Eintracht Frankfurt

Wieso Eintracht Frankfurt noch einmal mit Makoto Hasebe verlängern sollte

Florian Bajus
Könnte noch ein Jahr bei der Eintracht dranhängen: Makoto Hasebe
Könnte noch ein Jahr bei der Eintracht dranhängen: Makoto Hasebe / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Eigentlich hatte sich das Karriereende von Makoto Hasebe nach dieser Saison schon abgezeichnet, laut Adi Hütter könnte der Routinier aber noch einmal bei Eintracht Frankfurt verlängern. Mit Blick auf den bevorstehenden Umbruch in der Abwehr wäre ein Verbleib bis 2022 eine positive Nachricht für den Cheftrainer.

"Es gibt keine jungen oder alten Spieler, sondern nur gute oder schlechte", sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge im Sommer 2018, als er auf das ewige Flügel-Duo Franck Ribéry und Arjen Robben angesprochen wurde. Beide Akteure waren längst im Herbst ihrer Karriere angekommen, wirbelten aber noch immer regelmäßig für den deutschen Rekordmeister und sind sogar heute noch aktiv. Ribéry wechselte 2019 zur AC Florenz, Robben kehrte für diese Saison aus dem Ruhestand zurück und kämpft beim FC Groningen um sein Comeback.

Es gibt einige weitere Beispiele, die dafür sprechen, dass Fußballer auch im höheren Alter noch große Qualitäten haben können. International wäre allen voran Zlatan Ibrahimovic zu nennen, bezogen auf die Bundesliga gehören David Abraham und Makoto Hasebe dazu. Beide spielen bei Eintracht Frankfurt, erstgenannter wird nach dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 am 17. Januar allerdings seine Karriere beenden.

Hütter schwärmt von Hasebe - Verlängert der Routinier noch einmal?

Das Karriereende schien auch bei Hasebe bereits festzustehen. Eigentlich, dachte man, würde der Japaner die Fußballschuhe im Sommer an den Nagel hängen, nachdem sein Vertrag im Mai bis zum 30. Juni 2021 verlängert worden war. Doch der älteste Kaderspieler und dienstälteste Eintracht-Profi mit Timothy Chandler könnte sich ein weiteres Jahr an den Klub binden.

Dürfte sich nicht über eine Vertragsverlängerung von Hasebe beschweren: Adi Hütter
Dürfte sich nicht über eine Vertragsverlängerung von Hasebe beschweren: Adi Hütter / Pool/Getty Images

"Makoto ist in allen Belangen ein absoluter Glücksfall für Eintracht Frankfurt und sportlich, aber auch menschlich eine Augenweide", schwärmte Adi Hütter laut kicker auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Mainz 05 von seinem Defensivspezialisten. "Ob es über den Sommer hinausgeht, da stecken wir unsere Köpfe sicherlich noch zusammen. Wenn man ihn aktuell sieht, sage ich: Klarerweise muss man sich im März Gedanken machen."

Noch im Dezember ließ Hasebe seine Zukunft offen, erklärte in einem BILD-Interview: "Vielleicht verlängere ich im Frühjahr auch noch mal, vielleicht höre ich auf." Vorausgegangen war eine Aussage Hütters, der erklärt hatte, dass er Hasebe an den Spieltagen acht bis elf auf die Ersatzbank versetzte, um sich auf die Zeit nach seinem Karriereende vorzubereiten.

Eine Verlängerung wäre aus Sicht der Eintracht die vernünftige Entscheidung

Gegen eine Vertragsverlängerung spricht derzeit allerhöchstens das Alter, am 18. Januar feiert Hasebe seinen 37. Geburtstag. Wie lange der Körper der hohen Belastung standhalten kann, ist unklar. Allerdings droht die Eintracht binnen weniger Monate mit dem routinierten Japaner und Kapitän Abraham zwei Identifikationsfiguren und Leistungsträger auf einmal zu verlieren. Dafür ist der Kader noch nicht gerüstet - und die finanziellen Mittel dürften ohne Verkäufe von Top-Spielern wie André Silva nicht ausreichen, um beide Abgänge zu kompensieren.

Solange Hasebe der Mannschaft weiterhelfen kann, sollte sein Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert werden. Dann könnte er theoretisch auch die Kapitänsbinde übernehmen und zum absoluten Führungsspieler auf und neben dem Platz aufsteigen. Darüber hinaus hätte Hütter für die Dreierkette weiterhin eine erfahrene Stütze zur Verfügung, die die jungen Spieler geduldig an die Halbverteidiger-Position heranführen kann, ohne dass diese von jetzt auf gleich zum zweiten Abwehrchef nach Martin Hinteregger aufsteigen müssen.

Könnte in Abwesenheit von David Abraham wichtiger denn je werden: Makoto Hasebe
Könnte in Abwesenheit von David Abraham wichtiger denn je werden: Makoto Hasebe / Alex Grimm/Getty Images

Damit würde Hasebe auch Hütter mehr Zeit gewähren, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Der Österreicher hätte im Sommer Zeit, sich intensiv mit dem Defensivpersonal befassen. Unter Umständen könnte er sich bei der sportlichen Leitung die Verpflichtung eines geeigneten Neuzuganges wünschen. Solange dieser Zeit benötigt, kann Hasebe in der Abwehr aushelfen; ist er jedoch in Frankfurt angekommen, könnte er den Routinier vorzeitig ersetzen.

Auf diese Weise könnte die Eintracht den Defensiv-Umbruch stückweise und nachhaltig vollziehen. Je nachdem, welche Abgänge Sportvorstand Fredi Bobic und Chefcoach Hütter nach Saisonende kompensieren müssen, wäre es eine vernünftige Entscheidung. Etwaige Baustellen im Mittelfeld oder Offensivbereich könnten dann sofort geschlossen werden, ohne dass eine weitere Baustelle im Abwehrverbund entsteht.

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