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Werben um Camavinga wird konkreter: Warum der FC Bayern das Risiko eingehen sollte

Dominik Hager
Eduardo Camavinga gehört zu den größten Talenten in Europa.
Eduardo Camavinga gehört zu den größten Talenten in Europa. / John Berry/Getty Images
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Auf der Suche nach einem zentralen Mittelfeldspieler haben die Bayern mit Eduardo Camavinga ein Talent der obersten Kategorie im Visier. Der 18-jährige Franzose ist bereits jetzt Stammspieler und Leistungsträger bei Stade Rennes und wird von zahlreichen Top-Klubs aus ganz Europa gejagt. Einem Bericht von France Football zufolge ist das Interesse der Münchner stärker denn je.


Einen zentralen Mittelfeldspieler zu finden, der die Lücke hinter Kimmich und Goretzka schließen kann, gilt als oberstes Transferziel der Münchner Verantwortlichen. Bislang wurden mit Florian Neuhaus, Maximilian Arnold und Eduardo Camavinga drei Spieler mit den Münchnern in Verbindung gebracht. Aus dem Trio ist jedoch ein Duo geworden, zumal sich Arnold für eine Vertragsverlängerung in Wolfsburg entschieden hat.

Lange Zeit schien die Führungsetage Florian Neuhaus als erstes Objekt der Begierde ausfindig gemacht zu haben. Zuletzt ist es um den 24-Jährigen jedoch ruhig geworden, was auch an dessen etwas nachlassenden Leistungen bei den Fohlen liegen könnte. Das Preisschild in Höhe von 45 Millionen dürfte den Bossen immer mehr ein Dorn im Auge sein.

FC Bayern möchte Camavigna unter Vertrag nehmen: Kostet der Youngster 40 Millionen Euro?

Konsequenterweise ist nun Eduardo Camavinga, der dritte im Bunde, wieder näher in den Fokus gerückt. Laut France Football sind die Bayern fest entschlossen, Real Madrid im Transferpoker auszustechen und den Vertrag mit dem Youngster fix zu machen. Etwas überraschend käme das schon, zumal die Bayern in Bezug auf den jungen Franzosen zwar immer wieder genannt wurden, die Sache aber nie wirklich konkret schien. Nach dem Transfer von Dayot Upamecano rief man in München zudem Sparmaßnahmen aus. Dies könnte sich allerdings nun ändern.

Eduardo Camavinga, Moreto Cassama
John Berry/Getty Images

Noch hat Camavinga bis 2022 Vertrag, was allerdings auch bedeutet, dass die Ablösesumme nicht gigantisch hoch wäre. Zwar sprechen wir dennoch von etwa 35-40 Millionen, jedoch gehört er auch zu den größten Talenten, die der Fußball zu bieten hat. Das finanzielle Risiko könnte so durch die enormen Chancen und einer fast schon garantierten Marktwertsteigerung aufgefangen werden.

Mit seinen 18 Jahren ist Camavinga bereits jetzt extrem komplett. Der französische Nationalspieler besticht durch seine Eleganz am Ball, ein gutes Spielverständnis und effektive Defensiv-Tacklings. Trotz seiner Jugend macht er nur wenige Fehler und wirkt sehr reif auf dem Platz. Demnach gehört er definitiv zu den Spielern, die zu den besten Mittelfeld-Akteuren der nächsten 10-15 Jahre heranreifen können.

Wird Camavigna die dringend benötigte Ergänzung zu Kimmich und Goretzka?

Bedarf hätten die Bayern definitiv, zumal abgesehen von Kimmich und Goretzka kein Mittelfeldspieler zur Verfügung steht, der den Ansprüchen genügt. Im kommenden Jahr wird man nicht mehr auf die Dienste von David Alaba und Javi Martinez setzen können. Hinter dem häufig verletzten Tolisso und den kaum berücksichtigten Roca steht ebenfalls ein Fragezeichen.

Camavinga könnte dem Verein sofort weiterhelfen, wenngleich er sich hinter dem Stamm-Duo einreihen müsste. Die große Frage wird sein, ob der Youngster hierfür bereit ist. Aufgrund seiner Ankündigung, Rennes in diesem oder nächsten Sommer verlassen zu wollen, ist dies aber wohl der Fall. Andere Spitzenklubs wie Real Madrid oder der FC Barcelona werden ihm auch keinen Stammplatz garantieren können. Angesichts des gewaltigen Schuldenberges wäre eine Verpflichtung aber ohnehin eher eine Farce. Auszuschließen ist jedoch auch ein Wechsel nach England nicht, zumal sein Berater verlauten ließ, dass er ihm die Premier League bereits zutraut.

Mut zum Risiko: Bayern sollten Camavinga verpflichten

Das Szenario "Camavinga zu den Bayern" kann in Summe durchaus als realistisch eingestuft werden. Dafür spricht auch, dass dieser auf eine ganze Reihe an Landsleuten treffen würde, die ihm die Eingewöhnungszeit erleichtern könnten. Die Bayern sollten, insofern finanziell realisierbar, so schnell es geht Nägel mit Köpfen machen und notfalls Spieler wie Tolisso oder Roca verkaufen.

Schließlich besteht nur selten die Gelegenheit, ein Mega-Talent wie den jungen Franzosen an die Isar zu holen. Vermutlich wäre Florian Neuhaus zwar die größere Soforthilfe, jedoch ist das Potenzial von Camavinga noch mal ein Stück größer. Die Bayern sollten sich von der Angst lösen, sich einen zweiten Renato Sanches ins Haus zu holen und auf das Risiko setzen, einen Unterschiedsspieler zu bekommen.

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