FC Schalke 04

04 Dinge, die Schalke noch im Januar regeln muss

Yannik Möller
Schalke hat noch einige Aufgaben zu erledigen
Schalke hat noch einige Aufgaben zu erledigen / Frederic Scheidemann/GettyImages
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Der Januar ist auch auf Schalke ein Monat voller Aufgaben und Herausforderungen. Bei den Knappen bestehen diese in allen Verantwortungsbereichen.

90min zeigt 04 Dinge, die Königsblau noch in den nächsten Wochen angehen muss.


Der Januar auf Schalke - diese 04 Dinge muss Königsblau in diesen Wochen angehen

1. Aydin-Vertragsverlängerung & -Ersatz

Mehmet Can Aydin
Mehmet-Can Aydin ist in zweierlei Hinsicht ein aktuelles Thema / Stuart Franklin/GettyImages

Schon seit Längerem ist der zum Sommer auslaufende Vertrag von Mehmet-Can Aydin ein Thema. Der Youngster, der schon einige Jahre in der Knappenschmiede verbracht hat, schaffte in dieser Saison endgültig den Sprung zu den Profis. Unter Dimitrios Grammozis spielt er genauso häufig auf der rechten Seite, wie die eigentlich als Stammspieler angedachte Sommer-Verpflichtung Reinhold Ranftl.

Dementsprechend ist die Vertragsverlängerung ein Thema, das in den nächsten Wochen angegangen werden muss. Eines ist klar: die Interessenten werden weder weniger, noch vom Namen her kleiner. Schon jetzt sollen u.a. Real Betis und Olympique Marseille konkrete Angebote vorbereiten.

Um kein Risiko einzugehen, sollte eine Einigung alsbald getroffen werden. Zum Glück scheint das auch der anvisierte Zeitplan zu sein.

Apropos Zeitplan: Aydin wird die nächsten Wochen wegen einer Trainingsverletzung ausfallen.

Ranftl ist die einzige Alternative. Somit gibt es an dieser Stelle eine weitere Frage, die beantwortet werden muss: wird noch ein weiterer Spieler für die RAV-Rolle verpflichtet - da Grammozis bei der Dreier- bzw. Fünferkette bleiben möchte - oder rückt Timo Becker als Alternative zurück in die Mannschaft?

Das Risiko einzugehen, mehrere Wochen einzig und alleine auf Ranftl zu setzen, wäre zu groß. Einerseits leistungstechnisch, da der Österreicher auch noch nicht wirklich vollends überzeugt. Andererseits aufgrund der Corona-Dynamik durch Omikron, wo eine Isolation oder Quarantäne fast nur eine Frage der Zeit ist.


2. Allgemeine Transferstrategie

Rouven Schröder
Rouven Schröder muss die Winter-Transfers planen / Frederic Scheidemann/GettyImages

Vor wenigen Wochen gab es noch einen ziemlich klaren Transfer-Fokus bei S04. Rouven Schröder betonte, handlungsfähig zu sein und nochmals handeln zu wollen. Er sprach sogar offen über den Fokus für einen weiteren Sturm-Kandidaten.

Das hat sich zuletzt geändert. Während der Sportdirektor betonte, nur aktiv werden zu wollen, wenn alles zu 100 Prozent passt (logisch...), erklärte Grammozis seine große Zufriedenheit mit dem vorhandenen Spielermaterial. Eine rhetorische Vorbereitung für das Szenario, dass es doch keine Winter-Transfers geben wird.

Doch das wäre gefährlich. Nicht nur, aber auch wegen des bereits erwähnten Covid-Aspekts. Kommen keine neuen Spieler, wird die potenzielle Umstellung auf ein grundsätzlich offensiveres System sehr unwahrscheinlich. Für ein 4-3-3 bräuchte es beispielsweise noch einen Flügelspieler.

Geht Schalke ohne Neuverpflichtungen in die zweite Saisonhälfte, bringt das ein vielerlei beeinflussbares Risiko mit sich. Dieses Risiko kann man eingehen und das durchaus auch kalkuliert. Dennoch ist es unweit größerer, wenn nun doch keine neuen Spieler kommen sollten.


3. Rezept für mehr Punkte in den Spitzenspielen

Dimitrios Grammozis
Dimitrios Grammozis muss seine Mannschaft gut einstellen / Christof Koepsel/GettyImages

Eine Erkenntnis der Hinrunde, die zwischen S04 und den obersten drei Tabellenplätzen steht, ist, dass zu wenig gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte gepunktet wurde. Sowohl gegen die Drittliga-Aufsteiger als auch gegen die unteren Teams wurde zuverlässig gewonnen. Das ist zwar sehr wichtig, aber eben nur die halbe Miete.

Wer sich am Ende der Saison in der Top drei wiederfinden will, der muss sich häufiger auch gegen die direkte Konkurrenz durchsetzen können. Das haben die Knappen bislang zu wenig geschafft.

Schon in den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob sich dieses Blatt nun wenden lässt. Deshalb ist es wichtig, schon jetzt einen Plan bereit zu haben, wie das gelingen soll. Ob gegen Jahn Regensburg, den SC Paderborn oder danach gegen den Karlsruher SC - auch dann müssen Punkte her. Zumal zwischendurch Duelle gegen Mannschaften kommen, die eigentlich auch in der oberen Tabellenhälfte stehen sollten. Etwa Holstein Kiel (Sonntag) oder Fortuna Düsseldorf Mitte Februar.

Gelingt dieser Entwicklungsschritt, wird der Aufstieg ein realistisches Szenario. Wichtig dafür wird sein, dass Schalke mehr Mittel gegen diese Teams hat, als die individuelle Qualität des Kaders.


4. Den Aufstieg als klares Ziel benennen

Einzelne Spieler sprechen immer mal wieder vom Ziel der Bundesliga-Rückkehr, Sportdirektor Schröder erklärte, er wolle frühestmöglich das Maximum erreichen. Doch seitens der Sportlichen Führung nimmt das Wort Aufstieg noch immer keiner prominent in den Mund.

Aber warum eigentlich nicht? Es ist wohl eines der am schlechtesten behütetsten Geheimnisse des deutschen Profi-Fußballs, dass S04 direkt wieder aufsteigen möchte. Eine Fallhöhe oder erhöhten Druck, sollte das auch so klar benannt werden, gibt es also gar nicht.

Schalke wird so oder so am Aufstieg gemessen. Gelingt er, oder braucht es mindestens ein weiteres Jahr in Liga zwei? Dieses so klare Motiv mutig anzusprechen wäre ehrlich und könnte einen weiteren Schub an Motivation freisetzen.


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