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Bayern München

Flick vor Bayern-Abschied? Vier Gründe, warum der Trainer viel wichtiger ist als Salihamidzic

Dominik Hager
Gemeinsam haben Hansi Flick und Hasan Salihamidzic Großes verbracht. Allerdings dürften sich die Wege bald trennen.
Gemeinsam haben Hansi Flick und Hasan Salihamidzic Großes verbracht. Allerdings dürften sich die Wege bald trennen. / Alexander Hassenstein/Getty Images
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In München deutet so einiges darauf hin, dass es mit den Streithähnen Hansi Flick und Hasan Salihamidzic nicht gemeinsam weitergeht. Führt man sich die jüngsten Aussagen zu Gemüte, so dürfte Hansi Flick derjenige sein, der nach Saisonende die Taschen packt. Dies würde den Verein jedoch sportlich hart treffen. Hier sind die entscheidenden Gründe, warum der Coach für den Klub deutlich wertvoller ist als Hasan Salihamidzic.


1. Hansi Flick hat die Bayern-Mentalität zurückgebracht

Robert Lewandowski, David Alaba, Alphonso Davies
Die Bayern legen unter Hansi Flick wieder eine echte Siegermentalität an den Tag. / Mike Hewitt/Getty Images

Vergleicht man die Münchner Auftritte unter Niko Kovac und Hansi Flick, so könnte man meinen, dass sich eine ganz andere Mannschaft unter den roten Trikots verbirgt. Bei den Bayern pflegt man traditionell ein mutiges, offensives und dominantes Auftreten. Dabei darf es auch keine Rolle spielen, ob der Gegner FC Augsburg oder FC Liverpool heißt. Kovac vermittelte ein eher schwächliches Bild von den Bayern, die mit den ganz großen Klubs nicht mehr ganz Schritt halten können. Sinnbildlich hierfür stand seine Aussage "Man kann nicht versuchen, 200 km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn sie nur 100 schaffen" und das destruktive Auftreten gegen Liverpool.

Hansi Flick hat es jedoch geschafft, den Siegeswillen und das Selbstvertrauen zurückzugewinnen - die Mia-san-mia-Mentalität! Nach nur wenigen Wochen traten die Münchner plötzlich wieder ganz Bayern-like auf. Furchtlos vor dem Gegner und überzeugt von sich selbst ging man die großen Partien wieder mit breiter Brust an. Damit lässt Flick genau die Art an Fußball spielen, die man in der bayerischen Landeshauptstadt sehen will. Hiermit wird auch klar, wie wichtig die Trainerposition ist.

2. Hansi Flick kann einen Weltklub würdig vertreten - Salihamidzic nicht

Hasan Salihamidzic
Pressekonferenzen gehören nicht zu den großen Stärken von Salihamidzic / Handout/Getty Images

Seit Hasan Salihamidzic Münchner Sportdirektor ist, wird dieser für seine Außendarstellung kritisiert. Dies geschieht nicht ohne Grund. Auf Pressekonferenzen legt der 44-Jährige meist ein etwas holpriges und wenig geschicktes Auftreten an den Tag. Dabei verliert er sich häufig in Phrasen und wirkt sich seiner eigenen Aussagen nicht sonderlich sicher. Dem Bosnier gelingt es nicht wirklich, Inhalte in Worte zu packen und ist von der Autorität und Seriosität, die man für das Amt braucht, noch ein Stück weit entfernt. Dies macht in der Fußballwelt einfach nicht den besten Eindruck.

Zudem scheint er auch nicht zu wissen, wann Dinge für die Öffentlichkeit bestimmt sind und wann nicht. Durch sein öffentliches Vorpreschen im Falle von Hudson-Odoi hat er nicht nur den FC Chelsea verärgert, sondern in ganz Europa ein schlechtes Bild hinterlassen. Zwar waren Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auch nie fehlerfrei, jedoch handelt es sich dabei um zwei Alphatiere, die mit großer Erfahrung und Selbstvertrauen die Angelegenheiten angehen. Demnach haben sie in der Fußballbranche auch ein Standing, dass Salihamidzic nie erreichen wird.

Im Gegensatz zum Sportdirektor versteht Hansi Flick das Spiel mit den Medien ziemlich gut. Der Bayern-Coach ist klar in seinen Aussagen und legt ein souveränes Auftreten an den Tag. Wenn Flick in seinem Ton lauter und aggressiver wird, dann hat er meistens einen guten Grund und kann dies auch im richtigen Maße kanalisieren. Der Bayern-Coach vertritt seinen Klub so kompetent, wie das bei einem Weltklub sein muss. Dazu gehört auch der Umgang mit verdienten Spielern, wie Jerome Boateng. Hansi Flick würdigt den zweifachen Triple-Sieger nach einer Dekade FC Bayern (!) wie es sich gebührt - das kann man von Salihamidzic nicht gerade behaupten...

3. Kaderplanung von Salihamidzic mit Schwächen

Douglas Costa
Douglas Costa ist nur ein Beispiel für die wenig durchdachte Kaderplanung im letzten Sommer. / Stuart Franklin/Getty Images

Wenngleich der Münchner Kader in den letzten Jahren sehr erfolgreich war, so besitzt er doch empfindliche Schwächen. Viele davon hat Hasan Salihamidzic mit zu verantworten. Dem 44-Jährigen gelang es nämlich nicht, für die nötige Breite im Kader zu sorgen. Bei seinen Transferbemühungen verrennt er sich zu häufig und jagt Spielern hinterher, ohne nach links oder rechts zu schauen. Als bestes Beispiel dient hier erneut Hudson-Odoi, auf dem sich der Münchner Sportdirektor zu sehr versteift hat. Was am Ende dabei herauskommt, haben wir im letzten Sommer gesehen. Am Deadline-Day dann mal vier Spieler zu präsentieren, wirkt wenig durchdacht und mehr aus der Not geboren.

Vergleichen lässt sich das mit einem Schüler, der die kompletten Ferien Zeit für eine Hausaufgabe hat und die geforderte Seitenzahl am letzten Tag irgendwie ins Heft schmiert. Da ist es auch kein Wunder, dass die Last-Minute-Transfers nahezu komplett fehlschlugen. Ein Armutszeugnis für einen Sportdirektor, der Monate lang Zeit hatte, geeignete Kandidaten zu finden. Problematisch ist jedoch nicht nur die Qualität der Transfers, sondern auch das Ego-Denken, dass der 44-Jährige an den Tag legte. Es hat noch nie etwas gebracht, Spieler zu verpflichten, die der Trainer gar nicht haben möchte. Am Ende ist der Coach derjenige, der mit den Akteuren arbeiten muss und mit dem vorgesetzten Kader die Kohlen aus dem Feuer holen soll. Hier wäre vor allem von Salihamidzic ein kooperatives Verhalten wünschenswert.

4. Hansi Flick ist ein guter und erfolgreicher Trainer

Hans-Dieter Flick
Hansi Flick ist für die Bayern der perfekte Trainer. / Alexander Hassenstein/Getty Images

Während Salihamidzic in seinem Arbeitsbereich schon einige Fehler gemacht hat, passiert Hansi Flick dies selten. Ein Trainer wird an seinen Erfolgen, seiner Punkteausbeute und dem Auftreten des Teams gemessen. All das hat der Bayern-Trainer bislang voll erfüllt. Seit seiner Amtsübernahme gewannen die Münchner sechs Titel und stehen erneut vor der Meisterschaft. Mit einem Punkteschnitt von 2,62 Zählern pro Partie ist der 56-Jährige der erfolgreichste Bayern-Trainer der Geschichte. Dabei stellt er Legenden wie Jupp Heynckes, Pep Guardiola oder Carlo Ancelotti in den Schatten.

Seine beeindruckenden Zahlen kommen jedoch nicht von Ungefähr. Hansi Flick hat es geschafft, eine Spielphilosophie zu entwickeln, hinter der auch die Spieler zu 100 Prozent stehen. Zudem glänzt er sowohl als Motivator als auch als Vermittler. Seit Flick auf der Cheftrainerposition agiert, gibt es kaum Streitigkeiten zwischen den Stars oder aufmuckende Spieler. Im Gegenteil: Alle Spieler geben Vollgas und kämpfen auf dem Platz füreinander. Einen Trainer zu finden, dem all das auch gelingt, dürfte schwieriger werden, als einen Sportdirektor zu ersetzen, der bislang lediglich durch das Ziehen von Ausstiegsklauseln erfolgreich war.

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