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Bayern München

Diese 5 Probleme schleppt der FC Bayern vor Saisonstart mit sich herum

Dominik Hager
Auf den FC Bayern warten gleich zum Auftakt große Schwierigkeiten
Auf den FC Bayern warten gleich zum Auftakt große Schwierigkeiten / Alexandra Beier/Getty Images
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Ohne Pokal-Auftakt im Rücken, wird der erste Bundesligaspieltag für den FC Bayern zu einem Sprung ins kalte Wasser. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit und schwachen Testspielen droht dem neuen Coach Julian Nagelsmann ein kleiner Fehlstart. In Anbetracht der ersten Aufgaben gegen Gladbach in der Liga und Borussia Dortmund im Supercup können einem Bayern-Fan aus mehreren Gründen schon ein paar Sorgenfalten auf die Stirn treten.


1. Nagelsmann konnte seine Spielidee noch nicht vermitteln

Julian Nagelsmann
Alexandra Beier/Getty Images

Erst seit Anfang August sind alle EM-Fahrer wieder zurück und der Bayern-Kader vollständig. Die kurze Vorbereitungszeit wäre bereits für Hansi Flick ein echtes Problem geworden, wenngleich der Ex-Bayern-Coach und die Spieler perfekt harmonierten.

Für Julian Nagelsmann ist diese Aufgabe aber ungleich schwieriger. Tatsächlich hatte der 34-Jährige noch keine wirkliche Gelegenheit, dem Kader seine Spielphilosophie näher zu bringen. Dies hat der frühere Leipzig-Coach in Interviews und auf Pressekonferenzen selbst zugegeben, wodurch er versucht, seine Ideen nach und nach einzubauen. Dies zeigt jedoch schon, dass sich Trainer und Verein erst finden müssen.

Im Grunde genommen weiß praktisch niemand, wie Flick-Fußball unter Nagelsmann aussehen kann und wie schnell die Ansätze des neuen Trainers greifen werden. Auf die Bayern-Profis wartet folglich eine komplizierte Zeit, bei der auch viel geistige Frische nötig sein wird.

2. Umbruch in der Innenverteidigung

Upamecano, Nianzou
CHRISTOF STACHE/Getty Images

Jérôme Boateng, David Alaba und auch Javí Martinez sind beim FC Bayern Geschichte. Nun sind Dayot Upamecano und Lucas Hernández an der Reihe, die Münchner Abwehr zu stabilisieren. Allerdings fällt Hernández zunächst verletzt aus, wodurch Neuzugang Upamecano gleich zu Beginn in eine Führungsrolle schlüpfen muss.

An seiner Seite wird voraussichtlich Tanguy Nianzou spielen, der zwar zweifellos talentiert ist, aber über wenig Spielpraxis und Erfahrung verfügt. Der junge Franzose soll derzeit die Nase gegenüber Niklas Süle vorn haben, der bislang erst wenig Trainingstage absolvieren konnte.

Für das komplette Team ist es schwierig, wenn auf einer solch zentralen Position zwei absolute Vereinsneulinge agieren. Dies betrifft nicht nur die Arbeit gegen den Ball, sondern vor allem auch den Spielaufbau. Boateng und Alaba gehörten diesbezüglich zu den stärksten Abwehrspielern der Welt. Tödliche Bälle und lange präzise Spielverlagerungen wird es in der Anzahl wohl nicht mehr geben. Dies erhöht natürlich gleichzeitig auch den Druck auf die Offensivspieler, die es in Zukunft sicher nicht leichter haben werden.

3. Ist Stanišić gut genug für die Startelf?

Josip Stanisic
Soccrates Images/Getty Images

Trotz seiner Trainingsrückkehr steht hinter Linksverteidiger Alphonso Davies noch ein Fragezeichen, ob er gegen Gladbach und Dortmund tatsächlich schon wieder auflaufen kann. Als Ersatz stände normalerweise Lucas Hernández bereit, der von innen nach außen rücken könnte.

Unglücklicherweise wird dieser ebenfalls noch eine Zeit lang fehlen. Als Davies-Backup wurde eigentlich explizit Omar Richards vom FC Reading verpflichtet. Der Engländer scheint die Verantwortlichen allerdings noch nicht so zu überzeugen.

Überraschenderweise soll sogar Josip Stanišić gegen Gladbach die besseren Startelf-Chancen haben. Dabei wäre der 21-Jährige beinahe schon weg gewesen, da die Bayern lange mit einer Verlängerung gezögert hatten. Stanišić ist in seiner Zeit in der Bayern-Jugend und bei Bayern II auch nie als überragendes Talent aufgefallen. Die Linksverteidigung könnte also durchaus eine Schwachstelle zu Saisonbeginn darstellen.

4. Kommen Gnabry und Sané in die Spur?

Serge Gnabry, Leroy Sane
BSR Agency/Getty Images

Bereits in der vergangenen Saison waren die Leistungen von Serge Gnabry und Leroy Sané eher schwankend. Bei der EM enttäuschten anschließend beide Außenbahn-Stürmer auf ganzer Linie. Gerade auf dieser Position benötigt es jedoch Spieler mit Selbstvertrauen, Esprit und Spielwitz.

Exakt diese Fähigkeiten sind den beiden Münchnern in den letzten Monaten abhanden gekommen. Für Julian Nagelsmann wird es gar nicht so leicht, die beiden Sorgenkinder wieder in die Spur zu bekommen.

Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass Kingsley Coman nach seiner kurzen Verletzungspause ebenfalls noch nicht im Rhythmus ist.

5. Schwachstellen im Kader nicht geschlossen

Hasan Salihamidzic
Alexander Hassenstein/Getty Images

Aufgrund der Münchner Passivität auf dem Transfermarkt ist der Bayern-Kader noch immer klein und auch unausgewogen. Dies hat auch das Testspiel gegen Neapel gezeigt, als die erste Mannschaft in Durchgang eins dominierte, die Ersatzspieler gegen den Serie-A-Klub aber in der zweiten Hälfte "aufgeschmissen" waren.

Für einen Topklub besitzt der FC Bayern schlichtweg zu wenig Qualität in der Breite. An dieser Stelle hätten die Bayern-Bosse eigentlich dringend etwas unternehmen müssen.

Nötig wäre zum Beispiel ein neuer Rechtsverteidiger, der Benjamin Pavard auch wirklich herausfordern kann. Zudem fehlt weiterhin ein dritter starker zentraler Mittelfeldspieler, der Kimmich und Goretzka ersetzen kann. Wie bereits in den vergangenen Spielzeiten ist auch die komplette Offensive zahlenmäßig ein wenig unterbesetzt.

All das führt dazu, dass der Bayern-Coach nur wenige Möglichkeiten hat und auch die Belastungssteuerung kaum zielführend stattfinden kann.

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