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DFB-Team

Bierhoff bestätigt Goretzka-Ausfall gegen Frankreich: "Das wird zu knapp"

Dominik Hager
Leon Goretzka ist zurück im Mannschaftstraining. Gegen Frankreich wird er jedoch noch nicht zum Zuge kommen.
Leon Goretzka ist zurück im Mannschaftstraining. Gegen Frankreich wird er jedoch noch nicht zum Zuge kommen. / Andreas Schaad/Getty Images
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Die deutsche Nationalmannschaft ist glücklicherweise ohne größere Zwischenfälle durch das Trainingslager in Seefeld gekommen und reist voller Vorfreude zur EM. Lediglich Leon Goretzka macht Bundestrainer Joachim Löw ein paar Sorgen. Am Donnerstag konnte der Münchner jedoch zumindest wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Dennoch wird das DFB-Team zunächst auf den 26-Jährigen verzichten müssen.


Leon Goretzka scheint aus seinem Wettlauf gegen die Verletzung (Muskelfaserriss) und die Zeit nur als zweiter Sieger hinausgegangen zu sein. Trotz seiner Rückkehr auf den Platz, muss sich der Mittelfeld-Motor zunächst gedulden.

"Er ist so weit, dass er mit dem Ball und mit der Mannschaft trainieren kann", so der positive Teil der Nachricht von Oliver Bierhoff auf der Pressekonferenz. Allerdings schob der DFB-Direkter sofort die Bremse rein. "Man wird da genauer drauf achten und die Belastung entsprechend steuern. Für das erste Spiel kommt er noch nicht in Frage, das wird zu knapp", erklärte er.

Darum ist der Goretzka-Ausfall gegen Frankreich so bitter

Für das deutsche Team ist es enorm ärgerlich, dass Leon Goretzka ausgerechnet gegen Frankreich (15. Juni) nicht zur Verfügung steht. Nachdem der Bundestrainer mit Joshua Kimmich auf rechts plant, liegt es nun nämlich in den Händen von Toni Kroos und İlkay Gündoğan, das Zentrum dicht zu machen.

Im Vergleich mit Goretzka sind diese zwar die besseren Fußballer und Strategen, athletisch und zweikampftechnisch aber weitaus schwächer als der dynamische und robuste Goretzka. Gerade gegen die französische Offensiv-Power wäre ein wenig mehr Körperlichkeit durchaus nicht verkehrt gewesen.

Gündoğan versichert: "Weiß, dass jede Position unterschiedliche Aufgaben mit sich führt"

Ilkay Guendogan
Auf Ilkay Gündoğan wird es gegen Frankreich besonders ankommen. / Andreas Schaad/Getty Images

Ein besonderes Augenmerk wird nun zunächst auf Champions-League-Finalteilnehmer İlkay Gündoğan liegen. Dieser wird im Vergleich zu seiner Rolle bei Manchester City ein wenig defensiver denken müssen. Auf der PK zeigte er sich jedoch bereit, diese Herausforderung anzunehmen und vertraut seinen Fähigkeiten.

"Ich habe in den letzten zwei Jahren alle Positionen im Mittelfeld gespielt. Ich weiß, dass jede Position unterschiedliche Aufgaben mit sich führt. Es hängt davon ab, was der Trainer von einem verlangt", erklärt der Akteur.

Mit wem er im Mittelfeld zusammenspielt, ist ihm demnach nicht so wichtig. "Ich fühle ich mit Toni Kroos genauso wohl wie mit Joshua Kimmich oder Leon Goretzka. Ich glaube, dass jeder der Jungs Qualität mitbringt. Wir müssen uns bewusst sein, in welcher Rolle wir sind und welche wir einnehmen müssen", verdeutlicht der Manchester-City-Star.

Gegen Frankreich werden İlkay Gündoğan und Toni Kroos vor allem darauf achten müssen, die Frankreich-Offensivpower nicht zu oft durchs Mittelfeld durchdringen zu lassen und die Abwehr alleine zu lassen. Sicherlich nicht die Kernkompetenz des Duos, gegen die Franzosen aber nun mal notwendig.

Bierhoff verspricht: "Goretzka wird noch eine wichtige Rolle spielen"

Im weiteren Turnierverlauf wird dann aber aller Voraussicht nach auch Leon Goretzka wieder mitwirken und Gündoğan und Kroos mit seinen Fähigkeiten unterstützen können.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass er im Turnier noch eine wichtige Rolle für uns spielen wird", versichert Bierhoff.

Möglicherweise kann der Münchner ja schon gegen Portugal mitwirken. Dies wäre durchaus wichtig, da mit Bruno Fernandes oder Bernardo Silva die Namen im offensiven Mittelfeld nicht kleiner werden. Die Kreise der Spitzen-Techniker einzuengen, wird gegen den Titelverteidiger ein Schlüssel zum Erfolg sein.

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