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Neue Nummer eins für den BVB? Drei Kandidaten als Bürki-Nachfolger

Simon Zimmermann
Roman Bürki steht mal wieder in der Kritik
Roman Bürki steht mal wieder in der Kritik / Lars Baron/Getty Images
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Roman Bürki fehlt Borussia Dortmund derzeit verletzt. Der 30-jährige Schlussmann fällt mit einer Schulterverletzung wohl noch zwei Wochen aus. Für ihn rückt Landsmann Marwin Hitz zwischen die Pfosten.

Bürkis Status als Nummer eins beim BVB bröckelt aktuell ohnehin - mal wieder könnte man sagen. Der Schweizer dürfte es zwar schon gewohnt sein, in der Kritik zu stehen. Nach den eher unglücklichen Auftritten in Leverkusen und Gladbach stellt man sich in Dortmund aber offenbar die Frage, ob man mit dem Keeper Titel gewinnen kann.

Schon Ex-Coach Lucien Favre eröffnete im Verlauf der Hinrunde die Torwartfrage. Trotz Bürkis Verlängerung (Juni 2020, bis 2023) dürfte im Sommer eine neue Torwartdiskussion ins Haus stehen. Zwar steht Bürki bereits seit 2015 zwischen den schwarz-gelben Pfosten, unumstritten war er allerdings nie.

Starke Auftritte, bei denen er die Punkte für sein Team sichert, wechseln sich mit einigen schwächeren Leistungen ab - so wie zuletzt eben in Leverkusen und Gladbach. Zwar ist Bürki merklich konstanter geworden. Die Frage, ob er wirklich gut genug ist für den BVB, kommt dennoch immer wieder auf.

Die Bild bringt nun drei mögliche Nachfolger ins Spiel.

Diese Keeper sollen die BVB-Verantwortlichen auf dem Zettel haben:

1. Péter Gulácsi

Für den BVB wäre Gulacsi eine Traumlösung!
Für den BVB wäre Gulacsi eine Traumlösung! / Boris Streubel/Getty Images

Der 30 Jahre alte Ungar gilt als Muster an Konstanz. Zusammen mit RB Leipzig ist auch Gulacsi immer weiter gereift und gehört mittlerweile zur Crème de la Crème der europäische Torhüter-Gilde. So ein wenig könnte man Gulacsi mit Jan Oblak von Atletico Madrid vergleichen - und der wird regelmäßig zur Top drei der besten Keeper der Welt gezählt.

Bei RB steht Gulacsi noch bis 2023 unter Vertrag (mit Option auf ein weiteres Jahr). Allerdings wurde zuletzt bekannt, dass der Ungar eine Ausstiegsklausel besitzt. Und die ist mehr als bezahlbar. Lediglich zwischen zehn und 15 Millionen Euro würden fällig, um Gulacsi Leipzig wegzuschnappen. Dort soll er nach Bild-Infos rund 4,2 Millionen Euro pro Saison verdienen.

Für den BVB wäre das Gulacsi-Paket locker stemmbar. Der Ungar wäre zudem ein Upgrade zu Bürki. Bleibt die Frage, warum er Leipzig für den BVB verlassen sollte? Sportlich scheint sein aktueller Klub derzeit besser aufgestellt zu sein.

2. André Onana

Onana ist mit dem Ball am Fuß Weltklasse!
Onana ist mit dem Ball am Fuß Weltklasse! / Soccrates Images/Getty Images

Onana wird regelmäßig mit Topklubs in Verbindung gebracht. Der 24-Jährige wurde beim FC Barcelona ausgebildet und ist bei Ajax Amsterdam die unumstrittene Nummer eins. Beim niederländischen Rekordmeister läuft der Vertrag des kamerunischen Nationalkeepers noch bis 2022, sein aktueller Marktwert wird auf 36 Millionen Euro geschätzt (transfermarkt.de). Eine Ausstiegsklausel soll Onana nicht besitzen.

Der 24-Jährige zeichnet sich durch ein starkes Spiel auf der Linie aus. Dazu ist er mit dem Ball am Fuß einer der besten Keeper Europas. Onana gilt zudem als sehr aktiver Torwart, auch was das Abfangen von Steilpässen anbelangt. Probleme hat er dagegen in der Strafraumbeherrschung bei Flanken (welcher Torwart hat das allerdings nicht?).

Der Kameruner wäre eine extrem talentierte und zukunftsbewusste Lösung, dürfte seine besten Torhüter-Jahre noch vor sich haben. Allerdings kann man sich durchaus die Frage stellen, ob man mit ihm kurzfristig mehr Konstanz ins Tor bekommt. Ein weiterer Knackpunkt: die Ablöse. Die dürfte bei rund 20 Millionen Euro aufwärts liegen.

3. Odysseas Vlachodimos

Vlachodimos ist einer der besten Keeper in Portugal
Vlachodimos ist einer der besten Keeper in Portugal / Gualter Fatia/Getty Images

Lange musste der Deutsch-Grieche auf seinen Durchbruch warten. Ausgebildet beim VfB Stuttgart galt Vlachodimos lange Zeit als ganz große Nachwuchshoffnung auch beim DFB. Doch der Durchbruch wollte nicht gelingen, für den heute 26-Jährigen ging es nach Griechenland zu Panathinaikos. Dort machte es dann Klick, Benfica legte 2018 2,4 Millionen Euro auf den Tisch.

In Portugal zeigt Vlachodimos auch auf der europäischen Bühne sein Können. Für Griechenland stand er bislang zehn Mal zwischen den Pfosten. Der U21-Europameister von 2017 (mit Deutschland) verlängert 2019 seinen Vertrag in Lissabon bis 2024.

Dennoch sollen bereits einige Topklubs ihr Interesse bekundet haben. Auch der FC Bayern dachte über den Deutsch-Griechen nach (Marktwert: 18 Mio. €). Versucht es nun der BVB und holt in in die Bundesliga zurück?

Das Talent für einen Topklub wie den BVB hätte Vlachodimos allemal. Der BVB wäre eine reizvolle Adresse. Allerdings dürfte auch er rund 20 Millionen Euro Ablöse kosten.

4. Fazit

Für Zorc bleibt die Torwartfrage schwierig zu handeln
Für Zorc bleibt die Torwartfrage schwierig zu handeln / Oliver Hardt/Getty Images

Wie geht man in Dortmund mit der Torwartfrage um? Bürki steht noch zwei Jahre unter Vertrag, zuletzt hieß es, mit Marwin Hitz will man den auslaufenden Kontrakt verlängern.

Während Hitz als verlässliche Nummer zwei bleiben könnte, würde man bei Bürki wohl eher einen Verkauf anstreben, sollte man tatsächlich eine neue Nummer eins holen.

All zu groß dürfte der Markt für Bürki aber nicht sein. Zumindest eine hohe Ablöse kann sich der BVB - zumal in Corona-Zeiten - abschminken.

Die einfachste und beste Lösung wäre Gulacsi. Der Ungar ist finanzierbar und wäre ein klares Upgrade. Ob Gulacsi Leipzig aber für den BVB verlassen würde, darf stark bezweifelt werden.

Onana und Vlachodimos dagegen sind beides gute und sehr talentierte Keeper. Sie würden aber zum einen viel Ablöse kosten (wohl rund 20 Mio. €), zum anderen wäre nicht garantiert, dass sie sofort eine konstant verlässliche Größe und damit ein klares Update darstellen würden. Sollte der BVB für einen neuen Keeper viel Geld in die Hand nehmen, sollte garantiert sein, dass der klar besser ist als Bürki - ansonsten macht es wenig Sinn.

Gulacsi oder nichts - könnte man festhalten. Sollte der BVB aber eine Chance auf Onana bekommen und die Ablöse bei unter 20 Millionen Euro halten können (geht ins letzte Vertragsjahr bei Ajax), wäre der Kameruner wohl Alternative Nummer eins.

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