Marcel Schmelzer

Schmelzer mit vernichtendem Urteil über Zeit im DFB-Team: "Freunde hatte ich dort nie"

Dominik Hager
Ungewohntes Bild: Schmelzer im Trikot der deutschen Nationalmannschaft
Ungewohntes Bild: Schmelzer im Trikot der deutschen Nationalmannschaft / Boris Streubel/GettyImages
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Es gibt eine ganze Reihe an Spielern, die in der Nationalmannschaft nie so zum Zuge gekommen sind wie im Verein. Marcel Schmelzer gehörte genau dieser Spezies an. Obwohl der ehemalige Linksverteidiger 367 Spiele für den BVB bestritten hat und in den erfolgreichen Jahren Stammspieler war, brachte er es auf nur 16 Länderspiele und stand keine Minute bei einem großen Turnier auf dem Platz. Nun hat sich der 34-Jährige über seinen schweren Stand im DFB-Team geäußert.


Für die Nationalmannschaft zu spielen, ist einer der größten Kindheitsräume vieler Fußballer. Marcel Schmelzer erinnert sich an seine Nominierungen für das DFB-Team jedoch nicht mit besonders großer Freude. Im Interview auf der Dortmund-Homepage erklärte der Borusse auch, warum. "Freunde hatte ich dort nie", erinnerte er sich und machte dies an Rivalitäten und Bundestrainer Joachim Löw fest.

Schmelzer kritisiert Löw und beklagt Verhältnis zu Konkurrenten

"Da gab es schon Spannungen. Hinzu kam, dass Löw zweimal öffentlich sagte, dass er gezwungenermaßen mit mir arbeite", kritisierte Schmelzer. Eine gute Zeit erlebte der Ex-Spieler demnach nur in der U21 mit dem EM-Gewinn unter Horst Hrubesch: "Das war mega, das hat Spaß gemacht", urteilte der Linksfuß.

Bei der A-Nationalmannschaft habe er sich hingegen "schwergetan" und "unwohl gefühlt". Dies lag vor allem daran, dass er beim BVB ein besseres Verhältnis zu seinen Konkurrenten hatte. "In der Nationalmannschaft wird dir auf eine andere Weise Hallo von deinen Konkurrenten als von den übrigen Spielern gesagt", berichtete er.

Schmelzer über verpasste WM 2014

Den negativen Höhepunkt stellte seine Nichtberücksichtigung für die WM 2014 dar. "So sehr mich das auch belastet hat und so ungerecht ich das damals fand - irgendwann musste ich mich wieder auf Borussia Dortmund konzentrieren", äußerte sich Schmelzer über den verpassten Titel-Gewinn. Anders als bei der Nationalmannschaft war der Außenverteidiger bei den Schwarz-Gelben immer ein sehr geschätzter Spieler, der in der Kabine zunehmend eine Führungsrolle einnahm.

Womöglich ist auch dadurch die Diskrepanz zwischen Schmelzers Leistungen in der Nationalmannschaft und jenen beim BVB zu erklären. Es sei aber auch gesagt, dass Schmelzer individuell nie ein großer Kicker war und sehr vom Dortmunder Kollektiv und der Spielanlage profitiert hat. All das war in der Nationalmannschaft nicht gegeben, wodurch der Kicker folgerichtig an seine Grenzen stieß.


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