Von wegen "böse Bayern": Der BVB kauft die Bundesliga leer

Dominik Hager
Der BVB bedient sich gerne in der Bundesliga
Der BVB bedient sich gerne in der Bundesliga / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Ein oft benutzter Vorwurf - insbesondere aus Dortmund - lautet, dass der FC Bayern die Bundesliga kaputt kauft. Dabei scheint man jedoch zu vergessen, wie oft man sich selbst bei anderen Bundesligisten bedient. Der Transfer von Union-Profi Ryerson ist nur einer von zahlreichen Transfers, die die Borussen innerhalb der Liga getätigt haben.


Der BVB ist besonders gut dabei, wenn es darum geht, Spieler aus der eigenen Liga zu kaufen. Nicht nur mit Ryerson hat man Union in diesem Winter einen wichtigen Spieler abgeknüpft, sondern auch im Sommer kamen mit Süle, Schlotterbeck und Özcan gleich drei Spieler, die bereits zuvor für einen Bundesliga-Klub aktiv waren.

Dabei gilt es festzuhalten, dass solche Transfers keine Seltenheit sind. Sieht man sich die jüngere Vergangenheit an, so stechen einem sofort Namen wie Hazard, Schürrle, Dahoud, Schlotterbeck, Kobel, Hummels, Toljan, Schulz, Toprak und Wolf ins Auge. Natürlich gehört auch ein Reus dazu, wenn man ein wenig weiter zurückblickt.

Beim Anblick einiger der genannten Namen könnte man jedoch den Eindruck gewinnen, dass der BVB eher die Reste aufsammelt, während der FC Bayern die Stars wie Lewandowski oder Gnabry erhält - jedoch ist das auch nur bedingt gültig. Mit Reus oder Schlotterbeck waren schon namhafte Spieler dabei, während die Bayern gerade in der Vergangenheit mit Spielern wie Baumjohann, Schlaudraff und Co. nicht nur Überflieger geholt haben.

Ein weiterer Vorwurf an die Bayern lautet zudem, Spieler bevorzugt ablösefrei zu verpflichten, wodurch die anderen Klubs einen größeren Schaden erleiden. Unter anderem bei Robert Lewandowski, Leon Goretzka oder nun vermutlich Konrad Laimer ist das auch Fakt. In den meisten Fällen haben sich die Klubs jedoch auch bewusst dafür entschieden, lieber mit ihren Stars ins letzte Vertragsjahr zu gehen.

Transfer-Aktivitäten entsprechen einer Nahrungskette

Letztlich ist das sogenannte "Kaputtkaufen" der Liga ohnehin eine unsinnige Diskussion. Spieler aus der Bundesliga zu holen ist immer interessant, weil die Akteure Land und Leute kennen und sich bereits in der obersten deutschen Spielklasse beweisen konnten. Zudem sind die Preise nicht so verrückt, wie beispielsweise in der Premier League.

Letztlich funktioniert das Transfer-Geschehen in der Bundesliga wie eine Nahrungskette. Die Bayern an der Spitze der Nahrungskette bedienen sich bei den nächst größeren Klubs, während diese wiederum eine Etage weiter unten um Spieler feilschen. Dieses Prinzip lässt sich bis in die unteren Ligen ziehen. Fressen und gefressen werden: Der Fußball ist eben oft so grausam wie die Natur - es sei denn, man steht an der Spitze der Nahrungskette. Selbst dann droht aber die Gefahr, dass Real, PSG, Manchester City und Co. in fremden Gebieten wildern.


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