Bayern München

FC Bayern verteidigt Salihamidzic in einem öffentlichen Statement vehement!

Dominik Hager
Herbert Hainer sprach sich in einem Klub-Statement für Hasan Salihamidzic aus.
Herbert Hainer sprach sich in einem Klub-Statement für Hasan Salihamidzic aus. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Der FC Bayern hat sich in einer Pressemitteilung hinter Hasan Salihamidzic gestellt. Der Münchner Sportvorstand ist gerade bei den Fans immer stärker in den Fokus der Kritik geraten. Viele Anhänger sind nicht davon überzeugt, dass der 44-Jährige der richtige Mann für diese wichtige Position ist. Die Bosse scheinen dies jedoch geschlossen anders sehen und schützen Salihamidzic vehement.


Der Konflikt zwischen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic hat in München Spuren der Verwüstung hinterlassen. Zum einen steht der Klub nun ohne Trainer da und zum anderen hegen zahlreiche Fans eine Abneigung gegen den Münchner Sportvorstand.

Nach den turbulenten letzten Wochen bemüht sich der Verein nach außen hin wieder als Einheit aufzutreten. Dies dürfte zumindest ein Grund dafür sein, warum die Münchner den nicht unbedingt üblichen Weg gewählt haben, indem man sich in einem öffentlichen Statement geschlossen hinter Salihamidzic gestellt hat. Zudem will der Klub auch die Fans beruhigen, denen der Abgang von Flick mehrheitlich ein Dorn im Auge ist und den 44-Jährigen als schuldigen dafür ausgemacht haben.

Hainer stellt klar: "Für Angriffe und Hetze gibt es beim FC Bayern keinen Platz"

"Der FC Bayern stellt sich geschlossen und mit Nachdruck gegen Anfeindungen in Richtung Hasan Salihamidžić", verdeutlicht Hainer. "Sachliche Kritik ist selbstverständlich immer zulässig. Persönliche Angriffe und Hetze verurteilen wir allerdings auf das Schärfste - dafür gibt es beim FC Bayern nicht den geringsten Platz,“ setzt er ein klares Statement.

Herbert Hainer, Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeness
Die Verantwortlichen stärken Salihamidzic den Rücken / Alexander Hassenstein/Getty Images

Hiermit hat der Präsident selbstredend recht. Allerdings sind persönliche Angriffe und Hetze im Fußball ein viel umfassenderes Problem und betreffen nicht nur den Sportvorstand des FC Bayern. Wer sich in den Sozialen Medien umsieht, wird erkennen, dass viele einfach nicht von den Qualitäten des Sportchefs überzeugt sind ohne dabei vulgär zu werden. Die Vorwürfe richten sich immer wieder an seine Kaderplanung, sein wenig überzeugendes öffentliches Auftreten und mangelnde Kommunikationskompetenzen. Seine Rolle bei den Abgängen von Flick und Boateng haben seinem Image zudem geschadet.

Umfrage und Petition machen deutlich: Salihamidzic genießt kein Vertrauen bei den Fans

In einer Fan-Umfrage der Bild stellten sich 94 Prozent hinter Hansi Flick und nur 6 Prozent hinter Salihamidzic. Zahlen die ganz gut zeigen, dass es sich nicht nur um eine Hetzjagd auf den Bosnier handelt. Vielmehr machen sich zahlreiche Anhänger Sorgen um die Zukunft des Vereins. Wie das mehrheitliche Bild in München aussieht zeigt auch eine Fan-Petition mit dem Namen "Pro Hansi Flick, Brazzo Raus Gruppierung".

"Als Fans, Mitglieder, Fan Clubs und Supporter des Vereins, finden wir es inakzeptabel, wie mit dem weltbesten Trainer umgegangen wird! Er hat in einer schwierigen Situation die Position als Cheftrainer übernommen und das Maximum aus der Mannschaft geholt", erklärt die Gruppierung und fordert demnach Slihamidzic zum Rücktritt auf.

"Wir würden es begrüßen, wenn Hasan Salihamidzic eigenständig seinen sofortigen Rücktritt als Sportvorstand verkündet!", so die Forderung. "Falls dies nicht eintreten sollte fordern wir den Aufsichtsrat der FC Bayern München AG dazu auf, ihn seiner Ämter zu entheben und ihn aus dem Vorstand abzuberufen", führt die Initiative weiterhin aus. Als Grund wird angegeben, dass Salihhamidzic "seinen Job nicht kompetent und Bayern würdig ausübt".

Bis Donnerstagmittag unterschrieben insgesamt knapp 67.000 Anhänger die Petition.

Hainer erläutert Konfliktpotenzial: "Jede Medaille hat zwei Seiten"

All das dürfte mit ein Grund sein, warum die Münchner ein öffentliches Statement abgegeben haben. Herbert Hainer versuchte hierbei, mit klaren Worten die Fans zu besänftigen, indem er die Gesamtsituation des Klubs beschreibt.

"Jede Medaille hat zwei Seiten“, erläuterte Hainer: "Wir alle, auch ich, haben uns über die tollen Leistungen der Mannschaft und den hervorragenden Fußball der vergangenen 18 Monate gefreut, und wir verstehen, dass sich ein Trainer einen Kader mit am liebsten 30 Top-Stars wünscht - das geht uns ja allen so. Aber wir haben Corona, wir müssen mit einem Umsatzverlust von rund 150 Millionen Euro kalkulieren", erklärt er den Mitgliedern und Fans.

Hans-Dieter Flick, Hasan Salihamidzic
Bei Transfer nur selten eine Meinung: Trainer Hansi Flick und Sportdirektor Hasan Salihamidzic / Martin Rose/Getty Images

Hainer geht im Anschluss weiter auf die Rolle des Sportdirektors ein und stellt die Sicht aus der Position beider Parteien dar. Die Aufgabe eines Sportvorstands sei, neben den sportlichen Aspekten, auch die wirtschaftlichen zu berücksichtigen. "Es ist im Grunde systemimmanent, dass ein Trainer mehr den kurzfristigen Erfolg im Blick hat, und ein Sportvorstand auch mittel- bis langfristig kalkulieren muss", vergleicht der Münchner Präsident.

Hainer verspricht: "Treffen alle Entscheidungen gemeinsam"

Die eher konservative Transferpolitik und die Nichterfüllung mehrerer Wunschtransfers von Hansi Flick wird als eines der Hauptauslöser des Konfliktes betrachtet. Dieser hatte zudem bemängelt, dass er vom Klub kaum in die Planungen miteinbezogen wurde. Hainer spricht sich jedoch für eine gemeinsame Zusammenarbeit aus, mit der man die Ziele erreichen will.


"Wir treffen alle Entscheidungen gemeinsam, auch bei der Zusammenstellung des Kaders. Und wir werden auch gemeinsam dafür sorgen, dass es bei uns a) wieder ruhiger wird und wir b) auch in Zukunft unsere Erfolgsgeschichte weiterschreiben werden,“ verspricht er.


Es ist anzunehmen, dass er mit "Wir" auch den Trainer meint. Ob dies allerdings wirklich glaubhaft ist, steht auf einem anderen Stern. Zuletzt bekräftigte Ex-Trainer Niko Kovac froh zu sein, in Monaco in die Transferplanungen einbezogen zu sein, dies jedoch in Münchnern etwas anders aussehe.

Bayern und Salihamidzic vor gemeinsamer Zukunft: Kann das gut gehen?

Mit dem öffentlichen Statement dürfte nun klar sein, dass der Verein definitiv mit Salihamidzic weitermachen will. Anderenfalls hätte es dieses niemals gegeben. Bleibt nur die Frage, ob man dabei auf das richtige Pferd setzt.

Miroslav Klose
Miroslav Klose soll ebenfalls vor dem Abschied stehen. / Handout/Getty Images

Vor allem die Aussagen von Klose, der sich über mangelnde Kommunikation beschwerte, machen auch klar, dass in München einiges schief läuft und nicht die Harmonie herrscht, die Hainer heraufbeschwört. Angaben des kicker zufolge soll neben Klose auch Gerland überlegen, den Klub zu verlassen. Ein Abschied des "Tigers" ein Jahr vor Vertragsende hätte schon eine Aussagekraft. Ob all das jetzt nur an Salihamidzic festzumachen ist, kann man natürlich nicht klar sagen, jedoch hat er mutmaßlich schon gewisse Aktien daran.

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