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Belgien: Die beste Aufstellung bei der WM 2022

Dominik Hager
Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku wollen Belgien zum WM-Titel schießen
Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku wollen Belgien zum WM-Titel schießen / FRANCK FIFE/GettyImages
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Belgien befindet sich im Herbst einer goldenen Generation. Unser kleines Nachbarland gehörte bei den letzten großen Turnieren stets zu den Top-Favoriten, musste aber in den entscheidenden K.o.-Spielen immer wieder den Kürzeren ziehen. Die WM 2022 ist vielleicht die letzte Möglichkeit für die Belgier, die in der Weltrangliste immerhin auf Rang zwei stehen, einen großen Titel einzufahren.


Verglichen zu den Nachbarstaaten Deutschland, Frankreich und die Niederlande ist Belgien fußball-historisch eigentlich nur ein kleines Licht. In den letzten drei, vier großen Turnieren gehörte man dann plötzlich zu den Favoriten, scheiterte vielleicht aber auch ein wenig an der großen Erwartungshaltung. Nun steht der Zeiger für Belgien auf fünf vor zwölf.

Stars wie Lukaku und De Bruyne sind um die 30 Jahre alt, während andere Spieler in den 30ern wie Eden Hazard an Klasse verloren haben und Leader Vincent Kompany seine Karriere inzwischen beendet hat. Für Katar muss man das Team aber trotzdem auf dem Zettel haben.


Die potentielle Belgien-Aufstellung bei der WM 2022

Courtois - Alderweireld, Vertonghen, Boyata - Carrasco, Witsel, Tielemans, Castagne - De Bruyne, Lukaku, E. Hazard

Im Tor ist Real-Keeper und Champions-League-Final-Held Courtois natürlich absolut gesetzt. In der Abwehr sind die Positionskämpfe hingegen spannender. Die alten Haudegen Alderweireld und Verthongen werden wohl gesetzt sein, auch wenn insbesondere Verthongen seine besten Zeiten hinter sich hat. Um den dritten Platz in der traditionellen Dreierkette kämpfen Boyata und Theate. Selbst wenn der Hertha-Verteidiger im Klub zuletzt schwankende Leistungen zeigte, überzeugte er für Belgien meist und agierte teilweise sogar als Abwehrchef. Demnach dürfte er die Nase vor dem 22-jährigen Theate haben, der aber zumindest ein wenig Jugend und Tempo in die Kette bringen würde.

Im zentralen Mittelfeld ist die Sachlage auch klar. Witsel und Tielemans sind unangefochten und ergänzen sich auf dem Platz in der Regel auch gut. Leander Dendoncker lauert dahinter auf seine Chance. Als linker Schienenspieler agiert seit Jahren Atlético-Spieler Carrasco, der sicherlich auch bei der WM gesetzt ist. Thorgan Hazard ist sein Ersatz. Auf der rechten Seite wird Leicester-Star Castagne erwartet.

Das belgische Prunkstück ist selbstredend die Offensive. Hier sind die Big-Names Lukaku und De Bruyne absolut gesetzt. Eden Hazard muss zeigen, dass er mehr drauf hat, als er in den letzten Jahren abrufen konnte. Ansonsten muss er sich der Konkurrenz mit Bruder Thorgan sowie Mertens, de Ketelaere und Trossard stellen.


Die Stärken des belgischen Teams:

Im Vergleich zu den letzten Turnieren hat Belgien angesichts des gealterten Kaders nicht mehr die ganz große Favoritenrolle inne. Dies könnte helfen, da der öffentliche Druck geringer ist. Erfahrung ist bei den Belgiern natürlich vorhanden, da die meisten Spieler sowohl im Verein als auch im Nationalteam schon einige wichtige Spiele absolviert haben. Ein paar gute Talente sind ebenfalls vorhanden. Die größte Stärke des Teams liegt aber natürlich in den großartigen Einzelspielern wie Torhüter Courtois und die Offensiv-Könner De Bruyne und Hazard. Die Tatsache, dass die WM 2022 die letzte Chance auf einen großen Titel sein könnte, dürfte das Team zusätzlich anstacheln.


Die Schwächen des belgischen Teams

Viele Spieler hatten keine gute Saison oder werden alt und weniger effizient. Zu nennen wären Mertens, die Hazard-Brüder oder Witsel. Im internationalen Vergleich ist auch die Verteidigung wirklich schwach. Alderweireld und Vertonghen sind in die Jahre gekommen und ein wenig zu langsam, um auf Top-Niveau mithalten zu können.

Eine weitere Schwäche ist die Bank. Es gibt keine wichtigen Spieler, die von der Bank kommen können. Sollte sich ein Top-Star wie De Bruyne verletzen, wird es schnell zappenduster. Andere Top-Teams wie Brasilien, Spanien oder Frankreich haben eine viel ausgeglichenere Startelf und einen deutlich tiefer besetzten Kader.


Die Stars im Team: Kevin De Bruyne und Thibaut Courtois

Mit Kevin De Bruyne und Thibaut Courtois hat man zwei absolute Weltstars im Team, die mit großer Sicherheit auch bei der Ballon d‘Or-Vergabe unter den Top-10 landen werden. Courtois ist derzeit vielleicht sogar der beste Keeper der Welt und hat im Champions-League-Finale gezeigt, dass er ein Spiel praktisch im Alleingang entscheiden kann. De Bruyne ist der beste Zehner der Welt und mit seiner Technik, Torgefahr und Kreativität der Kopf bei Manchester City und im Nationalteam.


Der Shootingstar im Team: Charles de Ketelaere

Charles de Ketelaere ist ein junger, hochtalentierter Spieler, der definitiv für Furore sorgen könnte. Der 21-Jährige konnte für den FC Brügge in der abgelaufenen Saison 18 Tore erzielen und zehn vorbereiten. Mit seinen herausragenden Leistungen hat sich der große, technisch starke und torgefährliche Offensiv-Allrounder bei internationalen Top-Klubs ins Gespräch gebracht. Besonders heiß gilt die Spur zum Serie-A-Champion AC Mailand. Die Rossoneri sollten besser jetzt zuschlagen, ehe der Youngster bei der WM explorieren könnte.


Die Erwartungen an Belgien

Unsere 90min-Kollegen aus Belgien sagen: "Es gibt keine wirklichen Erwartungen. Alle bisherigen Wettbewerbe wurden von den Belgiern aufgrund des Potenzials im Team mit Spannung erwartet. Wir denken, dass sie das Viertelfinale erreichen können, aber der Weg dorthin wird schwierig sein."

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