90min
Borussia Mönchengladbach

Gladbach: Eberl wird auch für die kommende Saison gerüstet sein - Elvedi sendet positive Signale

Christian Gaul
Max Eberl darf weiterhin vertraut werden
Max Eberl darf weiterhin vertraut werden / Lukas Schulze/Getty Images
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Trotz der zuletzt erlittenen Derby-Niederlage gegen Köln läuft es im Jahr 2021 sportlich alles andere als katastrophal für die Borussia. Dennoch wirft die kommende Saison nicht nur in der Trainer-Frage bereits ihre Schatten voraus, bei mehreren Spielern ist ein Verbleib in Gladbach nicht gesichert.

Zieht man jedoch die Arbeit von Manager Max Eberl aus den vergangenen Jahren heran, dann kann man sich im Hinblick auf die Saison 2021/22 sicher sein, dass die Borussia ihren Weg weitergehen wird.

Im Achtelfinale der Königsklasse, im Viertelfinale des DFB-Pokals, in der Liga noch auf Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen - bei all dem Ärger um die Unsicherheit bezüglich der Zukunft von Trainer Marco Rose vergisst man leicht, dass es derzeit bei der Borussia sportlich rund läuft, auch wenn man sicherlich noch Luft nach oben besitzt.

Dass man den Kader im vergangenen Sommer zusammenhalten konnte, scheint sich ausgezahlt zu haben, doch wird eine Wiederholung dieser - für Gladbacher Verhältnisse untypischen - Verkaufspolitik mehr als schwierig. Nicht nur das Wechsel-Theater um Rose wird für einen kleineren Umbruch nach dem Ende der laufenden Spielzeit sorgen, doch die Borussia wird das machen, was sie in den vergangenen Jahren immer tat - weiter.

Eberls Verlängerung der Schlüssel - Elvedi von Verbleib nicht abgeneigt

Wie 90min schon beleuchtet hatte, drohen der Borussia im kommenden Sommer wohl einige Abgänge. Dabei handelt es sich jeweils um ein Duo aus jedem Mannschaftsteil, dessen Zukunft in Gladbach nicht gesichert scheint. Ginter-Elvedi, Zakaria-Neuhaus und Plea-Thuram sind die Pärchen, bei denen sich die Borussia strecken muss, um sie nicht zu sprengen.

Während ein Abgang von Denis Zakaria wohl kaum abzuwenden ist, wie man durch die frühzeitige Verpflichtung des potenziellen Nachfolgers Manu Koné mutmaßen kann, gibt es auch hohes Interesse an Florian Neuhaus - hier soll mal wieder der übliche Wilderer aus dem Pott seine Fühler ausgestreckt haben.

Alassane Plea stand nach der Gruppenphase neben Neymar und Ciro Immobile an der Spitze der Scorer in der laufenden Champions League. Mit Sicherheit spielte er sich damit in die Notizbücher der europäischen Top-Klubs, während sein Landsmann Marcus Thuram sein Debüt in der französischen Nationalmannschaft feierte und wohl eine Ausstiegsklausel in seinen Vertrag integriert hat.

Nico Elvedi will nur zu einem Top-Klub wechseln
Nico Elvedi will nur zu einem Top-Klub wechseln / Soccrates Images/Getty Images

In der Abwehr gab es zuletzt positive Signale von Nico Elvedi, der ebenso wie sein Partner Matthias Ginter nur noch bis 2022 unter Vertrag steht. "Ich werde nicht wechseln, nur damit sich die Luft verändert. Wenn, dann muss es einen gut überlegten Schritt nach vorne bedeuten. Ich weiß, was ich an Gladbach habe. Es gefällt mir ausgezeichnet", sagte Elvedi kürzlich der Schweizer Blick.

Wie viele Spieler letztlich im kommenden Sommer der Borussia den Rücken kehren, wird auch davon abhängen, wer in der nächsten Saison an der Seitenlinie der Gladbacher stehen wird. Marco Roses kolportierter Abgang nach Dortmund könnte einige Profis zum überlegen anregen.

Doch egal, welchen Trainer Max Eberl für die Zukunft an seiner Seite wissen kann, die Borussia wird ihren Weg weiter gehen und auch an einem mittelgroßen Umbruch nicht zerbrechen. Kein Spieler wird den Verein ablösefrei verlassen, vielmehr sind die Verkaufskandidaten in der Lage, erhebliche Summen in die Gladbacher Kassen zu spülen.

Im Vergleich zu anderen Mitbewerbern kalkuliert die Borussia eine Teilnahme an der Champions League nur dann in ihre Planungen ein, wenn sie tatsächlich fix ist. Zudem bewies Eberl in der Vergangenheit immer wieder, dass er in der Lage ist, für gleichwertigen Ersatz zu sorgen und dennoch ein Teil der Ablöse-Einnahmen in die Gesamt-Struktur des Vereins zu stecken.

Ohnehin war Eberls Verlängerung bis 2026 ein Signal, welches als Argument für potenzielle Neuverpflichtungen dienlich ist, da diesen ein kontinuierlich arbeitendes Umfeld vermittelt wird.

Insofern kann man sich als Gladbach-Anhänger beruhigen: Auch wenn die aktuelle Situation um Rose und die möglichen Abgänge einiger Leistungsträger schmerzlich ist, kann man sich auf Eberls Arbeit verlassen und muss keine Angst haben, dass sich die Gladbacher nun an den Negativ-Beispielen der Vergangenheit wie dem FC Schalke 04 oder Werder Bremen orientieren werden, welche sich nach mehreren erfolgreichen Jahren plötzlich am Boden wiederfanden.

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