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Serge Gnabry zu Real Madrid: Das steckt hinter dem Gerücht

Dominik Hager
Steht Gnabry vor dem Absprung? Real Madrid soll Interesse zeigen
Steht Gnabry vor dem Absprung? Real Madrid soll Interesse zeigen / Sebastian Widmann/GettyImages
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Bereits im vergangenen Sommer hat der FC Bayern mit David Alaba einen wichtigen Spieler an Real Madrid verloren. In absehbarer Zeit könnte den Münchnern das gleiche Schicksal wieder blühen. Das spanische Fußball-Portal Diario Gol berichtet, dass der Gnabry von einer neuen Herausforderung träume und damit Real Madrid auf den Plan gerufen hat.

Wir durchleuchten das auf dem ersten Blick zweifelhafte Gerücht ein wenig genauer.


Über Monate hinweg diskutierte jeder nur über die stockende Vertragsverlängerung von Kingsley Coman. Bei Serge Gnabry dachte man hingegen immer, dass dieser unmittelbar vor der Unterschrift steht. Allerdings erweist sich die Angelegenheit deutlich zäher als gedacht. Derzeit gibt es jedenfalls keinerlei Hinweise, dass der Spieler tatsächlich in Kürze seinen bis 2023 laufenden Vertrag verlängert. Gründe hierfür gäbe es mehrere.

Gnabry zögert mit Unterschrift: Diese 3 Gründe dürften dahinterstecken

Ein Hauptgrund dürfte jedenfalls wie so oft das Geld sein. Der FC Bayern hat seine Etat-Kosten deutlich nach oben geschraubt, wovon zuletzt unter anderem Joshua Kimmich und Leon Goretzka profitieren konnten. Serge Gnabry wird demnach auch Gehaltsvorstellungen haben, denen der Verein nicht so leicht nachkommen kann.

Ein weiterer Grund könnte die derzeitige sportliche Situation des Spielers sein. Der 26-Jährige saß zuletzt häufiger mal auf der Bank, wofür Julian Nagelsmann keine Erklärung bereitstellen konnte. Klar ist jedenfalls, dass Leroy Sané und Kingsley Coman in einer starken Form sind und das Potenzial besitzen, Gnabry das Leben schwer zu machen. Daher ist es gut möglich, dass der Münchner zunächst die weiteren Entwicklungen abwarten möchte, ehe er sich zu einer Unterschrift durchringt.

Der letzte Grund umschließt die Möglichkeit, dass Serge Gnabry tatsächlich eine neue Herausforderung sucht. Ein Lockruf von Real Madrid wäre, insofern er denn wirklich vorliegt, selbstredend nicht so einfach zu ignorieren. Dies gilt in besonderem Maße, wenn David Alaba noch zusätzliche Überzeugungsarbeit leistet.

Allerdings fühlt sich der Spieler auch in der Bayern-Clique wohl und hat insbesondere zu Joshua Kimmich, Niklas Süle, Jamal Musiala und Leroy Sané ein sehr gutes Verhältnis.

Gnabry würde es sicherlich nicht leicht fallen, den FC Bayern zu verlassen. Auf der anderen Seite dürfte es Real Madrid ebenso wenig leicht fallen, 60 Millionen Euro in den Spieler zu investieren. Diese Summe wäre laut BILD-Angaben im kommenden Sommer fällig.

Kein Platz für Gnabry? Real Madrid möchte Mbappé unter Vertrag nehmen

Doch woher nehmen und nicht stehlen? Real Madrid ist zwar finanziell nicht in einer vergleichbaren Notlage wie der FC Barcelona, hat allerdings auch schon bessere Zeiten gesehen. Noch dazu verfolgen die Königlichen auch das Ziel, Kylian Mbappé im Sommer unter Vertrag zu nehmen. Der Franzose wäre zwar ablösefrei, jedoch spielen Handgeld und Gehalt wie wir wissen immer eine Rolle.

Zudem stellt man sich die Frage, wo genau Gnabry dann noch in der Real-Startelf Platz haben soll. Die Königlichen agieren im 4-3-3-System, wodurch nur drei Offensivspieler starten können. Der Platz im Zentrum ist für Karim Benzema reserviert. Daran wird auch ein Mbappé-Transfer nichts ändern. Der pfeilschnelle Franzose würde demnach als Außenstürmer auflaufen.

Sein Pendant auf der anderen Seite wäre Vinícius Júnior. Der junge Brasilianer spielt eine sagenhafte Saison, ist plötzlich überaus effektiv und versteht sich inzwischen prächtig mit Benzema. Der 21-Jährige gehört zu den größten Talenten im Weltfußball und ist das Aushängeschild der neuen Generation der Madrilenen. An ihm wird Gnabry also mutmaßlich nicht vorbeikommen.

Demnach würde der Münchner wohl nur als Plan B für Mbappé infrage kommen. Allerdings stellt sich selbst dann die Frage, ob es wirklich Sinn macht, 60 Millionen Euro für Gnabry zu zahlen. Immerhin besitzen mit Hazard, Rodrygo, Asensio und Vázquez weitere offensive Hochkaräter gültige Verträge.

Es müsste schon sehr viel passieren, damit wir Serge Gnabry in der kommenden Saison tatsächlich im Trikot der "Blancos" sehen.

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