WM

'One Love'-Binde: Virgil van Dijk äußert sich zum Rückzieher

Jan Kupitz
Virgil van Dijk mit der FIFA-Binde
Virgil van Dijk mit der FIFA-Binde / BSR Agency/GettyImages
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Virgil van Dijk zählte zu den Kapitänen, die bei der WM 2022 eigentlich die 'One Love'-Binde tragen wollten, ehe man auf Druck der FIFA doch vom Vorhaben abrückte. Nach dem Auftaktspiel der Niederlande sprach der Abwehrchef über die Aktion.


In den vergangenen Tagen hatten die Verantwortlichen mehrerer WM-Teilnehmer groß und breit erklärt, dass ihre Spielführer bei dem Turnier in Katar auf jeden Fall mit der symbolischen 'One Love'-Kapitänsbinde auflaufen werden. Auch eine Strafe würde man dafür in Kauf nehmen, wie beispielsweise DFB-Präsident Bernd Neuendorf getönt hatte.

Kurz vor Beginn des zweiten Turniertags waren diese Ankündigungen aber schon wieder Makulatur. Nationen wie Deutschland, England und die Niederlande verkündeten in einer gemeinschaftlichen Erklärung, dass man nun doch einen Rückzieher mache - weil die FIFA hinter den Kulissen offenbar Drohungen ausgesprochen hatte. "Es war eine klare Drohung gegen uns, weil uns sportliche Sanktionen angedroht wurden. Es war eine beispiellose Machtdemonstration der FIFA. Wir wollen diesen Kampf nicht auf dem Rücken unserer Spieler führen", erklärte Neuendorf.

Von den betroffenen Spielern hatte sich zunächst keiner geäußert - Virgil van Dijk war nach dem niederländischen 2:0-Sieg gegen Senegal der erste Akteur, der zu dem Rückzieher Stellung bezog.

Auf die Frage, ob er nicht darüber nachgedacht habe, die 'One Love'-Binde trotz aller Widerstände zu tragen, antwortete der Liverpool-Star klipp und klar: "Nein! Ich bin ein Spieler, den man nicht mit einer Gelben Karte vorbelastet sehen will. Ich stehe für ein politisches Statement", so der 31-Jährige, "aber ich bin ein Fußballspieler. Ich will diese Turniere spielen!" Damit machte er zugleich klar, wo seine Priorität liegt.

"Die Leute sagen, ich sei ohne Rückgrat. Aber so ist es nicht", verteidigte van Dijk sich. "Wir wollen einfach nur Fußball spielen. Viele Meinungen? Das kann man nicht verhindern. Ich hätte mit der Armbinde gespielt - aber nicht, wenn ich mit Gelb bestraft werde."

Laut Sky-Angaben hätte unter Umständen nicht nur eine Gelbe Karte gedroht, sondern es hätte womöglich auch eine anschließende Spielsperre ausgesprochen werden können.


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