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Großrotation bei den Bayern: So schlugen sich die Münchner Youngsters gegen Berlin

Dominik Hager
Jamal Musiala nutzte seine Startelfchance eindrucksvoll. So schlugen sich die anderen Bayern-Youngster.
Jamal Musiala nutzte seine Startelfchance eindrucksvoll. So schlugen sich die anderen Bayern-Youngster. / Pool/Getty Images
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Vor der wichtigen Champions-League-Partie gegen Paris Saint-Germain wollte Bayern-Coach Hansi Flick so wenig Risiken wie möglich eingehen und rotierte kräftig durch. Zum Einsatz kamen daher auch einige jüngere Münchner Spieler, die noch wenig Erfahrung in der Bundesliga besitzen. Nach dem 1:1 gegen Union Berlin wollen wir die Leistungen der Bayern-Youngsters genauer unter die Lupe nehmen

1. Jamal Musiala

Jamal Musiala
FC Bayern Muenchen v 1. FC Union Berlin - Bundesliga / Matthias Hangst/Getty Images

Der 18-Jährige ist zwar bei den Bayern fast schon etabliert, so führen wir ihn aufgrund seiner Jugend trotzdem auf. Das größte Münchner Talent begeisterte mit einem schwungvollen Beginn und war an vielen guten Szenen der Münchner beteiligt. Lediglich im Abschluss blieb Musiala vorerst glücklos. Dies änderte sich jedoch in der zweiten Hälfte, in der der Offensivspieler eigentlich etwas abgetaucht war. So setzte er nach einem Fehler von Marvin Friedrich zu einem kurzen Solo an, bei dem er zwei Berliner Gegenspieler ins Leere laufen lies. Frei vor Torwart Andreas Luthe verwandelte er den Ball cool zum zwischenzeitlichen 1:0. Nur wenige Minuten später musste der Youngster nach einem harten Einsteigen angeschlagen vom Feld. In dieser Form wäre Musiala in Paris sicherlich als Joker von Bedeutung.

2. Josip Stanisic

Grischa Proemel, Josip Stanisic
Pool/Getty Images

Der 21-jährige Defensiv-Allrounder gab sein Bundesliga-Debüt und agierte die vollen 90 Minuten auf der linken Abwehrseite. Dabei erledigte er seinen Job die meiste Zeit über sehr verlässlich. Allerdings war er gegen eher destruktiv agierende Berliner nur selten gefordert. In der Offensive blieb der deutsch-kroatische Youngster eher zurückhaltend und konzentrierte sich auf die Basics. Die größte Gefahr von ihm ging durch Kopfbälle aus. Sein sehr solider Auftritt (92 Prozent Passquote, 70 Prozent Zweikampfquote) wurde nur durch zwei Szenen etwas geschmälert. Der Abwehrspieler verschätzte sich im ersten Spielabschnitt und ermöglichte Bülter eine Kopfballchance. Kurz vor Schluss kam er gegen Ingvartsen etwas zu spät, der den Ausgleich markierte.

3. Tiago Dantas

Tiago Dantas
Adam Pretty/Getty Images

Nach seinem Kurzeinsatz gegen Köln durfte Tiago Dantas immerhin 66 Minuten spielen. Tatsächlich hatte man ab- und an den Eindruck, als würde bei den Münchnern ein Schuljunge mitspielen, zumal der Spanier sehr klein und schmächtig ist. Allerdings präsentierte sich der junge Portugiese gar nicht schlecht und ließ seine technischen Anlagen aufblitzen. Zwar war Dantas nicht unbedingt auffällig, jedoch war ihm sein Bemühen deutlich anzumerken. Körperlich waren ihm schon noch gewisse Defizite anzumerken, wenngleich er sich insgesamt gut verkaufte. Im Sommer holten die Münchner den 20-Jährigen als eine Art Projekt mit dem Ziel, dem begnadeten Fußballer athletisch stärker zu machen. In welche Richtung sich dieses entwickelt und ob die Münchner die Kaufklausel ziehen, lässt sich nach dem Berlin-Match jedoch noch nicht sagen

4. Christopher Scott

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH-UNION BERLIN
ANDREAS GEBERT/Getty Images

Der 18-Jährige wurde für seine zuletzt guten Leistungen bei Bayern II mit einem 24-minütigen Einsatz belohnt. Für den deutschen U19-Nationalspieler blieben die ersten Bundesligaminuten jedoch eher ereignislos. Das Spiel lief die meiste Zeit am jungen Talent vorbei. Insgesamt berührte Scott den Ball lediglich sieben Mal. Seine Zweikampfquote von 50 Prozent und seine Passquote von 80 Prozent sind nicht sonderlich aussagekräftig. Der offensive Mittelfeldspieler wird seinen Weg bei den Bayern aber sicher gehen, weshalb man davon ausgehen kann, dass wir in Zukunft noch mehr von ihm sehen werden.

5. Tanguy Nianzou

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH-UNION BERLIN
ANDREAS GEBERT/Getty Images

Nach seiner zweiten schweren Verletzung in dieser Saison durfte der Neuzugang von Paris Saint-Germain für knapp 20 Minuten aufs Feld. Der junge Franzose konnte jedoch sein Talent noch nicht so ganz abrufen. Die Münchner Abwehr agierte nach seiner Hereinnahme nicht mehr ganz so sicher, was auch am 18-jährigen Innenverteidiger lag. Vor dem 1:1 war dieser zudem nicht gedankenschnell genug und schaffte es nach einem schnell ausgeführten Einwurf nicht mehr, ins Laufduell mit Robert Andrich zu kommen. Der Berliner nutzte seinen Platz und legte für den Torschützen Ingvartsen auf. Nach seiner langen Leidenszeit braucht Nianzou nun aber vor allem Zeit und Geduld.

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