Wut in Frankreich: Hätte Argentiniens 3:2 im WM-Finale nicht zählen dürfen?

Simon Zimmermann
Hätte Szymon Marciniak das 3:2 nicht anerkennen dürfen?
Hätte Szymon Marciniak das 3:2 nicht anerkennen dürfen? / Dan Mullan/GettyImages
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Es war ein episches WM-Finale 2022! Argentinien hat Frankreich am Ende im Elfemterschießen bezwungen und ist zum dritten Mal Weltmeister. Doch vor allem in Frankreich gibt es große Diskussionen um das 3:2 für Argentinien. Hätte Messis Tor in der Verlängerung nicht zählen dürfen?


Es war ein irrwitziges Endspiel am Sonntagabend im Lusail Iconic Stadium. Argentinien war lange Zeit die klar bessere Mannschaft und führte bis in die Schlussphase hinein mit 2:0. Doch dann kam Kylian Mbappé und glich mit einem Doppelpack innerhalb kürzester Zeit aus.

Das Finale musste in die Verlängerung, wo Lionel Messi Argentinien erneut in Führung schoss. Doch hätte sein Treffer überhaupt zählen dürfen?

Klar ist: Abseits war es nicht. Nach feiner Kombination wehrte Hugo Lloris zunächst den Versuch von Lautaro Martinez ab. Der Ball landete vor Messis Füßen und La Pulga schloss mit rechts ab. Jules Koundé konnte auf der Linie nicht mehr klären.

In Frankreich ist man dennoch der Meinung, dass das Tor nicht hätte zählen dürfen. Grund dafür ist, dass einige Reservespieler Argentiniens den Platz (zum Jubel) bereits betreten hätten, bevor der Ball über der Linie war.

L'Equipe geht sogar so weit, ausdrücklich auf die Regel 3 zu verweisen, die besagt: "Wenn der Schiedsrichter nach einem Tor vor der Wiederaufnahme des Spiels feststellt, dass sich zum Zeitpunkt des Tores eine zusätzliche Person auf dem Spielfeld befand, muss er das Tor nicht anerkennen, wenn es sich bei der zusätzlichen Person um einen Spieler, Auswechselspieler, eingewechselten Spieler, des Feldes verwiesenen Spieler oder Offiziellen der Mannschaft handelte, die das Tor erzielt hat; das Spiel muss mit einem direkten Freistoß an der Stelle fortgesetzt werden, an der sich die zusätzliche Person befand."

Wie Dale Johnson von ESPN jedoch meint, war das Verhalten an der argentinischen Seitenlinie nicht relevant genug, um das Tor nicht anzuerkennen. Aus neutraler Sicht muss man dem zustimmen - auch wenn es strikt nach dem Regelbuch zumindest umstritten ist.

Schiedsrichter Szymon Marciniak - der für seine Leitung des Endspiels weltweit gelobt wird, bekam für seine Leistung von der L'Equipe eine Bewertung von 2/10.


Die finale WM-Analyse: Tobias Escher über das epische Endspiel, die Lehren der WM und seine Topelf des Turniers.


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