90min

Felix Agu im Werder-Interview über seine Entwicklung, den Agu Song und Quarantäne-Tipps

Nov 19, 2020, 7:10 PM GMT+1
Felix Agu
Felix Agu (21) spricht im Werder-Podcast über seine Quarantäne und gibt hilfreiche Survival-Tipps | DeFodi Images/Getty Images
facebooktwitterreddit

Back in business: Felix Agu darf nach dreiwöchiger Quarantäne endlich wieder gegen den Ball treten. Im vereinseigenen Podcast spricht der Neuzugang des SV Werder Bremen über seine Entwicklung beim VfL Osnabrück sowie den ihm gewidmeten Agu Song und liefert obendrein hilfreiche Quarantäne-Tipps. Kleiner Spoiler: Im Spanischen versteht der 21-Jährige noch immer nur Bahnhof.

Agu (afrikanisch für Löwe): ein Name, der die Disziplin des jungen Osnabrückers mit nigerianischem Vater und deutscher Mutter nur allzu gut widerspiegelt. Über die Jugend des Osnabrücker SC und VfL fightete sich der Linksverteidiger bis zum Stammplatz der lila-weißen Profis. Sein erstes Profi-Tor erzielte der damals 19-Jährige am 22. Dezember 2018 gegen die Würzburger Kickers. Wenig später, am 34. Spieltag gegen den VfR Aalen, trug er mit seinem zweiten Saisontor per Kopfball zum frühzeitigen Aufstieg in die 2. Bundesliga bei. Hier avancierte Agu zum absoluten Leistungsträger.

Felix Agu
10 Jahre trug Felix Agu das lila-weiße Hemd - mit 19 dann der Durchbruch | TF-Images/Getty Images

Aufstieg in Liga zwei, Stammspieler und dann auch noch die Nominierung zur U21-Nationalmannschaft sowie der Transfer zu Werder Bremen. "Ich musste mich häufiger kneifen", beschreibt Agu die ereignisreiche Zeit und seine schnelle Entwicklung. "Man hat als kleiner Junge schon immer davon geträumt irgendwie Fußballprofi zu werden und in die Bundesliga zu kommen, aber als Jugendspieler eines etwas kleineren Vereins hat man so einen Aufstieg erst einmal gar nicht erwartet. Das hätte ich mir so nicht ausmalen können."

Agu Song sorgt für Mannschaftsohrwurm

Angekommen am Osterdeich, fühlte Agu sich schnurstracks wohl. Es sei vor allem der familiäre Umgang im Klub, der eine Eingewöhnung zum Kinderspiel mache. Innerhalb der Mannschaft entwickelte sich der Neuzugang schnell zum Gesprächsthema Nummer eins. Anfang Juni dieses Jahres tauchte ein ihm gewidmeter Song auf YouTube auf. Im Trainingslager geriet dieser in die Hände (oder besser Ohren?) von Leonardo Bittencourt und sprach sich schleunigst herum. Zimmerkompane Tahith Chong schnappte sich die Box und spielte das Lied im Zimmer rauf und runter, verrät Agu.

Den Rapper seines Songs kenne er zwar nicht. Dennoch sei er glücklich und stolz, dass sich jemand die Zeit genommen habe, einen Song über ihn zu schreiben und zu singen. Als Kabinen-DJ darf das Lied dann spätestens nach dem ersten Hattrick im grün-weißen Hemd auch aus den Katakomben des Weserstadions ertönen, lieber Felix!

Agus Quarantäne-Tipps: "Habe auch versucht Spanisch zu lernen"

Auf seinen ersten Einsatz im Fußball-Oberhaus wartet Werders Neuzugang weiter geduldig. Die Verletzung von Ludwig Augustinsson kam aus seiner Sicht eigentlich gerade recht, ehe sich das Coronavirus - wie aus dem Nichts - anschlich. Als einziger Profi des SV Werder infizierte sich der Jungspund mit dem Virus, musste ganze drei Wochen pausieren und hatte dabei gar fünf Tage leichte Symptome. Das Trainerteam und die Kollegen erkundigten sich regelmäßig nach seinem Befinden, ein geliefertes Spinning-Rad sowie Übungen per FaceTime trugen zur Fitness bei und Mama Agu lieferte gar hausgemachte Saucen - extra aus Osnabrück. Ein wenig Zeit, den verpassten Trainingsrückstand aufzuholen, benötige er in den kommenden Tagen dennoch.

"Ich habe ein paar Folgen Narcos geguckt und mir gedacht: 'Spanisch hört sich eigentlich ganz nice an.'"

Felix Agu im Werder-Podcast

Einen Quarantäne-Tipp hat Agu gen Ende des Podcasts dann auch noch parat: "Man muss die Gehirnzellen fordern und nicht nur auf den Bildschirm starren", so Agu, der während seines Komaglotzens auf Netflix das Gefühl bekam, er würde langsam verblöden. "Ich habe dann ein bisschen gelesen und ein, zwei Tage versucht Spanisch zu lernen, aber das war nicht der Rede wert", lächelt er. Der Wunsch, Spanisch zu sprechen, bleibt nach einigen Folgen Narcos aber weiter bestehen. Genauso der Wunsch, zeitnah in der Bundesliga aufzulaufen und sein langfristiger Traum, eines Tages in der Premier League zu kicken.

facebooktwitterreddit