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Borussia Mönchengladbach

Vor Rückkehr nach Gladbach: Rose meldet sich zu Wort

Dominik Hager
Marco Rose darf sich vor der Rückkehr in den Borussia-Park warm anziehen
Marco Rose darf sich vor der Rückkehr in den Borussia-Park warm anziehen / Lars Baron/Getty Images
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Als geräuschlos konnte man den Abgang von Marco Rose aus Gladbach nicht bezeichnen. Die Fans nahmen dem Trainer den Wechsel zum Liga-Rivalen Borussia Dortmund übel. Dies wurde durch die daran anschließende Talfahrt der Fohlen nur weiter verstärkt. Der neue BVB-Coach kann sich sicherlich angenehmeres vorstellen, als am Wochenende in den Borussia-Park zurückkehren zu müssen.


Dank einer Ausstiegsklausel war es Marco Rose möglich, Borussia Mönchengladbach den Rücken zu kehren und sich Borussia Dortmund anzuschließen. Die Fans der Fohlen haben dem einst so beliebten Coach diesen Schritt jedoch noch lange nicht verziehen.

"Das Thema kann ja noch nicht vorbei sein, weil es bislang keine Möglichkeit für die Fans gab, ihren Unmut zu äußern. Das wird nun beim Spiel gegen Dortmund passieren“, sagte Gladbachs Fanbeauftragter Thomas Weinmann der Sport Bild in Anlehnung an die vergangene Saison, die vor leeren Rängen ausgetragen wurde.

Keinen freudigen Empfang prophezeit auch Michael Weigand vom 'Supporters Club', der größten Gladbacher Fan-Vertretung. Und wird noch eine Spur schärfer:

"Ich gehe von einem gellenden Pfeifkonzert und Schmährufen gegen ihn aus", erklärte Weigand. "Selten zuvor gab es in unserer Fan-Szene eine solche Einigkeit darüber, dass man ihn direkt nach Bekanntgabe des Wechsels hätte ablösen müssen", so Weigand weiter.

Die Fans fühlen sich von Rose "hinters Licht geführt", nachdem dieser in einem Fan-Blog kurz zuvor noch seine Visionen aufzeigte. Aus der Hoffnung, dass eine "emotionale Bindung" zwischen Rose und Gladbach entstehen könne, wurde "Schall und Rauch".

Rose und Eberl wollen sich auf das Spiel konzentrieren

Wesentlich nüchterner als die emotional aufgeladenen Fans nahm Max Eberl den Rose-Abgang schon in der vorherigen Saison hin. Alles andere wäre auch nicht sonderlich glaubhaft, da sich die Fohlen mit Adi Hütter mehr oder weniger auf das gleiche Spiel eingelassen haben.

"Es spielt Borussia gegen den BVB - und nicht Borussia gegen Marco Rose. Daher gilt, all unsere Kraft in die Waagschale zu werfen, um diesen Gegner zu bezwingen. Ich wünsche mir, dass unsere Fans sich vor allem darauf besinnen, die Mannschaft zu unterstützen", versuchte Eberl auf der PK die Konzentration auf das Wesentliche zu lenken.

Ganz ähnlich äußerte sich auch Marco Rose selbst. "Ich konzentriere mich auf das Wesentliche - und das ist das Spiel. Ich versuche die Geschichten, die daraus gemacht werden wollen, auszublenden. Damit fahre ich gut," versicherte er.

Zudem freue sich der Coach darauf, alte Gesichter wiederzusehen, "um mit ihnen unabhängig vom Ausgang nett zu plaudern".

Der Coach zeigt sich demzufolge noch recht entspannt und locker. Allerdings wird er auch wissen, dass am Samstag mehr passieren wird, als ein Plausch mit alten Weggefährten. Trotz des angesagten sonnigen Herbsttages wird Rose vor allem ein dickes Fell brauchen.

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