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"Steht auch Kapitänen nicht zu": Matthäus macht Gladbach-Star rund

Tim Kleindienst hat mit seiner hammerharten Kritik an der eigenen Mannschaft geteilte Reaktionen hervorgerufen. Lothar Matthäus ist vom Gladbach-Stürmer wenig angetan.
VonDominik Hager
Tim Kleindienst ließ im Interview Dampf ab
Tim Kleindienst ließ im Interview Dampf ab | Christian Verheyen/GettyImages

Tim Kleindienst hat nach der 3:4-Pleite der Gladbacher gegen Aufsteiger SV Elversberg mächtig gegen seine Kollegen ausgeteilt. "Wir müssen schleunigst mal irgendwie den Fokus so hochfahren", damit dieser auch über 90 Minuten hält. Keine Ahnung, woran es liegt. Weniger TikTok gucken, oder was weiß ich. Ist mir eigentlich wurscht, was sie machen", wütete er am Mikrofon des ZDF.

Mit seinen Worten hat er ein zwiegespaltenes Medien-Echo hervorgerufen. Lothar Matthäus konnte von der Art und Weise, wie der Gladbach-Stürmer seine Kritik geäußert hat, wenig anfangen. "Grundsätzlich hat er wahrscheinlich Recht, andererseits ist er aber jetzt auch nicht derjenige gewesen, der das Spiel umgerissen hat. Die Kritik an einzelnen Spielern vor der Kamera steht auch den Kapitänen nicht zu", kritisierte er in seiner Sky-Kolumne.

Kleindienst kritisierte die Defensive und die Youngster

Im Gespräch mit DAZN hatte sich Kleindienst insbesondere die Defensive herausgepickt. "Wir sollten schon mal ein bisschen hinterfragen, was wir dahinten eigentlich machen", teilte er aus. Zudem beklagte er die fehlende Lernfähigkeit der jungen Spieler.

"Als Kapitän kannst du dir den ein oder anderen Spieler rausnehmen, auch vor der Mannschaft bei einer Sitzung, aber nicht so in der Öffentlichkeit. Kritik ja, die Art und Weise, wie er kritisiert hat, nein", so das deutliche Urteil von Matthäus, der davon überzeugt ist, dass es für Trainer Eugen Polanski jetzt schon eng wird.

Stindl zeigt Verständnis für Kleindienst: "Das ist authentisch"

Gladbach-Ikone Lars Stindl hatte Kleindienst in der Sendung Doppelpass noch in Schutz genommen. "Es war schon drastisch in der Sprache, wie er sich ausgedrückt hat. Aber wer Tim kennt, weiß: Das ist authentisch", machte er deutlich. Zudem glaubt er nicht daran, dass sich Kleindienst nur in der Öffentlichkeit ausgelassen hatte. "Ich bin überzeugt davon, dass er diese Worte auch intern gewählt hat. Vielleicht hat er es nochmal extern gemacht, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen", gab er zu verstehen. "Er will die Sinne schärfen und die Jungs wachrütteln. Das ist seine Art und Weise. Ich bin auch kein Freund davon, einzelne Spieler an die Wand zu nageln, aber ich glaube, dass er einfach nur wachrütteln will."

Borussia Mönchengladbach liegt nach dem 0:3 in Leipzig und dem 3:4 gegen Elversberg auf dem 17. Tabellenrang und benötigt dringend ein Erfolgserlebnis. Dafür müssen jedoch nicht nur markante Wörter fallen, sondern auch auf dem Platz die Hausaufgaben erledigt werden.


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