es um sportliche Entscheidungen geht. Diese Art von Manöver ist alles andere als vorbildlich, entspricht nicht den Werten des Fußballs und des Sports und ist schädlich.

Nach geltendem spanischem Recht wird die Weigerung, einer Einberufung zur Nationalmannschaft zu folgen, als sehr schweres Vergehen eingestuft und kann mit einer zwei- bis fünfjährigen Sperre geahndet werden. Im Gegensatz zum Verhalten dieser Spielerinnen möchte der RFEF klarstellen, dass er sie nicht bis zum Äußersten treiben oder Druck auf sie ausüben wird. Der RFEF wird keine Spielerinnen einberufen, die das spanische Trikot nicht tragen wollen. Der Verband wird nur auf engagierte Spielerinnen zählen, auch wenn er mit Jugendspielerinnen spielen muss.

Dies ist keine Frage des Sports mehr, sondern eine Frage der Würde. Die Nationalmannschaft ist nicht verhandelbar. Dies ist eine noch nie dagewesene Situation in der Geschichte des Fußballs, sowohl des Männer- als auch des Frauenfußballs, in Spanien und weltweit.

Die Gegenwart und die Zukunft Spaniens liegen im Potenzial der Jugendmannschaften und der Spielerinnen, die in diesem Sommer U20-Weltmeister und U19-Europameister geworden sind und bei der U17-Europameisterschaft den zweiten Platz belegt haben.

Die Nationalmannschaft braucht Spielerinnen, die sich für die gemeinsamen Ziele engagieren, die unsere Farben verteidigen und stolz darauf sind, das spanische Trikot zu tragen.

Die zurückgetretenen Spielerinnen werden in Zukunft nur dann in die Nationalmannschaft zurückkehren, wenn sie ihren Fehler einsehen und sich entschuldigen." (Zitiert via Marca)


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