Frauen-Bundesliga

Mit rheinischem Derby: Der 2. Spieltag der Frauen-Bundesliga in der Vorschau

Helene Altgelt
Letztes Jahr hatte Bayern gegen Bremen eindeutig die Nase vorne und gewann mit 8:0 - die Neuauflage dürfte enger werden
Letztes Jahr hatte Bayern gegen Bremen eindeutig die Nase vorne und gewann mit 8:0 - die Neuauflage dürfte enger werden / Johannes Simon/GettyImages
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Am zweiten Spieltag der Frauen-Bundesliga will der 1. FC Köln im rheinischen Derby den positiven Eindruck vom Auftaktsieg gegen Hoffenheim bestätigen. Die ambitionierte TSG dagegen will gegen Meister Wolfsburg einen Fehlstart vermeiden. Dazu stehen zwei Duelle an, die die Kräfteverhältnisse im Abstiegskampf zeigen könnten.


Der Spielplan

Freitag, 23.09., 19:15: Bayer 04 Leverkusen - 1.FC Köln
Samstag, 24.09., 17:55: TSG Hoffenheim - VfL Wolfsburg
Sonntag, 25.09., 13:00: Turbine Potsdam - MSV Duisburg
Sonntag, 25.09., 13:00: Bayern München - Werder Bremen
Sonntag, 25.09., 16:00: SC Freiburg - Eintracht Frankfurt
Sonntag, 25.09., 16:00: SGS Essen - SV Meppen

Bayer 04 Leverkusen - 1.FC Köln

Der zweite Spieltag startet mit einem Kracher: Bayer 04 Leverkusen trifft im rheinischen Derby zuhause auf den 1. FC Köln. Die Rivalen befanden sich nach dem ersten Spiel in unterschiedlichen Gefühlslagen: Köln, mit einigen starken Neuzugängen und der Ambition auf die erste Tabellenhälfte in die Saison gestartet, untermauerte seine Ziele eindrücklich. Nach 34 Minuten stand es gegen die TSG Hoffenheim, letztes Jahr noch in der Champions League, bereits 3:0 für den Effzeh. Das Team von Sascha Glass zeigte sich defensiv stabil und setzte vorne auf die bewährten Konter. Mandy Islacker, 2016 und 2017 Torschützenkönigin der Bundesliga geworden, zeigte mit zwei Treffern, dass sie das Toreschießen immer noch kann. Dass Hoffenheim in Unterzahl in der zweiten Hälfte das bessere Team war, trübt die Kölner Freude vielleicht etwas. Trotzdem war es unter dem Strich ein verdienter Sieg, der Aufwind für das Derby geben könnte.

Auch Leverkusen startete mit einem Dreier in die neue Saison, konnte dabei aber weniger beeindrucken. Gegen Aufsteiger und Außenseiter MSV Duisburg kam die Werkself zu einem 1:0-Arbeitssieg. Gegen tiefstehende Zebras fand Bayer zu wenige spielerische Lösungen und wich immer wieder auf die Flügel aus, was sich als wenig effektiv herausstellte. Dabei hatte auch Leverkusen mit einigen Verpflichtungen für Aufsehen gesorgt und die Top 5 als Ziel ausgegeben. Dafür muss offensiv eine Leistungssteigerung her. Der Angriff war beim letzten Bundesliga-Heimspiel gegen Köln allerdings nicht das Problem: Leverkusen unterlag in einem spektakulären Duell mit 3:4.

TSG Hoffenheim - VfL Wolfsburg

Jule Brand
Jule Brand will gegen ihren Ex-Klub punkten / Lukas Schulze/GettyImages

Hoffenheim will die Niederlage zum Saisonstart wieder gutmachen und hat dafür eine herausfordernde Aufgabe gegen Meister Wolfsburg vor sich. Das Spiel wird in der großen PreZero-Arena ausgetragen werden, 5.000 Tickets wurden bisher verkauft. Gabor Gallais Elf wird, wenn die Überraschung gelingen soll, defensiv aber sicherer stehen müssen als gegen Köln. Die Aufgabe wird durch die Sperre von Innenverteidigerin Jana Feldkamp, die gegen Köln die rote Karte sah, nicht einfacher. Gegner Wolfsburg hat mit Ewa Pajor, Tabea Waßmuth und Sveindis Jonsdottir einige schnelle Spielerinnen in seinen Reihen, die Hoffenheim mit Kontern wehtun können.

Im Fokus wird aber vor allem eine andere Offensivspielerin stehen: Die 19-jährige Flügelspielerin Jule Brand wechselte diesen Sommer von Hoffenheim zu den Wölfinnen. In der großen Arena lief sie noch nicht auf, jetzt könnte dieser Kindheitstraum in Erfüllung gehen, aber in Grün statt Blau. Letzte Saison durfte Brand mit Hoffenheim einen Sieg gegen ihren jetzigen Klub bejubeln: Die TSG gewann zuhause verdient mit 2:1- ein Erfolg, der Hoffenheim Mut machen könnte für das Spiel. Das Rückspiel entschied Wolfsburg dann aber recht deutlich mit 3:0 für sich.

Turbine Potsdam - MSV Duisburg

Defensiv schlugen sich beide Teams am ersten Spieltag nicht schlecht. Im Herausspielen von Torchancen aber haben sowohl Turbine als auch Duisburg noch ordentlich Luft nach oben. In der ersten Halbzeit gegen Bremen spielte sich Potsdam fast gar nicht vor das gegnerische Tor, von richtigen Chancen ganz zu schweigen. Nach der Pause kam das Team des neuen Trainers Sebastian Middeke besser aus der Kabine und ging in Führung, Bremen glich aber noch aus. In einem defensivem 4-4-2 aufgestellt, war Potsdam oft komplett in der eigenen Hälfte, am Zusammenspiel der Neuzugänge nach vorne muss noch gearbeitet werden. Kein Wunder: Sieben Neuzugänge standen gegen Bremen in der Startelf.

Duisburg ließ ebenfalls nur ein Tor zu, konnte aber auch von Glück reden, dass Leverkusen einen Elfmeter vergab. Auf einem völlig durchnässten Platz waren die Rollen klar verteilt, Duisburg stand tief und lauerte auf Konter. Da aber auch Leverkusen nicht ins Risiko ging, ergaben sich wenige Möglichkeiten und wenn doch, wurden sie ungenau ausgespielt. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die beste Chance der Zebras nach einem langen Ball entstand. Gegen ein Potsdamer Team, das sich noch finden muss, könnte sich der MSV Chancen auf Punkte ausrechnen. Ein Offensivfeuerwerk ist von dem Spiel eher weniger zu erwarten.

Bayern München - Werder Bremen

Die letzte Begegnung am Bayern-Campus wird der Vizemeister noch in guter Erinnerung haben, Werder eher weniger. Am ersten Spieltag der Vorsaison sendete Bayern mit einem 8:0 gegen ein wehrloses Bremen ein starkes Signal. Dass München am Ende nicht Meister wurde und Werder für seine Defensivstärke gelobt werden würde, darauf hätte nach diesem Spiel wohl niemand gewettet. Ein Jahr später ist der erste Spieltag für die Grün-Weißen schon deutlich besser gelaufen: Statt acht Buden gab es nur ein Gegentor gegen Potsdam, Werder hätte das Spiel auch gut für sich entscheiden können. Dabei war auch die Ausrichtung mutiger als in der letzten Saison. Gegen Bayern ist es aber wahrscheinlicher, dass Trainer Thomas Horsch den Fokus auf eine stabile Defensive setzen wird.

Bayern hat zwei kräftezehrende Begegnungen hinter sich: Zum Ligaauftakt gab es ein umkämpftes Remis gegen Frankfurt, danach traten die Münchnerinnen die Reise ins Baskenland an. In San Sebastian gewann Alexander Straus' Elf mit 1:0, hatte nach einer starken ersten Halbzeit aber auch Probleme mit Real Sociedad. Bremen wird sicherlich darauf hoffen, dass ihnen diese beiden Spiele noch in den Knochen stecken. Da das Rückspiel bereits am nächsten Donnerstag ausgetragen wird, könnte Alexander Straus gegen Bremen einige Spielerinnen schonen. In so einer Konstellation kann das kämpferisch starke Bremen aber auch zu einem fiesen Stolperstein werden.

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt

Nikolaos Arnautis
Niko Arnautis will gegen Freiburg den Schwung aus dem Eröffnungsspiel mitnehmen / Mark Wieland/GettyImages

Eintracht Frankfurt hat da noch eine Rechnung offen. Oder auch zwei: In den letzten beiden Spielzeiten mussten die Adlerträgerinnen je eine Niederlage gegen Freiburg hinnehmen. Beide Male waren es "unnötige" Schlappen - Spiele, bei denen Frankfurt eigentlich dominant war und sich am Ende fragte, wie sie die Partie trotzdem verloren hatten. Auch heute ist das noch ein Problem, wie das Ausscheiden in der UWCL gegen Ajax Amsterdam zeigte, das nach einem ähnlichen Prinzip verlief. Das Eröffnungsspiel gegen Bayern lief dagegen aus Eintrachter Sicht gut, die Abwehr stand über weite Strecken sicher. Noch eine gute Nachricht für Frankfurt: Beide Niederlagen gegen den SC haben sie zuhause eingesteckt, auswärts lief es mit zwei Siegen deutlich besser.

Das war noch im Möslestadion, dem alten Zuhause der SC-Frauen, die seit letztem Herbst im Dreisamstadion auflaufen. Für das erste Heimspiel der Saison hofft Freiburg auf eine gute Kulisse und den zweiten Sieg: Gegen den SV Meppen kamen die Breisgauerinnen zu einem hart erkämpften 2:1. Freiburgs neue Trainerin Theresa Merk will das Team spielerisch weiterentwickeln und, so schien es in den ersten Partien unter ihr, flach spielen und die Zweikämpfe nicht scheuen. Gegen Meppen führte das allerdings in einigen Szenen dazu, dass der SC in den offensiven Duellen hängen blieb und die Kugel verlor. Dennoch kann man davon ausgehen, dass Freiburg auch unter ihr noch die Eigenschaften zeigen wird, mit denen sie Frankfurt schon öfters wehtun konnten: Bissigkeit hinten, Stärke bei Standards und schnelles Umschalten.

SGS Essen - SV Meppen

Meppen und Essen sind nach dem ersten Spieltag noch punktlos, verkauften sich aber gut. Essen konnte die Leistung einer starken Anfangsphase nicht über 90 Minuten halten, kam aber immer wieder selbst zu Chancen und auch einem Abseitstor. Wenn die defensiven Unkonzentriertheiten abgestellt werden können, sieht es mit dem Klassenerhalt gut aus. Auch der SGS-Trainer Markus Högner war mit dem Spiel seines Teams zufrieden: "In einigen Szenen ist es uns wirklich gut gelungen den Gegner zu stressen. Wir haben sie mitunter sehr mutig zugestellt ", sagte er nach der Partie.

Ähnlich äußerte sich Meppens neue Trainerin Carin Bakhuis, die zuvor bei Twente Enschede als Co-Trainerin tätig gewesen war, nach der 1:2-Niederlage gegen Freiburg: "Wir wollten mutig sein. Und das haben die Mädels sehr gut umgesetzt“, sagte die Niederländerin. An Mut mangelt es also beiden Teams nicht, Meppen präsentierte sich tatsächlich auf Augenhöhe mit Freiburg und spielte auch nicht wie ein Abstiegskandidat. Statt bloßem Ackern und Kämpfen gab es im Emsland auch Finten, Tempoläufe und Dribblings zu sehen. Auf dem Papier mag Essen gegen Meppen ein Duell aus dem Tabellenkeller sein, aber die Partie verspricht Spannung und Spielfreude.


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