Der erste Spieltag der WM-Endrunde 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist vorbei und hat zahlreiche wunderschöne WM-Momente geliefert. Wir haben die bemerkenswertesten Momente für euch zusammengetragen und nach Gruppen sortiert.
Die besondersten WM-Momente des 1. Spieltags
Gruppe A: Fan-Freundschaft zwischen Mexiko und Südkorea
In Gruppe A war neben dem Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südkorea vor allem das gemeinsame ausgelassene Feiern verschiedener Fangruppierungen einer der besonderen Momente der bisherigen Weltmeisterschaft.
Während südkoreanische Fans zum Beispiel die mexikanische Flagge schwenkten, mit Sombreros gekleidet und in einem Fan-Meer in die Luft geworfen wurden, tauchten beim Spiel der Südkoreaner plötzlich auch massenhaft mexikanische Fans auf, die die Asiaten lautstark anfeuerten. Hier ist definitiv eine Fan-Freundschaft für die Ewigkeit entstanden.
Gruppe B: Katars Last-Minute-Ausgleich
In Gruppe B kam die Schweiz gegen den Underdog aus Katar nicht über ein Unentschieden hinaus, was durchaus überraschend kam. Die Schweizer gehören zu den Mannschaften, denen man stets eine Turnierüberraschung zutraut. Doch in der 90. Minute plus vier kassierten die Eidgenossen den späten Ausgleichstreffer, nachdem Breel Embolo die Nati in der 17. Minute in Führung geschossen hatte.

Aus Schweizer Sicht war der HSV-Star Miro Muheim der große Pechvogel, der letztlich als Eigentorschütze in die Statistik einging. Für Katar bedeutete das Unentschieden den ersten Punktgewinn bei einer Weltmeisterschaft.
Dass die unbändige Freude der Wüstenkicker und der im Stadion anwesenden Fans nach diesem Treffer auch am TV-Gerät spürbar war, ist kaum verwunderlich.
Gruppe C: Schottische Fans sorgen für Gänsehaut
Bereits vor dem ersten Gruppenspiel der Bravehearts gegen Haiti war deutlich, dass die schottischen Fans bei dieser WM mächtig Stimmung machen würden. Riesige Fanmärsche, teils in Schottenrock und mit Dudelsack ausgestattet, zogen durch die Straßen und hinterließen beeindruckende Bilder. Doch die Krone setzten die schottischen Fans ihrem WM-Comeback kurz vor Anpfiff auf.
Als vor Anstoß die schottische Nationalhymne im Stadion ertönte, schallten tausende Stimmen lautstark mit und sangen "Flower of Scotland” mit großer Inbrunst.
Die Tartan Army musste lange auf diesen Moment warten, denn Schottland ist erstmals seit 1998 wieder bei einer WM-Endrunde vertreten und es wirkte als müsse diese aufgestaute Energie in eben diesem Moment aus den Lungen gebrüllt werden. Beeindruckender Nationalstolz und eine enorme Liebe für den Fußball!
Gruppe D: Balogun wird zum US-Helden - Beach bringt Türken zur Verzweiflung
Mit dem überraschend deutlichen 4:1-Sieg über Paraguay konnten die USA einen gelungenen Auftakt in die Heim-WM feiern und sich damit am ersten Spieltag an die Spitze der Gruppe D setzen. Gefeierter Held des Spiels war Stürmer Folarin Balogun von der AS Monaco.

Der 24-Jährige avancierte mit einem Doppelpack zum Matchwinner und führte die US-Boys mit den Treffern zum zwischenzeitlichen 2:0 und 3:0 noch vor dem Halbzeitpfiff auf die Siegerstraße. Die Vorlagen dazu lieferten der ehemalige BVB-Star Christian Pulisic sowie Malik Tilmann von Bayer 04 Leverkusen bei. Der Gladbacher Giovanni Reyna setzte mit seinem Treffer zum 4:1 den Schlusspunkt.
In Gruppe D gab es jedoch noch einen weiteren ganz besonderen WM-Moment. Australiens Nationaltorwart Patrick Beach brachte die Türken reihenweise zur Verzweiflung und war damit einer der entscheidenden Faktoren für den überraschenden 2:0-Sieg der Socceroos.

Der australische Nationalkeeper lieferte ganze acht Paraden ab und zeigte sich als unüberwindbare Mauer zwischen den Pfosten der Außenseiter. Im Anschluss wurde er von seinen Teamkollegen und den australischen Fans gefeiert. "Er war heute zur Stelle und hat der Welt gezeigt, was er draufhat", fiel das Lob von Ex-FC Bayern-Spieler Nestory Irankunda für den Schlussmann aus.
Mit seinem sehenswerten Treffer zum 1:0 avancierte Irankunda ebenfalls zu einem der australischen Helden an Spieltag eins. Den Schlusspunkt zum 2:0 erzielte schließlich Connor Metcalfe vom FC St. Pauli.
Gruppe E: DFB-Stars beten mit Spielern von Curaçao
Das WM-Auftaktspiel der DFB-Auswahl gegen den Fußballzwerg aus Curaçao hatte durchaus mehrere Höhepunkte zu bieten: Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann kam zu einem ungefährdeten 7:1-Sieg, bei dem der kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten sogar zu seinem umjubelten Ehrentreffer kam und die deutsche Nationalmannschaft zwischenzeitlich mit dem Ausgleich schockte. Einen noch beeindruckenderen Moment gab es aber nach dem Schlusspfiff.

Nach Spielende fanden sich die DFB-Stars Felix Nmecha (Borussia Dortmund) und Jonathan Tah (FC Bayern München) mit Spielern Curaçaos im Mittelkreis zum gemeinsamen Gebet wieder. Ein Moment, der zeigte: In den Farben getrennt, im Glauben vereint. "Wir sind im Spiel Gegner, nach dem Spiel sind wir alle Christen. Wir sind Brüder“, sagte Nmecha nach dem Spiel in einem Interview. Ein beeindruckender Moment.
Gruppe F: Japanische Fans reinigen nach Abpfiff die Tribüne - Niederlande nimmt Texas ein
Nach großem Kampf kam Japan in seinem ersten Gruppenspiel gegen die Niederlande am Ende noch zu einem verdienten Punktgewinn. Den späten Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielte dabei der ehemalige Frankfurter Daichi Kamada und sicherte den Asiaten einen Punkt gegen die Niederlande. Volle Punktzahl erhielten jedoch erneut die japanischen Fans auf der Tribüne.
Nach dem Schlusspfiff machten sie sich nicht etwa auf die Socken, um schnellstmöglich aus dem Stadion zu kommen, sondern begannen, die Tribüne von Müll zu befreien. Das war einer der bemerkenswertesten Momente des ersten Spieltags, doch für Japans Fans keineswegs eine einmalige Aktion. Sie machen das regelmäßig nach Spielen.
Doch auch die Fans der Niederlande hatten bereits ordentlich Eindruck hinterlassen. Wie schon bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland färbten sie auch die USA orange und verwandelten Dallas in eine niederländische Fanmeile.
US-amerikanische Fans sind durch den College-Football einiges gewohnt, aber das orange Fan-Meer der feiernden niederländischen Fans dürfte selbst für sie eine absolute Neuheit sein. Am Ende ist die Punkteteilung der Mannschaft auch für die beiden tollen Fan-Communities verdient.
Gruppe G: Das Internet-Phänomen um Neuseelands Tim Payne
Kennst du Tim Payne? Nein? Nicht schlimm. Damit bist du keineswegs allein. Aber: Der Rechtsverteidiger von Neuseeland erlebte in den letzten Wochen einen wahren Hype um seine Person.

Kurz vor Turnierstart hatte der 32-jährige Spieler von Wellington Phoenix gerade einmal rund 4.000 Follower auf seinem Instagram-Account. Dann rief der argentinische Influencer Valen Scarsisi ("El Scarso") dazu auf, dem vermeintlich unbekanntesten WM-Spieler einen kleinen Schub zu geben.
Mittlerweile hat Tim Payne knapp sechs Millionen Follower und konnte seinen Bekanntheitsgrad durch die Decke gehen lassen. Vielleicht kein besonderer Moment der direkt auf den 1. Spieltag festgezurrt werden kann, aber für diese schöne Geschichte drücken wir mal ein Auge zu.
Gruppe H: Vom No-Name zum Weltstar in 90min
Die Social-Media-Story um Tim Payne wird eigentlich nur von Vozinha getoppt. Vo-Wer? Das dürften viele gedacht haben. Doch der 40-jährige Schlussmann von WM-Neuling Kap Verde erreichte quasi über Nacht Weltruhm. Anders als Payne darf sich der kapverdische Keeper dank seiner eigenen Glanzleistung über einen enormen Zuwachs auf seinem Instagram-Account freuen.

Vozinha, der mit bürgerlichem Namen Josimar Dias heißt, hatte vor dem Spiel gegen den WM-Favoriten Spanien eine Instagram-Gefolgschaft von etwa 43.000. Doch mit Glanzparaden am Fließband ließ der 40-jährige Schlussmann nicht nur die spanische Auswahl verzweifeln, sondern sicherte auch seinem Team ein sensationelles 0:0-Unentschieden beim WM-Debüt.
Damit wurde Vozinha über Nacht zum Weltstar und kann mittlerweile auf mehr als 13 Millionen Follower blicken. Eine komplett verrückte Geschichte um einen No-Name der sich dank seiner Leistungen einen Namen gemacht hat.
Gruppe I: Unglaubliche Familien-Geschichte bei Norwegen
Wie die Schotten dürfen sich auch die norwegischen Fans über die erste WM-Teilnahme seit 1998 freuen. Die besondere Geschichte der Wikinger vom ersten Spieltag ist dabei verrückt, aber umso schöner. Beim 4:1-Erfolg über den Irak am ersten Spieltag der Gruppe I standen mit Manchester City-Star Erling Haaland, Alexander Sørloth und Kristian Thorstvedt drei Spieler auf dem Feld, die eine ganz besondere Geschichte eint.
Beim letzten WM-Turnier in den USA 1994 standen von allen drei Akteuren auch die jeweiligen Väter im norwegischen Aufgebot. Der ehemalige Torwart Erik Thorstvedt ist der Vater von Kristian, Gøran Sørloth ist der Vater von Alexander und Alf-Inge Haaland ist der Vater von Erling.
Beim damaligen Auftaktsieg über Mexiko standen bis auf Gøran Sørloth auch die Väter der beiden anderen Akteure auf dem Rasen. Der Kreis hat sich also auf bemerkenswerte Weise geschlossen und wer weiß, vielleicht wird Norwegen ja noch zur großen WM-Überraschung.
Gruppe J: Messi-Mania bei Argentiniens Auftaktsieg
Beim 3:0-Auftaktsieg der argentinischen Nationalmannschaft über Algerien erzielte Superstar Lionel Messi alle drei Treffer und untermauerte damit seinen Legendenstatus. Mit seinem Dreierpack zog Messi mit Miroslav Klose gleich und ist zusammen mit dem deutschen WM-Helden von 2014 nun der erfolgreichste WM-Torschütze der Geschichte. Doch damit nicht genug.

Der Auftritt gegen Algerien war nicht nur Messis 200. Länderspiel für Argentinien, sondern auch sein 27. WM-Einsatz. Damit baute der 38-Jährige seine Führung weiter aus und hat in dieser Statistik nun zwei Spiele mehr als Lothar Matthäus absolviert.
Noch bedeutender war jedoch, dass Messi damit der erste Spieler überhaupt wurde, der an sechs Weltmeisterschafts-Endrunden teilnahm.
Gruppe K: Usbekistan feiert seinen ersten WM-Treffer
Bei seinem WM-Debüt hatte Usbekistan gegen Kolumbien mit 1:3 deutlich das Nachsehen. Doch der erste WM-Treffer in der Geschichte des usbekischen Fußballverbands war ein umjubelter und ganz persönlicher Freudenmoment für die Underdogs.

Abbosbek Fayzullaev vom türkischen Klub Basaksehir FK wurde in der 60. Minute zum Nationalhelden seines Landes, als er den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 erzielte. Dabei erhielt er allerdings kräftige Unterstützung von Kolumbiens Keeper Camilo Vargas, der beim Gegentreffer mehr als unglücklich aussah.
Matchwinner für Kolumbien war Bayern-Star Luis Diaz, der bei seinem ersten WM-Spiel gleich ein Tor und eine sehenswerte Vorlage beisteuerte.
Gruppe L: Kane-Rekord bei England-Sieg
Beim 4:2-Sieg der englischen Nationalmannschaft steuerte Harry Kane mit einem Doppelpack seinen Anteil zum Auftakterfolg der Three Lions bei und untermauerte damit, was er beim FC Bayern München auf Vereinsebene bereits eindrucksvoll zeigt: Seine große Torgefahr.

Doch der Doppelpack hatte nicht nur für England, sondern auch für Kane selbst eine große Bedeutung. Mit seinen WM-Treffern neun und zehn zog der 32-jährige Torjäger mit England-Legende Gary Lineker gleich und ist nun WM-Rekordschütze der Engländer.
Gelingt dem Bayern-Star bei dieser Endrunde noch ein weiteres Tor, steht er allein an der Spitze dieser Liste.
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