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Haarscharf vorbeigeschrammt: Diese internationalen Pokal-Sensationen wurden knapp verpasst

Simon Hartmann
Nov 28, 2020, 10:36 AM GMT+1
Der FC Dnipro Dnipropetrovsk war wohl der größte Underdog in der Europa League Final Geschichte
Der FC Dnipro Dnipropetrovsk war wohl der größte Underdog in der Europa League Final Geschichte | Chris Brunskill Ltd/Getty Images
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Bayern München, FC Barcelona, FC Sevilla, Deutschland, Frankreich: Sie alle konnten in diesem Jahrtausend mindestens einen großen internationalen Titel erringen, verwundert war darüber wohl niemand. Da wären aber auch Teams, für die allein das Finale zu erreichen eine komplette Sensation war. Wir rufen diese unbesungenen Helden, teilweise bereits vergessen, wieder ins Gedächtnis.

1. FC Dnipro Dnipopetrovsk 2015: Europa-League-Finale vs Sevilla - 2:3

Drei Hauptakteure der Partie auf einem Bild: Jose Reyes, Yevhen Konoplyanka und Ruslan Rotan
Drei Hauptakteure der Partie auf einem Bild: Jose Reyes, Yevhen Konoplyanka und Ruslan Rotan | Chris Brunskill Ltd/Getty Images

Es war eine absolute Sensation und zwischenzeitlich schien das Wunder machbar. Als Ruslan Rotan den Ball kurz vor der Halbzeitpause zum 2:2 über die Mauer schlenzte, glaubte wohl auch der größte Skeptiker: "Heut ist etwas drin". Diese Hoffnung zerstörte Carlos Bacca jäh in Minute 73. Am Ende stemmten die Sevillanos die silberne Trophäe zum wiederholten Male in den Nachthimmel. Dnipro brach daraufhin auseinander, Leistungsträger wie Konoplyanka (zu Sevilla) oder Nikola Kalinic (zum AC Florenz) verließen die Ukraine. Schließlich wurde der Klub in der vergangenen Saison aufgelöst.

2. Kroatien 2018: WM-Finale vs Frankreich - 2:4

In diesem Moment hatte Frankreich den Traum der Kroaten zerstört...
In diesem Moment hatte Frankreich den Traum der Kroaten zerstört... | Ian MacNicol/Getty Images

Was für die Deutschen eine Katastrophe war, war für die Kroaten eine einzige Party - die WM 2018. Am Ende fehlte ein bisschen Klasse und das Quäntchen Glück, um sich die Krone der Welt aufzusetzen. Macht nichts - die Kroaten brannten trotzdem halb Zagreb ab und feierten ihre Helden frenetisch. Kleines Trostpflaster: Mit Luka Modric gewann zum ersten Mal ein Kroate in jenem Jahr die Trophäe des Weltfußballers.

Im Halbfinale bewies man stahlharte Nerven, als man den Favoriten aus England in der Verlängerung in die Knie zwang. Die Kroaten haben auch momentan einen starken Kader, gehören aber dennoch nicht zum absoluten Favoritenkreis um die Europameisterschaft. Unterschätzen wird diese Truppe allerdings niemand mehr...

3. BVB 2013: Champions-League-Finale vs Bayern - 1:2

Hier hatte Robben das Nachsehen... am Ende lachte aber der Holländer
Hier hatte Robben das Nachsehen... am Ende lachte aber der Holländer | VI-Images/Getty Images

Der Traum eines jeden Bundesliga-Fans: Ein deutsches Europapokal-Finale. Und es war ein echt denkwürdiges Endspiel, in dem es hin und her ging. Mandzukic besorgte die Münchner Führung und Gündogan glich für Schwarz-Gelb aus - und dann kam Arjen Robben....

Auf dem Weg nach Wembley hatte der BVB beeindruckend Real Madrid und Manchester City in der Gruppe hinter sich gelassen, um dann Real im Halbfinale gleich noch einmal zu demütigen.

4. Glasgow Rangers 2008: Europa-League-Finale vs St. Petersburg - 0:2

Enttäuschte Schotten in Manchester...
Enttäuschte Schotten in Manchester... | Ian MacNicol/Getty Images

Allein, dass die Nordeuropäer den Sprung ins Finale schafften, war ein riesiger Erfolg, denn man warf namhafte Gegner aus dem Turnier. Werder Bremen, Sporting Lissabon oder die AC Florenz: Sie alle mussten der Power der Bravehearts weichen. Und nur zur Erinnerung: Bremen war damals noch ein anderes Werder, mit Spielern wie Diego, Naldo, Mertesacker oder Rosenberg. Mit Leidenschaft und Kampf kamen die Rangers von Runde zu Runde weiter. Einen echten Star hatte das Team aus Glasgow nicht, mit Barry Ferguson aber einen echten Anführer. Im Finale war man den Russen aus St. Petersburg einfach unterlegen - wen wundert es, im Halbfinale hatten sie die Münchner Bayern 4:0 zerlegt.

5. AS Monaco 2004: Champions-League-Finale vs Porto - 0:3

Vor der Saison hätten die meisten selbst das Viertelfinale für utopisch gehalten
Vor der Saison hätten die meisten selbst das Viertelfinale für utopisch gehalten | Etsuo Hara/Getty Images

Diese Saison war besonders spektakulär, da beide Finalteilnehmer absolute Underdogs waren. Monaco hatte den weit schwereren Finalweg als Porto. Die Franzosen räumten Lok Moskau, Real Madrid und den FC Chelsea in der K.o.-Runde aus dem Weg. Für die Portugiesen ging es gegen Manchester United, Olympique Lyon und Deportivo La Coruna. Das Finale in Gelsenkirchen war eine klare Angelegenheit für Mourinhos Truppe. Mit Spielern wie Ricardo Carvalho, Maniche, Costinha, Deco oder Paulo Ferreira war man individuell einfach besser aufgestellt als die Männer aus dem Fürstentum.

Dennoch: dass die Reise ausgerechnet gegen Porto zu Ende ging, war eine große Enttäuschung, nachdem man Beckham, Ronaldo, Drogba und Lampard aus dem Weg räumen konnte.

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