Frauen-Bundesliga

Werbung für den Fußball: Danke Hoffenheim, danke Frankfurt!

Daniel Holfelder
Auch Frankfurts Laura Freigang (rechts) trug sich in die Torschützenliste ein
Auch Frankfurts Laura Freigang (rechts) trug sich in die Torschützenliste ein / Christof Koepsel/GettyImages
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Die TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt haben im Topspiel der Frauen-Bundesliga beste Werbung für den Fußball betrieben. Die spektakuläre Begegnung endete zwar mit einem 3:3-Unentschieden. Einen großen Sieger gab es dennoch: Die Fans.


Niko Arnautis sprach den Zuschauern aus der Seele. "Ich hoffe, wir hatten nicht zu viele Fans mit einem Herzinfarkt, so spannend wie das Spiel heute war", fasste er die fulminanten 90 Minuten zusammen. So recht der Eintracht-Coach mit dieser Einschätzung hatte: Die Spannung war nur einer der Gründe, warum sich seine Mannschaft und die TSG Hoffenheim das beste Spiel der bisherigen Bundesliga-Saison geliefert hatten.

Da war zum einen die atemberaubende Intensität, mit der beide Teams von Anfang an zu Werke gingen. Ob es nun die unermüdliche Géraldine Reuteler aufseiten Frankfurts, Hoffenheims Kampfmaschine Erëleta Memeti oder eine beliebige andere Akteurin auf dem Platz war - jeder Zweikampf machte seinem Namen alle Ehre, kein Ball wurde verloren gegeben, alle 22 Spielerinnen gingen bis an ihre Grenzen und darüber hinaus.

Hoffenheim steckte auch dann nicht auf, als die Eintracht dank ihrer individuellen Qualität und beeindruckender Effizienz zwei Mal mit zwei Toren in Führung ging. Der Lohn waren die beiden Traumtore von Katharina Naschenweng, die mit ihrem linken Fuß nicht nur den Ball unter die Latte, sondern mit ihrer Volley-Abnahme zum 3:3 auch eine ganz dicke Bewerbung für das Tor des Monats abschickte. Dass die Treffer von Sophia Kleinherne, Géraldine Reuteler, Nicole Billa und Laura Freigang ebenfalls alles andere als zu verachten waren, geriet da beinahe in Vergessenheit.

Bitte mehr davon!

Natürlich durfte auch eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung nicht fehlen. Als die gerade eingewechselte Paulina Krumbiegel nach einem Duell mit Sara Doorsoun einen Elfmeter forderte (70.), blieb die Pfeife von Franziska Wildfeuer stumm. Die Unparteiische hatte wohl den Eindruck, dass es die etwas unkonventionell zu Boden gegangene Krumbiegel allzu sehr auf eine Strafstoß-Entscheidung angelegt hatte. Die Eintracht hätte sich allerdings nicht beschweren dürfen, wenn Wildfeuer in dieser Szene auf den Punkt gezeigt hätte.

Das einzige, was dem Spektakel am Ende womöglich gefehlt hatte, war das berühmt-berüchtigte Last-Minute-Siegtor. Dabei lag der Lucky Punch - für beide Mannschaften! - in der Luft. Und tatsächlich: In der letzten Minute der Nachspielzeit rutschte Frankfurts Sjoeke Nüsken als letzter Mann unglücklich weg und verlor den Ball an die eingewechselte Melissa Kössler, die mutterseelenallein auf Stina Johannes zulief. Die Jokerin schob den Ball an der Frankfurter Keeperin vorbei - die 1.280 Anhänger im Dietmar-Hopp-Stadion hatten den Torschrei bereits auf den Lippen -, doch die Kugel schlug nicht etwa zum umjubelten 4:3 im Kasten ein, sondern trudelte einen halben Meter am linken Pfosten vorbei ins Toraus. Unmittelbar danach ertönte der Schlusspfiff und
Pechvogel Kössler, die schon wenige Minuten zuvor eine Hundertprozentige ausgelassen hatte, sank enttäuscht zu Boden.

Am Ende blieb für alle Beteiligten ein denkwürdiger Nachmittag, der das Herz jedes Fußballfans höher schlagen ließ. Gerade vor dem Hintergrund des zuletzt enttäuschenden Spitzenspiels zwischen Wolfsburg und Bayern kann es daher nur heißen: Danke Hoffenheim, danke Frankfurt - bitte mehr davon!


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