In diesen Bereichen besteht bei Dayot Upamecano noch Steigerungsbedarf

Dominik Hager
Dayot Upamecano ist die neue Abwehr Hoffnung bei den Bayern
Dayot Upamecano ist die neue Abwehr Hoffnung bei den Bayern / David Balogh/Getty Images
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Dayot Upamecano soll die Abwehr des FC Bayern in den nächsten Jahren prägen. Der Rekordmeister überwies schließlich nicht umsonst 42,5 Millionen Euro an RB Leipzig. Der 23-Jährige gilt als einer der kommenden Abwehrstars im Weltfußball, noch gibt es jedoch auch Punkte, in denen sich der Franzose steigern kann und muss, wenn es mit der großen Laufbahn bei den Bayern klappen soll.

Mit seiner körperlichen Präsenz und seiner Schnelligkeit ist Dayot Upamecano der Alptraum eines jeden Stürmers. Der 23-Jährige ist an guten Tagen ein absoluter Fels in der Brandung und lässt gegnerische Angriffe reihenweise mit Leichtigkeit abprallen. Kurz ab: Dayot Upamecano hat eindeutig die Anlagen dazu, einer der besten Verteidiger in der Münchner Vereinsgeschichte zu werden. Trotz allem gibt es aber hier und da auch noch Steigerungsbedarf.

Upamecano muss den Bruder Leichtfuß in sich bändigen

Ab und an merkt man Dayot Upamecano seine Jugend dann doch noch an. Dies gilt nicht für seine überragende Athletik, sondern mehr für die mentale Komponente. Der 23-Jährige tut sich nämlich schwer damit, gewisse Leichtsinnsfehler abzustellen. So findet sich der Leipziger Verteidiger gelegentlich im Sekundenschlaf wieder und spielt unnötige Pässe, die zu gegnerischen Torchancen führen. Zwar lassen die Bayernspieler auch immer wieder den Bruder Leichtfuß in sich raus, jedoch gibt es dabei einen Unterschied. Geht es in den wichtigen Ligaduellen oder der Champions League um alles oder nichts, sind die Münchner zu 100 Prozent bei der Sache und reduzieren ihre Fehlerquote enorm. Bei Upamecano passieren diese Fehler unabhängig von der Bedeutung des Spiels. Vor allem in der Champions League gab es solche Schludrigkeiten zuletzt häufig. Bei Gegnern wie Paris Saint-Germain oder Liverpool darf man sich so etwas nicht erlauben.

Upamecano fehlt es in der Champions League an Souveränität

In der laufenden Saison waren gerade die großen Partien von Upamecano selten wirklich überzeugend. So wenig, dass dies auch nicht nur durch puren Leichtsinn erklärt werden kann. Gemäß Kicker-Noten kommt der junge Innenverteidiger auf einen Schnitt von 4,5 in der jetzigen Saison in der Königsklasse. Eine fast schon verheerende Bilanz. Tatsächlich zeigte sich der Franzose vor allem in den Anfangsphasen sehr wacklig und nicht zu 100 Prozent von sich selbst überzeugt. Diese Überzeugung und Verlässlichkeit sind jedoch genau das, was bei den Bayern am meisten gefordert ist. Man denke nur an Juan Bernat, der bei Hoeneß in Ungnade gefallen war, da er beim denkwürdigen Spiel gegen Sevilla "alleine dafür verantwortlich war", dass die Bayern fast aus dem Wettbewerb flogen. Natürlich hat aber auch Upamecano gezeigt, dass er in den wichtigen Spielen top sein kann. So war seine letzte Saison in der Königsklasse überragend.

Upamecano und die fehlende Konstanz: Bei den Bayern wird er gleich gefordert

Dies zeigt aber eben auch, dass die Konstanz beim Neuzugang noch nicht so ganz gegeben ist. So hatte er auch in der Bundesliga immer wieder Schwächeperioden, wenngleich er diese in der laufenden Saison weitgehend minimiert hat. Gewissermaßen sind solche Schwankungen in jungen Jahren ganz normal. Der junge Jerome Boateng kann davon auch ein Lied singen. Jedoch kommt er nun in ein Alter, in dem er die schwächeren Phasen langsam aber sicher abstellen muss. Dies ist in besonderer Weise gefordert, weil die Abwehr der Münchner in der kommenden Saison deutlich verjüngt sein wird. Da liegt es also an Upamecano, zeitnah zu einer verlässliche Führungsfigur heranzureifen.

Die Torgefahr und der Spielaufbau: Upamecano hat noch mit Mini-Schwächen zu kämpfen

Alleine was die Fähigkeiten und Anlagen betrifft, gibt es am Leipziger eigentlich kaum etwas auszusetzen. Eine zumindest leichte Schwäche von Upamecano ist aber der Offensivkopfball bzw. die Torgefahr. Nach drei Bundesligatreffern in der Saison 2017/18 war der Franzose seitdem nur noch einmal erfolgreich. Natürlich hat diese Fertigkeit nicht die höchste Priorität und ist eher ein "nice to have". Allerdings besitzen halt auch einige Weltklasse-Verteidiger diese Fähigkeiten. Auf diese Weise haben Virgil van Dijk, Sergio Ramos oder Thiago Silva so schon einige wichtige Spiele entschieden.

Der zweite kleine Kritikpunkt wäre sein Spielaufbau. Zwar hat er sich hierbei verbessert, jedoch gehört er noch immer nicht zur obersten Kategorie in dieser Disziplin. Vor allem in Bezug auf lange und saubere Diagonal-Pässe hat man vom Abwehrtalent noch nicht so viel gesehen. Da diese Fähigkeit in München durch Holger Badstuber, Mats Hummels und Jerome Boateng bereits Tradition hat, wäre es für Upamecano wichtig, seinem Spiel diese Komponente noch hinzuzufügen. Generell hat er nämlich das Potenzial dazu, auch mit dem Ball zu den stärksten Verteidigern überhaupt zu zählen. So besitzt er starke technische Fähigkeiten am Ball und bringt die Dynamik mit, in altbekannter Lucio-Manier nach vorne zu preschen.

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