DFB-Team

Werner verpasst WM: Darum muss sich Flick keine Sorgen machen

Dominik Hager
Bitter: Timo Werner ist bei der WM nicht dabei
Bitter: Timo Werner ist bei der WM nicht dabei / Maja Hitij/GettyImages
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Mit Timo Werner steht der erste prominente Ausfall im DFB-Team für die WM fest. Der Stürmer von RB Leipzig verletzte sich in der letzten Champions-League-Partie gegen Donezk und fällt bis zum Jahresende aus. Hansi Flick bezeichnete den Ausfall als "herben Verlust". So bitter das für den Stürmer selbst sein mag, sei jedoch gesagt: Die deutsche Nationalmannschaft hat auch ohne Werner genügend Optionen.


Selbst wenn Timo Werner gerne als überschätzt und von manchen als absolut nicht DFB-Elf-tauglich eingeschätzt wird, muss man für den Spieler zunächst eine Lanze sprechen. Es gibt kaum Stürmer, die sich durch ihre Schnelligkeit und vielen geschickten Tiefenläufe derart viele Chancen erarbeiten können wie Timo Werner.

Trotzdem gibt es aber eben auch genügend Gründe dafür, warum der Werner-Ausfall nicht schmerzt. Der Leipziger vergibt schlichtweg zu viele Torchancen, steht oft im Abseits und offenbart im Spiel mit dem Rücken zum Tor große Defizite.

Havertz die Nummer eins im Sturm? Bayern-Quartett drängt in Startelf

Hansi Flick setzte dennoch in den Länderspielen oft auf Timo Werner. Zumindest lautete die Frage im Mittelsturm stets "Havertz oder Werner?". Diese Frage dürfte nun beantwortet sein. Kai Havertz, der in den jüngsten Länderspielen sehr erfolgreich war, sollte die Nummer eins im deutschen Sturm sein.

Dies ist unabhängig von der Werner-Verletzung auch gut so. Der Chelsea-Star bringt einfach das bessere Gesamtpaket mit und verfügt neben seiner Torgefahr auch über eine gute Technik und Qualitäten im Kopfballspiel.

Ansonsten wird auch die Option, Serge Gnabry in den Mittelsturm zu verfrachten, wieder interessanter. Der 27-Jährige ist aktuell immerhin wieder in Topform. Tatsächlich könnte man mit Musiala, Müller und Sané dahinter eine komplette Bayern-Offensive aufstellen.

Letztlich werden wohl aus Gnabry, Musiala, Müller, Sané und Havertz vier Akteure von Beginn an spielen. Mit Werner ist eine Option weggefallen und auch Jonas Hofmann und Marco Reus dürften nach ihren Verletzungen und der jüngsten Entwicklung von Gnabry eher außen vor sein - zumindest, was die Startelf angeht.

Spielertyp Werner ist zu ersetzen: Moukoko, Adeyemi und Füllkrug sind Optionen

Glück im Unglück bei der Werner-Verletzung ist auch, dass die DFB-Elf Spielertypen hat, die Werner ersetzen können. Mit Sané, Musiala und Gnabry steht ausreichend Tempo auf dem Platz und auch Havertz ist - selbst wenn er kein Eins-gegen-Eins-Spieler ist - ziemlich schnell unterwegs. Eigentlich vermisst man Werner höchstens als Joker-Option, aber auch hier ergeben sich andere Möglichkeiten interessante Möglichkeiten.

Zu nennen wäre beispielsweise Karim Adeyemi, der ein ähnlicher Spielertyp ist, wenngleich seine BVB-Auftritte häufig zum Haareraufen waren. Ein wenig reifer wirkten da schon die Leistungen von Youssoufa Moukoko, der auch Tempo und Torgefahr mitbringt und eine gewisse Rolle einnehmen könnte.

Vielleicht eröffnet der Werner-Ausfall ja auch die Tür für einen ganz anderen Stürmertypen wie Niclas Füllkrug, der groß und torgefährlich ist und seine stärken in der Box hat.

Von wegen Sturmsorgen: In der Außenverteidigung brennt es

Sorgen muss man sich um die deutsche Offensive definitiv nicht machen. Im Gegenteil: So hoffnungsvoll wie aktuell war die Lage lange nicht mehr. Die Bayern-Stars sind mit Ausnahme von Müller in Form und Havertz hat bei den letzten Länderspielen gezeigt, dass er die Mittelsturm-Position ausfüllen kann. Mit Moukoko und Füllkrug sind zudem zwei starke Alternativen aufgetaucht, die man als "echte Stürmer" bezeichnen kann. Selbst ohne Werner sieht das Offensiv-Aufgebot sehr stark und ausgewogen aus.

Demnach kann man sich nun wieder darauf besinnen, sich ausgiebig Sorgen um die beiden Außenverteidigerpositionen zu machen. Diese Sorgen sind schließlich wirklich real und bis zur WM auch nicht wirklich zu lösen. Nachdem man es nun offenbar schon bei Jonas Hector versucht hat, ihn zu einem DFB-Comeback zu bewegen, wird Philipp Lahm sein Handy schon mal auf stumm geschalten haben.


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