Die deutsche Nationalmannschaft ist blendend in die WM gestartet und konnte beim 7:1 gegen Curacao fast durchweg überzeugen – von ein, zwei kleinen Makeln abgesehen. Entsprechend zufrieden ist auch Lothar Matthäus, der gegen Curacao "so viel Positives" gesehen hat.
Der TV-Experte hob in seiner Sky-Kolumne die "Freude, mit der die Mannschaft kombiniert und sich Chancen herausgespielt hat", hervor. Und natürlich auch "die Begeisterung auf dem Spielfeld, die das Team auch an uns Zuschauer in Deutschland weitergegeben hat".
"Was das Gegentor oder kleine Fehler betrifft, sollten wir dieses Mal ein Auge zudrücken", befand Matthäus, der besonders von der Torlaune beeindruckt war: "Das 7:1 war ein Pflichtsieg, aber man muss erst einmal in dieser Höhe gewinnen. Wir können stolz auf diese Mannschaft sein, wenn sie so weiterspielt, aber es ist noch Luft nach oben. Die Fehler, die Curacao gemacht hat, werden unseren kommenden Gegnern in dieser Häufigkeit nicht passieren."
Tiefe des DFB-Kaders als Trumpf
Der deutsche Rekordnationalspieler zeigte sich besonders von Kai Havertz, Felix Nmecha, Jamal Musiala, Nathaniel Brown und Deniz Undav angetan und hofft, dass das DFB-Team im weiteren Turnierverlauf von Verletzungen verschont bleibt. Dann könnte die Variabilität des Kaders zum Trumpf werden, denn laut Matthäus kann Bundestrainer Julian Nagelsmann auf vielen Positionen zwischen verschiedenen Profilen wählen.
"Undav kam rein und hat funktioniert. David Raum kann noch wichtig werden, wenn man auf der linken Abwehrseite einen robusteren Spieler braucht. Raum ist eher ein Schienenspieler, der bis zur Torlinie läuft und seine Flanken schlägt, Brown zieht gerne in die Mitte, wie bei seinem Treffer. Auch Undav und Musiala könnten sich abwechseln, vielleicht auch Mal Leroy Sane und Jamie Leweling oder Havertz und Nick Woltemade. Havertz ist auch gegen die USA über die rechte Seite gekommen. Er hat mehr Drang zum Tor, Sane macht das Spiel breiter", zählte Matthäus auf.
Die Startelf würde der 65-Jährige aber erstmal nicht ändern – im Gegenteil: "Sofort zu reagieren, würde ich sogar falsch finden, außer man sieht im taktischen Bereich Möglichkeiten, die man gegen die Elfenbeinküste besser einsetzen kann. Möglichkeiten, die unsere Mannschaft nicht durcheinanderbringen, aber den Gegner an seinen Schwachstellen treffen können."
Dass man im weiteren Verlauf etwas rotieren muss, liegt für Matthäus allerdings auf der Hand: "Julian Nagelsmann wird vielleicht aus taktischen Gründen die Optionen, die er gegen Curacao von der Bank gebracht hat, auch mal von Anfang an einsetzen. Man will so gut wie möglich mit einer eingespielten Mannschaft durchspielen, aber man braucht sicher 17, 18 Spieler, um eine WM erfolgreich zu bestreiten."
Mehr News zur WM 2026 lesen:
