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Bayern München

Kein Anruf von Löw: Boateng ist über die Kommunikation seiner Nicht-Nominierung enttäuscht

Dominik Hager
Jérôme Boateng ist enttäuscht von Joachim Löw.
Jérôme Boateng ist enttäuscht von Joachim Löw. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Mit Mats Hummels und Thomas Müller hat Joachim Löw zwei der drei aussortierten WM-Helden wieder begnadigt und für die EM nominiert. Jérôme Boateng blieb dagegen auf der Strecke und wird sich im Sommer anderen Dingen widmen müssen. Kein Wunder, dass sich im Abwehrspieler Enttäuschung breit macht


Es ist eigentlich kaum vorstellbar. Da spielt man eine starke Saison als Stammspieler der besten Mannschaft in Deutschland und wird erst im Verein aussortiert und wenig später nicht für die Europameisterschaft berücksichtigt. Dinge, die bei zahlreichen Anhängern und natürlich auch beim Spieler selbst für Unverständnis sorgen.

Bild-Angaben zufolge ist Boateng jedoch vor allem darüber enttäuscht, dass Joachim Löw nicht mit ihm über seine Nichtnominierung gesprochen hat. Der 76-malige Nationalspieler soll zumindest auf einen Anruf des Bundestrainers gehofft haben, in dem der DFB-Coach seine Entscheidung begründet. Während Löw die Rückkehrer Mats Hummels und Thomas Müller zeitig über ihre Teilnahme informierte, wurde Boateng mit Missachtung bestraft.

Boateng kann lediglich auf Flick als Fürsprecher setzen: Hoffnung auf die WM 2022

Der Frust des Innenverteidigers ist durchaus nachvollziehbar, zumal ihm seine Leistungen in den letzten eineinhalb Jahren erstaunlich wenig Anerkennung einbrachten. Lediglich von Hansi Flick gab es regelmäßig lobende Worte. Zuletzt bezeichnete er diesen als den konstantesten Bayern-Innenverteidiger der Saison. Da ist es schon erstaunlich, dass Joachim Löw, der eine ähnliche Auffassung von Fußball haben soll, offenbar nicht mal in Betracht zog, den Spieler zu nominieren.

Zumindest darf sich Boateng zukünftig Hoffnungen auf ein Comeback machen. Mit Hansi Flick übernimmt wohl sein größter Fürsprecher das Zepter von Joachim Löw. Eine Teilnahme an der WM 2022 in Katar erscheint also durchaus realistisch. Der Abwehrspieler wäre dann 34 Jahre alt und könnte mit dem DFB-Team ein versöhnliches Ende finden. Nach all seinen Verdiensten wäre das ein wesentlich würdigerer Abschluss, verglichen mit der Missachtung, die er jetzt erfährt.

Boateng bereitet sich auf die neue Saison vor

Allerdings wird Boateng bei einem starken Verein unterkommen und sich einen Stammplatz erkämpfen müssen, um im Kandidaten-Kreis zu bleiben. Dies ist jedoch auch das erklärte Ziel des 32-Jährigen.

Derzeit verweilt der Innenverteidiger noch in Ibiza, wo er sich nach den Strapazen, Erfolgen und Enttäuschungen zunächst erholen will. Im Anschluss wird er nach Dubai reisen und sich mit einem Personal-Trainer fit halten. Immerhin hat er durch sein Fehlen bei der EM die Chance, seinem Körper die nötigen Ruhepausen zu verschaffen und sich für die kommende Saison vorzubereiten.

Seine zweite große Beschäftigung wird das sondieren von Angeboten sein. Noch ist unklar, wohin die Reise für Boateng geht. Jedoch ist so gut wie sicher, dass wir den Ex-Bayern-Star schon bald wieder in einer Top-Liga sehen werden. Schließlich hat er auch den Münchnern und Joachim Löw noch etwas zu beweisen.

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