Was man in der kommenden Saison von Borussia Mönchengladbach erwarten kann, ist für viele, die es mit den Fohlen halten, noch etwas undurchsichtig. Der seit geraumer Zeit andauernde Umbruch hält weiter an und in den letzten Jahren musste der Traditionsverein vom Niederrhein ordentlich an qualitativer Substanz einbüßen.
Da stellt sich natürlich die Frage, ob es in der kommenden Saison eng für die Borussen und vor allem für Cheftrainer Eugen Polanski werden könnte. Eine brisante Problemzone könnte das Sturmzentrum werden, in dem es dicke personelle Fragezeichen gibt an denen man vielleicht nochmal die ein oder andere Stellschraube drehen sollte, ehe die Saison startet.
Wir haben da mal einen interessanten Vorschlag im Gepäck.
Glücksspiel im Sturmzentrum?
Wie bereits erwähnt, zeichnet sich der Blick in die derzeitige Lage rund um Gladbachs Mittelstürmer mit einigen Fragezeichen ab. In Polanskis Kader ist Kapitän Tim Kleindienst die klare Nummer eins auf dieser Position, doch der 30-Jährige verpasste die vergangene Saison fast komplett aufgrund von Verletzungsproblemen mit dem Knie. Nur sechs Minuten Bundesligaluft und vier im DFB-Pokal stehen auf dem Arbeitsnachweis des Angreifers für die Spielzeit 2025/26.
In welcher Verfassung Kleindienst wieder angreift und wie standhaft das lädierte Knie bleibt, bleibt abzuwarten, doch die Frage darf erlaubt sein, ob Gladbach ein gefährliches Roulette spielt, wenn es hauptsächlich auf den sechsfachen deutschen Nationalspieler baut.

In der letzten Saison wurde Kleindiensts Fehlen durch Leihgabe Haris Tabakovic aufgefangen, der zahlreiche Kritiker verstummen ließ und neben 15 eigenen Treffern noch drei Vorlagen zum Klassenerhalt beisteuerte. Doch der Bosnier kehrte zurück nach Hoffenheim und steht den Fohlen in der Spielzeit 2026/27 nicht mehr zur Verfügung.

An seine Stelle trat nun Isac Lidberg, der von Zweitligist SV Darmstadt 98 verpflichtet wurde. Die Gladbacher legten für den Schweden 3,5 Millionen Euro auf den Tisch. Ob der 27-Jährige jedoch auch eine Spielklasse weiter oben zur großen Verstärkung wird, steht in den Sternen. Immerhin kommt Lidberg mit der beeindruckenden Empfehlung von 40 Torbeteiligungen (31 Tore, 9 Vorlagen) aus 58 Spielen in der 2. Bundesliga. Für Gladbach ein überaus cleverer Deal - doch in Sachen Bundesligatauglichkeit eben auch noch ein Fragezeichen.
Neben Kleindienst und Lidberg tummeln sich die Transferflops
Wenn man an Hoffnungsträgern wie Kleindienst und Lidberg vorbeischaut, wird der Blick im Sturmzentrum der Fohlen allerdings eher skeptisch. Neben dem langzeitverletzten Transferflop Tomas Cvancara, den man eigentlich loswerden wollte, stehen hier noch die ebenfalls nicht eingeschlagenen Grant-Leon Ranos und Shuto Machino. Allesamt Spieler, die das Gladbacher Fanherz noch nicht wirklich zum Schlagen gebracht haben.
Sturmzentrum - Gladbach sollte nochmal nachlegen!
Das Sturmzentrum von Gladbach besteht also aus Fragezeichen. Wie wird sich Kleindienst nach so langer Verletzungspause schlagen? Wie gut kann sich Lidberg an den Erstligafußball anpassen? Und kann man von Cvancara, Ranos und Machino überhaupt noch einen gewinnbringenden Einfluss erwarten?
Eine mehr als dünne Argumentationskette, wenn man einen ehrlichen Blick auf die Sache wirft. Da es für das sportliche Überleben so wichtig ist, einen echten und verlässlichen Torjäger in den eigenen Reihen zu haben – man erinnere sich nochmals zurück an Tabakovic –, sollte vielleicht gerade hier noch einmal nachgelegt werden. Dank des Verkaufs von Rocco Reitz hat Sportchef Rouven Schröder ja noch etwas Kleingeld zur Verfügung.
Diesen Stürmer sollte sich Rouven Schröder krallen!
Und nun unser Vorschlag. Ein Stürmer, der von seinem Spielstil her recht gut zu Borussia Mönchengladbach passen würde und dessen Verpflichtung finanziell noch zu stemmen sein sollte, ist der hierzulande noch eher unbekannte Mirlind Daku.

Der 28-jährige albanische Nationalspieler, der derzeit beim russischen Klub Rubin Kazan unter Vertrag steht, bringt Eigenschaften mit, die hervorragend zu Gladbachs Spielstil passen könnten und einen möglicherweise großen Zugewinn für den Kader von Cheftrainer Eugen Polanski darstellen würde.
Mit seiner Größe von 1,92 Metern ist Daku Zielspieler für Flanken vors gegnerische Tor, zudem ist er physisch stark und weiß seinen Körper in engen Strafraumduellen einzusetzen. Neben schnellen Drehungen und ansatzlosen Abschlüssen und einer großen körperlichen Präsenz ist Daku auch bei Schnittstellenbällen und Tiefenläufen hinter die gegnerischen Abwehrreihen brandgefährlich. Außerdem arbeitet er stark gegen den Ball.
Die Beschreibung ähnelt etwas der von Tim Kleindienst, wenngleich Daku vielleicht sogar noch einen Ticken spritziger als Kleindienst ist.
Worin sich der Albaner aber etwas abzuheben scheint, ist in der Explosivität und dem Tempo auf den ersten Metern. Dadurch kann Daku sowohl beim Gegenpressing, aber auch in eigenen Offensivszenen, deutlich intensiver attackieren als Kleindienst und würde der Fohlen-Offensive mächtig Feuer verleihen.
Auch wenn Daku in der Nationalmannschaft erst einen Treffer erzielen konnte, sieht seine Torquote auf Vereinsebene durchaus beeindruckend aus.
In der ersten russischen Liga erzielte der Mittelstürmer in bislang 78 Spielen starke 35 Tore und gab 13 Vorlagen für Mitspieler. Das macht insgesamt 48 Torbeteiligungen. Und Daku liefert seit Jahren konstant ab, wie der Blick auf die letzten fünf Spielzeiten belegt. 79 direkte Torbeteiligungen in 127 Ligaspielen sind eine Hausnummer.
Saison | Verein | Ligaspiele | Torbeteiligungen |
|---|---|---|---|
25/26 | Rubin Kazan | 24 | 11 |
24/25 | Rubin Kazan | 26 | 23 |
23/24 | Rubin Kazan | 28 | 14 |
22/23 | NS Mura | 33 | 21 |
21/22 | NS Mura | 16 | 10 |
Ein weiterer nennenswerter Faktor ist, dass Mirlind Daku in seiner Karriere bislang keine größeren Verletzungsrückschläge hatte. Im November 2025 gab es eine kleinere Knöchelblessur, die nach rund zwei Wochen überstanden war. Die restlichen und recht seltenen Ausfälle waren muskulärer Natur. Seine Verpflichtung wäre demnach wohl keine körperliche Wundertüte und Gladbach bekäme einen Spieler im besten Fußballeralter der voll im Saft steht.
Wäre ein Daku-Transfer stemmbar?
Der Angreifer mit der Rückennummer zehn steht beim zweimaligen russischen Meister Rubin Kazan noch bis 2029 unter Vertrag und mit einem aktuellen Marktwert von neun Millionen Euro ist Daku der mit Abstand wertvollste Profi im Team des Erstligisten.

Über eine vermeintliche Ausstiegsklausel ist aktuell nichts Offizielles bekannt, jedoch gab es im Sommer 2025, als der Vertrag zuletzt verlängert wurde, Spekulationen in albanischen und russischen Medien, dass eine solche Klausel einen Wechsel zu einem hochwertigeren europäischen Klub ermöglichen könnte. Zu diesen dürfte man Gladbach trotz schwieriger Jahre zählen - zumindest im Vergleich zu Rubin Kazan.
Demnach könnte sich die fällige Ablösesumme in einem Bereich von acht bis zwölf Millionen Euro bewegen. Kein Schnapper, aber durchaus im Bereich des Investierbaren für die Borussen.
Beeindruckendes Gesamtpaket: Warum Daku für die Fohlen so spannend wäre
Die Torgefährlichkeit des albanischen Nationalspielers haben wir bereits herausgestellt. Abseits der Statistiken sollte jedoch noch einmal auf die gewinnbringenden Auffälligkeiten von Mirlind Daku hingewiesen werden.
Für seine Körpergröße ist der Mittelstürmer beeindruckend beweglich und verbindet seine starke Physis mit großer Dynamik und technischen Fertigkeiten. Dank dieser Qualitäten ist Daku im Spiel nicht nur als Speerspitze aktiv, sondern lässt sich auch gerne mal auf die Flügel fallen oder holt sich, ähnlich wie Harry Kane, etwas weiter hinten die Bälle ab, um das Spiel selbst anzutreiben.
Daku ist zwar Rechtsfuß, kann jedoch beidfüßig gefährliche Abschlüsse erzielen. Darüber hinaus bringt der 28-Jährige ordentlich Mentalität mit und lässt sich nichts gefallen. Er ist jemand, der auch mal Zeichen setzt, wenn es nicht läuft, und der sich nicht vor Drecksarbeit oder laufintensiver Arbeit gegen den Ball versteckt. Allerdings kassierte der Angreifer für seine manchmal impulsive Art auch schon so manchen gelben Karton.
Im Vergleich zu anderen Angreifern schaffte Mirlind Daku erst spät den ganz großen Durchbruch, weshalb er als bodenständiges Arbeitstier gilt. Allerdings konnte er sich mit zwei Torschützenkönigtrophäen in der kosovarischen Liga bereits selbst beweisen, dass er das Zeug zu großen Leistungen hat. Auch in der ersten russischen Liga zählt Daku zu den gefürchtetsten Torjägern.
Und ein kurzer Reminder: Bereits im Januar dieses Jahres wurde sein Name in der Gerüchteküche unter anderem mit dem Hamburger SV, Mainz 05 und dem FC Augsburg in Verbindung gebracht. In der Bundesliga fliegt der Albaner also längst nicht mehr unter dem Radar - auch Dank seines Auftritts bei der EM 2024.
Weitere Gladbach-News lesen:
