Bayern München

FC Bayern-Noten zur Saison 2021/22: Die Defensive in der Einzelkritik

Dominik Hager
Die Bayern-Abwehr konnte auch in diesem Jahr nicht immer überzeugen
Die Bayern-Abwehr konnte auch in diesem Jahr nicht immer überzeugen / Stefan Matzke - sampics/GettyImages
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Der FC Bayern hat seine bereits im Vorjahr vorhandenen defensiven Schwächen nur phasenweise abstellen können und immer wieder Rückschläge erlitten. Hierbei müssen aber wohlgemerkt auch der Rest der Mannschaft und die taktische Ausrichtung verantwortlich gemacht werden.

Wir sehen uns an, wie sich die Münchner Abwehrspieler in dieser Saison geschlagen haben.


Rechtsverteidigung:

1. Benjamin Pavard

Benjamin Pavard
Stuart Franklin/GettyImages

Nach seiner unterdurchschnittlichen Vorsaison kam Pavard auch in diesem Jahr zunächst nicht so wirklich ins Rollen. Nach schwachem Saisonstart steigerte sich der Franzose jedoch und wurde meist wieder zum verlässlichen und stabilen Abwehrspieler, den man aus der Saison 2019/20 kannte.

Der 26-Jährige kam insbesondere in der Rolle als rechter Innenverteidiger gut zurecht, weil es ihm offensiv weiterhin an Qualität und Gefahr fehlt.
Beachtlich ist hingegen seine Zweikampfquote. Mit 65,5 Prozent gewonnenen Duellen ist der Defensiv-Spezialist der siebtbeste Zweikämpfer der Liga.

Unter dem Strich steht eine absolut solide Saison ohne die ganz großen Highlights. Meistens hat er aber gebracht, was er kann.

Bewertung: 7/10

2. Bouna Sarr

Bouna Sarr
Stefan Matzke - sampics/GettyImages

Der Neuzugang aus dem Sommer 2020 kam unter Nagelsmann auch nicht häufiger zum Zug als zuvor unter Flick. Sarr kam insgesamt nur 305 Minuten zum Einsatz und fiel dabei nicht sonderlich positiv auf. Dass er kein so schlechter Kicker ist, hat er beim Afrika-Cup mit Senegal gezeigt. Für den FC Bayern reicht es bei Sarr allerdings nicht.

Sarr ist hinter Stanisic zurückgefallen und wird insbesondere nach dem Mazraoui-Transfer gar keine Rolle mehr spielen. Man vermisst generell ein wirkliches Aufbäumen und die Bereitschaft, sich anzubieten.

Bewertung: 2/10

3. Josip Stanisic

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MICHAELA REHLE/GettyImages

Der junge Außenverteidiger erhielt unter Nagelsmann auf Anhieb eine überraschend große Rolle und ersetzte zu Saisonbeginn den noch verletzten Pavard. Der 22-Jährige spielte nicht spektakulär, in Summe aber doch sehr ordentlich.

Dann wurde der Spieler jedoch durch eine Corona-Infektion und einem Muskelbündelriss zurückgeworfen und spielte eine ganze Weile gar nicht. Seit Mitte März durfte der Kroate dann wieder regelmäßiger ran. Der Spieler ist kein Mega-Talent und stößt hier und da an seine Grenzen, dennoch hat er es in Summe gut gemacht. Einen Profi-Platz hatten Stanisic längst nicht alle zugetraut.

Bewertung: 6/10

Innenverteidigung:

4. Niklas Süle

Niklas Sule
Alex Caparros/GettyImages

Nach seiner durchwachsenen Vorsaison mit viel Kritik konnte sich Niklas Süle in der abgelaufenen Spielzeit enorm steigern. Süle spielte ruhig und abgeklärt und zeigte dann und wann sogar seine überraschend ausgeprägten technischen Fähigkeiten. Süle war der drittbeste Zweikämpfer und der fünfsicherste Passspieler der Liga. Im Vergleich zu seinen Nebenmännern hat Süle weniger Fehler gemacht.

Bitter, dass Süle ausgerechnet beim entscheidenden CL-Spiel gegen Villarreal ausfiel. Noch bitterer, dass der Nationalspieler zu Borussia Dortmund wechselt.

Bewertung: 8/10

5. Dayot Upamecano

Dayot Upamecano
Boris Streubel/GettyImages

Der teuerste Einkauf des Sommers 2021 konnte die hohen Erwartungen noch nicht erfüllen. Upamecano absolvierte zwar einige sehr gute Spiele, unter dem Strich aber auch einige extrem schwache. Upamecano agierte beim Pokal-Aus gegen Gladbach fürchterlich und wackelte auch in anderen Spielen bedenklich. Die Fehlerquote des Franzosen ist einfach noch zu hoch, wodurch er insbesondere in der Rückrunde häufig auf der Bank saß.

In den letzten Wochen konnte der Innenverteidiger ein wenig zulegen, das Fazit bleibt jedoch bestenfalls durchwachsen.

Bewertung: 5/10

6. Lucas Hernández

Lucas Hernandez
Boris Streubel/GettyImages

Der linke Innenverteidiger hat in der Hinrunde so seine Probleme gehabt und wurde von mehreren Experten zum Teil scharf kritisiert. Hernández antizipierte oft schlecht, reagierte zu langsam und lief bei gegnerischen Steilpässen in die Spitze häufig nur hinterher.

Diese Schwäche bekam der Franzose aber zunehmend besser in den Griff. In den wichtigen Spielen war der aggressive und zweikampfstarke Innenverteidiger in der Regel da und überzeugte auch im Rückspiel gegen Villarreal bis zu seiner Verletzung mit einer tollen Leistung.

Ein wenig mehr Konstanz könnte der Linksfuß hier und da an den Tag legen und auch mehr in eine Leader-Rolle hineinwachsen, in Summe war seine Saison aber schon sehr ordentlich.

Bewertung: 7/10

7. Tanguy Nianzou

Tanguy Nianzou
Stuart Franklin/GettyImages

So wirklich voran kommt der junge Innenverteidiger nicht. Immer wieder wurde Nianzou von Nagelsmann für seine Fehleranfälligkeit kritisiert. Demnach gewährte er diesem zunächst auch nur sehr wenig Spielzeit. Dies änderte sich erst gegen Ende der Rückrunde, wo der 19-Jährige aber auch ein wenig wechselhaft agierte.

Auf der einen Seite konnte er beispielsweise mit seinem Kopfballtor gegen Union glänzen, auf der anderen Seite hätte er gegen Bielefeld nach einem heftigen und unnötigen Einsteigen eigentlich die rote Karte sehen müssen. Seine Zweikampfquote von 55,7 Prozent ist zudem nicht berauschend.

Nianzou kommt auf keinen so ganz grünen Zweig und lässt auch sein Potenzial zu selten zum Vorschau kommen. Vom Youngster muss in Zukunft noch mehr kommen.

Bewertung: 4/10

Linksverteidigung:

8. Alphonso Davies

Alphonso Davies
Alexander Hassenstein/GettyImages

Der pfeilschnelle Kanadier gehörte in der Hinrunde regelmäßig zu den besten Bayern-Spielern und bereicherte das Spiel offensiv und defensiv. Leider wurde der Linksverteidiger lange von einer Herzmuskelentzündung außer Gefecht gesetzt.

Prinzipiell hat er sich davon zwar gut erholt, jedoch sah er ausgerechnet beim entscheidenden Gegentor gegen Villarreal nicht gut aus. Generell kann man Davies das aufgrund der Vorgeschichte aber nur bedingt vorwerfen. Abgesehen vom Mainz-Spiel und dieser Szene hat der Youngster ein gutes Comeback gegeben.

Bewertung: 8/10

9. Omar Richards

Omar Richards
Stefan Matzke - sampics/GettyImages

Die Erkrankung von Alphonso Davies hätte die Chance für Omar Richards sein können, viele Spiele zu absolvieren. Dies war jedoch nicht der Fall. Der Neuzugang bekam in dieser Saison nur knapp 600 Minuten Einsatzzeit. Eine enttäuschende Bilanz.

Man kann aber dem Spieler selbst gar keine so großen Vorwürfe machen. Dieser kann ja nichts dafür, wenn sich der Klub dazu entschließt, einen Spieler zu holen, der bis dahin in der zweiten Liga gekickt hat. Richards hat seinen Job eigentlich ganz vernünftig erledigt, offensive Akzente geliefert und wenige Fehler gemacht. Das Bayern-Niveau bringt er nicht ganz mit, aber das hätte man vorher wissen können.

Bewertung: 5/10


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