WM 2022 in Katar: ZDF mit Analyse zu den TV-Quoten

Yannik Möller
Hansi Flick beim ZDF - Archivbild
Hansi Flick beim ZDF - Archivbild / Markus Gilliar - GES Sportfoto/GettyImages
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Während in vielen Ländern neue Zuschauerrekorde zur Weltmeisterschaft aufgestellt wurden, fiel das Interesse in Deutschland spürbar geringer aus. Die TV-Quoten wurden - selbst bei Spielen des DFB-Teams - von der Kritik gegenüber diesem Turnier und Ausrichter Katar beeinflusst.


Schon zur Gruppenphase zeichnete sich ab, dass die Einschaltquoten in Deutschland zur Weltmeisterschaft deutlich schwacher ausfallen werden, als es bei vorigen Turnieren der Fall war. Bereits im Vorfeld hatten einige Fans und Interessierte angekündigt, die WM aufgrund des Gastgebers Katar und den Umständen vor Ort zu boykottieren.

In Deutschland sahen also deutlich mehr Menschen weg, während die Spiele übertragen wurden. In anderen Ländern hingegen wurden teils neue Rekorde aufgestellt, welche die Quoten der vorigen Male hier und da deutlich überstiegen.

Abgesehen vom wirklich packenden Finale zwischen Argentinien und Frankreich, aus dem die Südamerikaner siegreich hervorgegangen sind, sind die Zuschauerzahlen aus Deutschland mittlerweile rundum bekannt und seitens des ZDF auch schon zusammenfassend analysiert worden.

"Durchwachsene Bilanz": ZDF-Chef sieht die Winter-WM und Katar als Hauptgründe für niedrigere Quoten

Das Fazit des Sender-Intendanten, Norbert Himmler, gegenüber der dpa (via WAZ): "Das ist schon eine durchwachsene Bilanz für alle Beteiligten. Wir stellen eine etwa 30 bis 40 Prozent geringere Sehbeteiligung zu vergleichbaren Turnieren der letzten Jahre fest."

Ein deutliches Absinken des Interesses also. Natürlich haben manche Partien deutlich mehr Zuschauer an die Fernsehgeräte gelockt als andere. Zum Teil schaute nur die Hälfte der sonst interessierten Fans zu.

Als Gründe für dieses Abflachen sieht Himmler die Jahreszeit, den Austragungsort und auch die "sportliche Performance der deutschen Mannschaft".

Der Senderchef blickte aber auf eine wichtige "Balance" in der Übertragung zurück. Seiner Ansicht nach habe das ZDF "auf der einen Seite eine hochqualifizierte Sportberichterstattung und daneben die politische, gesellschaftliche Berichterstattung" auf die Beine gestellt bekommen. Über die letzten Wochen ernteten Christoph Kramer und Per Mertesacker als Experten im Studio viel Lob ein.

Nach dieser für die Übertragungen in Deutschland schwachen WM, blickt Himmler positiv den nächsten Turnieren entgegen. Dann rechnet er mit einem wieder spürbar gesteigertem Interesse: "Die Austragungsorte der nächsten Turniere werden unproblematisch sein. Das ist schon absehbar. Ich gehe davon aus, dass wir in einer anderen Jahreszeit und in anderen Regionen auch wieder die große Begeisterung spüren werden."

Die Europameisterschaft in Deutschland und die WM in den USA, Kanada und Mexiko sollte wieder für bessere TV-Quoten sorgen.


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