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Mehr Mia san Mia: Was Nagelsmann beim FC Bayern verändert hat

Dominik Hager
Julian Nagelsmann hat sich während seiner Bayern-Zeit verändert
Julian Nagelsmann hat sich während seiner Bayern-Zeit verändert / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Der FC Bayern erstrahlt in der laufenden Saison in neuem Glanze. Dies liegt mitunter auch an der 2.0-Version von Julian Nagelsmann. Nach der mäßigen vergangenen Saison stand beim FCB vieles auf dem Prüfstand und auch der Trainer wurde hinterfragt bzw. hinterfragte sich selbst. Der Coach hat einige Veränderungen vorgenommen, die sich Stand jetzt absolut auszahlen.


Nach dem erfolgreichen Pokal-Spiel gegen Vikoria Köln geriet Julian Nagelsmann ins Schwärmen und merkte an, dass die aktuelle Bayern-Truppe im positiven Sinne nur noch wenig mit der der vergangenen Rückrunde gemeinsam hat. Dass dies der Fall ist, liegt jedoch größtenteils nicht an neuen Spielern oder anderen Zielen, sondern am veränderten Nagelsmann-Konzept.

Weniger Gegner-Taktik und bewährte Spielformen: Nagelsmann macht es seinen Spielern leichter

Der Bayern-Coach, der seine Spieler in der Vorsaison taktisch zum Teil ein wenig überfordert hat, geht die Dinge nun einfacher an. Nagelsmann vertraut nun mehr auf eingespielte Taktiken und im Training auf bewährte Übungsformen. Diese sind mitunter zwar immer noch kompliziert, jedoch müssen die Kicker nicht mehr so viel neue Informationen in kurzer Zeit aufnehmen.

In den bisherigen Pflichtspielen vertraute er bislang stets auf ein 4-2-2-2-System und nahm taktisch nur leichte Veränderungen vor. Ein wichtiger Unterschied zur Vorsaison ist auch, dass Nagelsmann seine Analysen kürzer hält und sich weniger auf die Eigenheiten der Gegner konzentriert. Statt 13 bis 15 Gegner-Szenen werden laut Sportbild-Angaben nur noch fünf bis acht gezeigt.

Das eigene Mia-san-Mia-Gefühl und Selbstverständnis soll wieder eine größere Rolle einnehmen. Als großer FC Bayern ist man eben der Klub, auf den andere schauen müssen und nicht umgekehrt.

Konkurrenzkampf läuft heiß: Wie lange erhält Nagelsmann den Bayern-Frieden?

Derzeit herrscht zufolge des Sportbild-Berichts bei den Spielern vollste Zufriedenheit. Wie lange der Friede anhält ist jedoch nicht gewiss. Aktuell befinden sich insbesondere in der Offensive zahlreiche Spieler in Top-Form. Mané, Musiala, Müller, Coman, Gnabry und Sané sind allesamt super drauf und selbst der junge Tel konnte gegen Viktoria Köln erste Highlights setzen. Auch im zentralen Mittelfeld wird die Luft dünner, nachdem Comebacker Leon Goretzka und Ryan Gravenberch mit jeweils einem Tor in Köln Druck auf Sabitzer ausüben konnten.

"Dass die Stimmung positiv bleibt, ist nicht ganz so einfach", muss sich auch Julian Nagelsmann eingestehen. Nun wolle er die Spieler daran gewöhnen, dass Auszeiten "die Normalität" sind.

Derzeit hilft dem Coach, dass es keine großen Egos im Team gibt und sich alle Stars dem Mannschaftsgedanken unterordnen (Stichwort: Lewandowski). Trotzdem muss er als Kommunikator und Moderator schwierige Entscheidungen richtig vermitteln und ein Wir-Gefühl entstehen lassen. Dann könnte es in diesem Jahr auch mit dem ein oder anderen Titel mehr klappen.


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