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FC Schalke 04

Schalke mit Zweitliga-Dreierpack? So sinnvoll wären die Transfers

Yannik Möller
Serdar Dursun soll ein Kandidat für Schalke sein
Serdar Dursun soll ein Kandidat für Schalke sein / Oliver Hardt/Getty Images
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Rund um Schalke gibt es derzeit drei Spieler aus Liga zwei, die mit dem Verein in Verbindung gebracht werden: Timo Hübers, Serdar Dursun und Victor Palsson. Leisten könnte sich S04 diese drei potenziellen Neuzugänge wohl - aber würden sie auch weiterhelfen?


So gut wie kein Geld in den Taschen und gleichzeitig die drängende Aufgabe, für die nächste Saison einen möglichst guten wie kostengünstigen Kader zusammenzustellen. Eine Herausforderung, der sich Schalke 04 derzeit stellen muss. Denn das Ziel für die nächste Saison, nach dem zu erwartenden Abstieg in die 2. Bundesliga, ist klar: Der Wiederaufstieg soll (und muss) es werden.

Drei Spieler, die derzeit am aktivsten mit S04 in Verbindung gebracht werden und dementsprechend bei dieser Mission helfen sollen, sind Timo Hübers von Hannover 96 sowie Serdar Dursun und Victor Palsson von Darmstadt 98.

Peter Knäbel
S04-Sportvorstand Peter Knäbel muss längst die Kaderplanung angehen / FEDERICO GAMBARINI/Getty Images

Bei Innenverteidiger Hübers sprach die Bild bereits von konkreteren Gehaltsmaßstäben, die Sportvorstand Peter Knäbel bieten soll - Hannover arbeitet währenddessen an einem neuen Vertrag, da der aktuelle am Saisonende ausläuft. Eine Einigung scheint, trotz der Sympathie für seinen Klub, derzeit eher entfernt als nah. Schalke ist und bleibt somit ein heißes Thema.

Bei Dursun und Palsson spricht das Blatt bereits davon, dass sie "vor einem Wechsel nach Schalke" stehen sollen. Bei den beiden soll auch der Kontakt von Dimitrios Grammozis geholfen haben, der mit ihnen anderthalb Jahre erfolgreich in Darmstadt gearbeitet hat.

Hübers und Dursun wären gute Transfers für Schalke

Könnte Hübers helfen? Zunächst einmal muss ein Blick auf die aktuelle Innenverteidigung der Knappen geworfen werden. Malick Thiaw wird bleiben, Timo Becker sehr wahrscheinlich ebenso. Matija Nastasic und Salif Sané werden voraussichtlich gehen, alleine schon, damit Gehalt eingespart werden kann. Bei Benjamin Stambouli - erst im letzten Sommer bis 2023 verlängert - ergibt sich ein noch offener Eindruck.

Heißt konkret: Schalke wird mindestens einen, eigentlich sogar zwei neue Innenverteidiger benötigen. Dazu hat Hübers gezeigt, dass er für die zweite Liga eine sehr gute Klasse besitzt, wodurch er sich zurecht auch Ambitionen auf die Bundesliga machen konnte. Für Hannover ist er, insofern nicht verletzt, ein sehr wichtiger Stammspieler.

Timo Hübers
Timo Hübers könnte Schalke in der Innenverteidigung helfen / Martin Rose/Getty Images

Und das auch schon seit mehreren Jahren. Ab und zu hielt ihn eine Verletzung etwas zurück - dennoch hat der 24-Jährige schon reichlich Erfahrungen in der Liga sammeln können. Er kennt das Unterhaus und wäre wohl bei jedem einzelnen Klub in eben jener Liga ein wichtiger Stammspieler. Wenn eine solche Personalie ablösefrei zu haben ist, muss sich Schalke darum bemühen. Das Ziel heißt ohnehin vorerst nicht mehr (oberes) Mittelfeld der Bundesliga, sondern Durchstarten in Liga zwei.

Bei Dursun zeichnet sich ein ähnliches Bild. Ihn und Hübers verbindet der jeweils auslaufende Vertrag - ein großes Plus für das klamme Königsblau. Dazu braucht es einen guten Stürmer, der effizient aufspielen und auch aus wenigen oder kleineren Chancen Tore erzielt. Das scheint der Angreifer gut zu beherrschen.

Schon unter Grammozis war er der Zielspieler in der Darmstädter Offensive. In dieser Saison kommt Dursun schon jetzt auf 16 Tore und sechs Vorlagen (26 Einsätze). Genauso häufig durfte er in der vorigen Saison jubeln und vorbereiten. Auffällig: Neben den vergleichsweise vielen Toren bereitet er eben auch regelmäßig weitere Treffer vor.

Serdar Dursun
Serdar Dursun trifft auch in dieser Saison regelmäßig / Stuart Franklin/Getty Images

Einen solchen Spielertypen kann Schalke definitiv sehr gut gebrauchen. Mark Uth dürfte und sollte gehen, die Zukunft von Benito Raman liegt wohl ebenfalls nicht bei S04. Matthew Hoppe wird vermutlich bleiben, dazu wird ein Verbleib von Klaas-Jan Huntelaar diskutiert. Da dieser aber nicht den Stammspieler geben kann, der Woche für Woche seine 90 Minuten abreißt, braucht Schalke zwingend einen weiteren Stürmer.

Dursun kennt die Liga auch schon einige Jahre, wechselte im Sommer 2016 erst zu Greuther Fürth, ehe er zwei Jahre darauf zu den Lilien ging. Wie Hübers hat sich der 29-Jährige ebenfalls Hoffnungen auf einen Wechsel in die Bundesliga gemacht. Durchaus vorstellbar, dass er für ein Team im unteren Mittelfeld oder unteren Drittel hätte spielen können, doch ein konkretes Interesse scheint es bislang nicht zu geben. Somit erscheint auch er eine valide Option für Schalke zu sein.

Gemischte Gefühle bei Palsson - ein für die 2. Bundesliga sehr solider Sechser

Bei Palsson jedoch ist die Betrachtung schon deutlich differenzierter anzusehen. Zwar wird der drohende Abstieg auch für einen Bedarf im defensiven Mittelfeld sorgen - werden doch Suat Serdar, Omar Mascarell, Sead Kolasinac und Nabil Bentaleb nicht mehr dabei sein.

Allerdings muss man bei dem Isländer unterschiedlich bewerten. Zum einen scheint er ein in der 2. Bundesliga gut zu funktionierender Sechser zu sein. Er geht mit der richtigen Mentalität voraus, zeigt diese auch auf dem Platz. Dabei gibt er nie auf und schmeißt sich in jeden Zweikampf, die er zu guten Werten auch spürbar häufiger gewinnt als verliert.

Victor Palsson
Auch Victor Palsson soll bei S04 auf der Einkaufsliste stehen / Stuart Franklin/Getty Images

Ein guter Kopfballspieler ist er ebenso, auch wenn die eher durchschnittliche Größe von 1,86 Metern das nicht per se vermuten lässt. In der Luft hat er in der bisherigen Saison 66 Prozent seiner Duelle gewonnen (via Sofascore). Um es zu wiederholen: Ein für die zweite Liga gut funktionierender Sechser.

Das ist einerseits ein Vorteil, andererseits aber auch ein Nachteil. Schalke möchte, oder besser gesagt sollte, sich nicht nur auf Spieler versteifen, mit denen man in der unteren Liga gut und gerne im oberen Drittel mitspielen kann. Das würde nicht zum Ziel des direkten Wiederaufstiegs passen. Palsson ist, bei allem Respekt, mit seinen bald 30 Jahren in Kombination mit seinem Profil nicht unbedingt eine Zukunftsoption, die erst den Aufstieg gewährleistet, dann aber auch noch in der Bundesliga für einen Neuaufbau einen größeren Mehrwert bietet.

Serdar Dursun, Victor Palsson
Dursun und Palsson bilden das von S04 beobachtete Darmstadt-Duo / Stuart Franklin/Getty Images

Ein weiteres kleines, aber feines Detail: Durch seinen bis 2022 laufenden Vertrag müsste Schalke etwas Geld in die Hand nehmen. Bei transfermarkt.de wird er auf einen Marktwert von 800.000 Euro geschätzt. Gerade weil nur noch ein Vertragsjahr offen wäre, würde zwar eine eher kleine Ablösesumme anfallen - doch muss Geld, wo es nur geht, eingespart werden.

Für eine Position und Rolle, die man vermutlich für das gleiche Geld noch besser, oder zumindest ablösefrei ebenso gut, besetzen kann, wäre eine Verpflichtung von Palsson wohl nicht so vorteilhaft, wie sie es von Hübers oder Dursun sein dürfte. Zumal mit Danny Latza bereits ein erfahrener und zweikampfstarker Mittelfeldmotor verpflichtet wurde.

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