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Gisdol vor Endspiel in Wolfsburg: Kann Köln gegen den Tabellendritten bestehen?

Dominik Hager
Apr 3, 2021, 12:23 PM GMT+2
Frust beim 1.FC Köln: Kann das Team in Wolfsburg etwas mitnehmen?
Frust beim 1.FC Köln: Kann das Team in Wolfsburg etwas mitnehmen? | Lars Baron/Getty Images
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Der 1.FC Köln und Trainer Markus Gisdol stehen vor einer ganz wichtigen Partie gegen den VfL Wolfsburg (Samstag 15:30). Nach dem verpassten Sieg gegen Borussia Dortmund steht der FC als Tabellen-16. auf dem Relegationsplatz und muss dringend punkten. Schließlich steht nicht nur der Verbleib von Markus Gisdol auf der Kippe, sondern auch der Klassenerhalt. Gegen zuletzt extrem souveräne Wolfsburger dürfte es der Krisenklub nicht leicht haben. Es gibt aber auch Dinge, die Hoffnung machen.

Der Druck beim 1.FC Köln wächst von Spieltag zu Spieltag. Der letzte Sieg liegt bereits knapp zwei Monate zurück, weshalb man in den vergangenen Wochen böse abgerutscht ist. Beim Auswärtsspiel gegen die Wölfe ist man folgerichtig klarer Außenseiter. Das Team von Oliver Glasner sammelte in den letzten zehn Bundesligaspielen grandiose 25 Zähler und kämpft um die Teilnahme an der Königsklasse. Vielleicht liegt aber auch gerade darin die Chance für die Kölner. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Kölner gegen klar favorisierte Teams oft besser spielen, als gegen schwächere Klubs. Jedenfalls bewiesen die Domstädter beim Sieg gegen Gladbach und beim Unentschieden gegen Dortmund, dass sie in der Liga mithalten können. Die Mannschaft tut sich wohl damit leichter, abwartend zu agieren und gezielt Nadelstiche zu setzen.

Köln muss den Fokus auf die Defensive legen: Hinten sicher stehen und auf Wolfsburger Fehler warten

Gegen die Wolfsburger werden jedoch auch einzelne Nadelstiche schwierig, weil der Klub defensiv unglaublich kompakt steht. Als Beweismittel dafür dient die Tatsache, dass Wolfsburg in der Rückrunde zwischenzeitlich 666 Minuten lang ohne Gegentreffer blieb.

Fehler machte der VfL erst am 24. Spieltag gegen Hoffenheim. Dies könnte dem 1.FC Köln Mut verleihen, zumal die TSG eigentlich keine starke Saison spielt. Klar ist jedenfalls, dass es gegen die Wölfe leichter ist, hinten die Null zu halten, als vorne Treffer zu erzielen. Demnach sollte Trainer Gisdol den Fokus auf die Defensive legen.

Sorgen in Köln: Besteht Meré gegen Torjäger Weghorst?

Bitter ist dabei die Tatsache, dass Sebastiaan Bornauw weiterhin fehlen wird. Für defensive Stabilität muss aber ohnehin die ganze Mannschaft sorgen. Dabei hat man immerhin den Trumpf, dass mit Wolf und Jakobs beide Flügelspieler mit nach hinten arbeiten können. Dies verschafft dem Team auf den Flügeln in zahlreichen Situationen Überzahl. Mit dem erfahrenen Hector und Mittelfeld-Kämpfer Skhiri verfügt man zudem über Spieler, die die Kreise von Maximilian Arnold einengen können und im Zweikampf gegen die starke Wolfsburger Zentrale mithalten können.

Allerdings sei angemerkt, dass die Kölner zuletzt am 16. Spieltag ohne Gegentor geblieben sind. Man wird sich also deutlich steigern müssen, damit dies gegen Weghorst und Co. ebenfalls gelingt. Kritisch ist auch, dass der Wolfsburger Angreifer körperlich in einer ganz anderen Liga spielt als Jorge Meré. Der Spanier hat seine Stärken klar im Spielaufbau und nicht in puncto Physis.

Duda agiert wohl als spielende Spitze: Eine Chance gegen Brooks und Lacroix?

Idealerweise schafft man es natürlich nicht nur die Null zu halten, sondern auch vorne den entscheidenden Treffer zu erzielen. Dies wird gegen die stabilen Wolfsburger sicherlich kritisch werden. Ein Vorteil könnte sein, dass man mit Ondrej Duda einen spielstarken Stürmer auf den Platz haben wird. Eine Sturmkante hätte gegen die Abwehr-Hünen Brooks und Lacroix wohl ohnehin nichts genutzt.

Zwar sind die beiden Wolfsburger Innenverteidiger auch am Boden zweikampfstark und relativ schnell, ihre Verwundbarkeit ist hierbei aber noch eher gegeben. Es ist wahrlich ein dünner Strohhalm, an dem sich die Geißböcke hier hochziehen müssen, doch möglich ist im Fußball alles.

Letztendlich würden die Kölner wohl auch mit einem Punkt zufrieden nach Hause fahren. Ebenso erleichtert dürfte Gisdol mit einem Punkt sein. Dieser würde ihn nämlich zumindest vorläufig im Amt halten.

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