Frauen-EM

Europameisterschaft der Frauen: Alle bisherigen Gewinner

Jan Kupitz
Die Deutschen sind Rekord-Europameisterinnen
Die Deutschen sind Rekord-Europameisterinnen / JONATHAN NACKSTRAND/GettyImages
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Die UEFA Europameisterschaft der Frauen - auch bekannt als "Women's Euros" - wird 2022 zum 13. Mal in England ausgetragen.

Ursprünglich sollte sie 2021 stattfinden, aber die Verzögerungen durch die Covid-19-Pandemie haben dazu geführt, dass der Wettbewerb verschoben werden musste.

Als er 1984 ins Leben gerufen wurde, trug er noch den Namen "Europäischer Wettbewerb für Frauenfußball". Dieser Name wurde für die nächsten beiden Turniere in den restlichen 1980er Jahren beibehalten, bevor er 1993 zur UEFA-Frauenmeisterschaft wurde.

Im Jahr 2005, als die Endrunde zum letzten Mal in England ausgetragen wurde, wurde zum ersten Mal der verkürzte und schmissigere Name verwendet, den wir heute besser kennen, um eine Annäherung an das Äquivalent der Männer zu erreichen.

Seit 1984, als nur vier Nationen ein Mini-Turnier mit einem Gastgeberland bestritten, hat die EURO einen langen Weg zurückgelegt und ist zu einem wichtigen Bestandteil des internationalen Frauenfußball-Kalenders geworden.

Ab der zweiten Auflage 1987 wählte die UEFA die Gastgeber aus, während die Zahl der Mannschaften 1997 auf acht, 2009 auf zwölf und zuletzt 2017 auf 16 erhöht wurde.

Hier ein Blick zurück auf alle bisherigen Gewinner:

1. Schweden - 1984

Schweden wurde 1984 der erste Frauenfußball-Europameister, als es im Finale England im Elfmeterschießen besiegte, nachdem es in den Hin- und Rückspielen jeweils 1:1 gestanden hatte.

Die legendäre Spielerin Pia Sundhage, die in jüngster Zeit auch als Trainerin weltweite Anerkennung gefunden hat, traf in vier Spielen viermal - darunter beide schwedischen Tore im Halbfinal-Rückspiel gegen Italien.

2. Norwegen - 1987

Drei Jahre nach der ersten Frauen-EM war Norwegen die erste Nation, die ein solches Turnier ausrichtete, den Titel im eigenen Land holte und damit ihren Status als eine der ersten internationalen Supermächte unterstrich.

Es waren zwar immer noch nur vier Mannschaften beteiligt, aber die Hin- und Rückspiele des vorherigen Wettbewerbs wurden abgeschafft. Die Norweger schlugen im Halbfinale Italien und setzten sich anschließend gegen den amtierenden Champion und Nachbarn Schweden durch.

3. Deutschland - 1989

Kurz vor der nationalen Wiedervereinigung begann die Dominanz Deutschlands im europäischen Frauenfußball bereits 1989, als es bei seiner ersten Teilnahme an dem noch jungen Turnier seinen ersten kontinentalen Titel holte.

Die deutsche Mannschaft konnte sich im Halbfinale gegen ein starkes italienisches Team im Elfmeterschießen durchsetzen und gewann das Finale in Osnabrück gegen Norwegen, den Weltmeister von 1987, weitaus deutlicher mit 4:1.

4. Deutschland - 1991

1991 gewannen die Deutschen erneut den EM-Titel, als das Turnier nach Dänemark verlegt wurde. Wie schon 1989 schlugen sie Italien im Halbfinale und setzten sich im Finale zum zweiten Mal in Folge gegen Norwegen durch.

Doch Deutschland konnte diese kontinentale Dominanz nicht auf die internationale Bühne übertragen und scheiterte einige Monate später im Halbfinale der ersten Frauen-Weltmeisterschaft in China an den Vereinigten Staaten.

5. Norwegen - 1993

Bei der EM 1993 in Italien gelang es Norwegen, nach zwei Finalniederlagen in Folge den zweiten EM-Titel zu gewinnen.

Italien schaltete Deutschland in der Runde der letzten Vier aus und nahm damit selbst Revanche, doch die von Hege Riise angeführte norwegische Mannschaft war im Finale zu stark. Zwei Jahre später gewannen Riise und Norwegen auch die Weltmeisterschaft.

6. Deutschland - 1995

1995 wurde kurzzeitig auf ein Gastgeberland verzichtet und zu Heim- und Auswärtsspielen über einen längeren Zeitraum hinweg zurückgekehrt - das erste Spiel fand sogar vier Monate vor dem Finale statt.

Deutschland setzte sich erneut durch, und die junge Birgit Prinz begann, dem internationalen Fußball ihren Stempel aufzudrücken. Das Endspiel gegen Schweden war jedoch eine knappe Angelegenheit, bei der die Deutschen in der Schlussphase einen Fünf-Tore-Krimi für sich entscheiden konnten.

7. Deutschland - 1997

Bei der Frauen-EM 1997 verdoppelte sich die Teilnehmerzahl, da erstmals acht Mannschaften an der Endrunde teilnahmen, darunter auch Frankreich und Spanien, die zum ersten Mal dabei waren. Dies war auch die Geburtsstunde der Gruppenphase.

Deutschland holte sich zum zweiten Mal in Folge und zum vierten Mal insgesamt den Titel, obwohl es nur eines seiner drei Gruppenspiele gewann. Im Finale in Oslo besiegten sie Italien und beendeten damit die goldene Ära der Italiener in den 1980er und 1990er Jahren.

8. Deutschland - 2001

Im Jahr 2001 gelang Deutschland ein Hattrick, und das im eigenen Land. Nach einem Sieg in der Gruppenphase musste man sich im Halbfinale gegen Norwegen durchsetzen und besiegte dann im Finale Schweden durch ein Golden Goal.

Für Schwedinnen war es die vierte Finalteilnahme in acht Turnieren, aber die dritte Niederlage nach dem Triumph von 1984.

9. Deutschland - 2005

Die deutsche Siegesserie setzte sich 2005 fort, als England zum ersten Mal Gastgeber des Turniers war - ein vierter Titel in Folge und der sechste insgesamt für das DFB-Team. Das Finale war eine Wiederholung der Spiele von 1989 und 1991 gegen Norwegen.

Der Triumph bei der Europameisterschaft folgte auf den WM-Triumph von 2003, was bedeutete, dass Deutschland gleichzeitig den kontinentalen und den globalen Titel innehatte.

10. Deutschland - 2009

Deutschland sicherte sich 2009 den fünften EM-Titel in Folge, als es England in einem einseitigen Finale in Helsinki mit 6:2 besiegte. Für die Lionesses war es das erste Finale seit der ersten Teilnahme 1984.

Zwei Jahre zuvor hatte sich Deutschland ebenfalls den WM-Titel gesichert und damit seine weltweite Dominanz im internationalen Frauenfußball unterstrichen. Aber das war noch nicht alles...

11. Deutschland - 2013

An den Turnieren 2009 und 2013 nahmen jeweils zwölf Mannschaften teil, wobei das letztgenannte Turnier in Schweden stattfand, wo Deutschland den unglaublichen sechsten Europameistertitel in Folge und den achten insgesamt errang.

Die deutsche Mannschaft konnte ihre Gruppe nicht als Sieger beenden, da sie in ihrem letzten Spiel eine überraschende Niederlage gegen Norwegen hinnehmen musste. Doch drei 1:0-Siege in Folge in der K.-o.-Phase, darunter die Revanche gegen Norwegen im Finale, sicherten die Trophäe.

12. Niederlande - 2017

Die EM 2017 war die größte, die es je gegeben hat. Die Niederlande waren ein würdiger und leidenschaftlicher Gastgeber, der belohnt wurde, als eine aufstrebende goldene Generation niederländischer Spieler zum ersten Mal eine internationale Trophäe gewann.

Im erweiterten Format gaben Schottland, die Schweiz, Österreich, Belgien und Portugal ihr EM-Debüt, während Deutschland in der Runde der letzten Acht gegen den späteren Vize-Champion Dänemark ausschied.


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