Bayern München

FC Bayern mit Rumpftruppe gegen Gladbach: Diese Probleme wiegen besonders schwer

Dominik Hager
Bayern muss ersatzgeschwächt gegen Gladbach bestehen: Die Hoffnungen ruhen auf Robert Lewandowski
Bayern muss ersatzgeschwächt gegen Gladbach bestehen: Die Hoffnungen ruhen auf Robert Lewandowski / Catherine Ivill/GettyImages
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Der FC Bayern steuert einem etwas denkwürdigen Rückrunden-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach entgegen. Aufgrund der Tatsache, dass etwa die Hälfte der Mannschaft erkrankt/verletzt ausfällt oder beim Afrika-Cup verweilt, erwartet uns am Freitag eine sehr ungewöhnliche Bayern-Aufstellung. Wir blicken uns die Veränderungen an und analysieren, wo die wunden Punkte der Münchner liegen.


1. Ulreich ersetzt Neuer

Sven Ulreich
ATPImages/GettyImages


Manuel Neuer wird die Partie aufgrund seiner Corona-Erkrankung verpassen. Als Ersatz steht Sven Ulreich parat. Dieser habe Nagelsmann zufolge "herausragend trainiert". Trotz allem wird der erfahrene Keeper ein wenig ins kalte Wasser geworfen. Allerdings kommt es bei einem Ersatztorwart gerade darauf an, in diesen Momenten da zu sein.

Der frühere Stuttgarter hat Manuel Neuer bereits in der Vergangenheit sehr gut vertreten. In der vorherigen Saison machte er beim HSV jedoch nicht immer die beste Figur. Eine gewisse Schwächung lässt sich nicht leugnen, allerdings muss man sich wegen des Torwart-Wechsels nicht die ganz großen Sorgen machen.

Problem-Faktor: 3/10

2. Upamecano und Hernández erkrankt: Süle und Pavard übernehmen

Süle, Pavard
KARIM JAAFAR/GettyImages

Gegen Ende der Hinrunde waren Dayot Upamecano und Lucas Hernández die beiden Innenverteidiger Nummer eins und zwei. Beide Spieler haben sich jedoch mit dem Corona-Virus infiziert und fallen demnach aus.

Niklas Süle hat in der Hinrunde gezeigt, dass er es mit den beiden Franzosen absolut aufnehmen kann. Benjamin Pavard wird sich sogar freuen, auf seiner bevorzugten Position auflaufen zu dürfen. Die beiden Spieler sind es zudem gewohnt, nebeneinander zu spielen, wenngleich die Konstellation ein wenig verändert ist.

Prinzipiell darf man jedoch von einer guten Leistung der beiden Spieler rechnen. Ein großes Problem ist hierbei nicht auszumachen.

Problem-Faktor: 1/10

3. Wer spielt als Außenverteidiger?

Joshua Kimmich
Alexander Hassenstein/GettyImages

Klar ist jedenfalls, dass Benjamin Pavard innen aushelfen muss und Alphonso Davies aufgrund seiner Infektion ausfällt. Demnach müssen zwei neue Außenverteidiger her.

Derzeit ist die wahrscheinlichste Option, dass Joshua Kimmich auf der rechten Seite und Malik Tillman auf der linken Seite aushelfen. Dies würde damit einhergehen, dass Kimmich ähnlich wie sonst Pavard ein wenig defensiver agiert, wohingegen der Youngster seine Rolle auf der linken Seite offensiver interpretieren dürfte.

Selbstredend könnte diese Konstellation zu Problemen führen. Davies ist einer der stärksten Linksverteidiger der Welt. Von Tillman kann man hingegen nicht erwarten, dass er den Kanadier auch nur ansatzweise ersetzt. Kimmich hat zwar beim FC Bayern bereits als Rechtsverteidiger und unter Guardiola auch als Innenverteidiger agiert, jedoch sind wir uns alle einig, dass das zentrale Mittelfeld seine Parade-Position ist.

Gegen den bulligen Thuram dürfte es für Kimmich schwierig werden, zumal ihm auch noch die Spielpraxis fehlt. Dabei dürfen wir die grundsätzliche Klasse des 26-Jährigen aber natürlich nicht außer Acht lassen.

Noch besteht die kleine Hoffnung, dass Omar Richards rechtzeitig zurückkehrt. Dieser kennt die Position des linken Schienenspielers natürlich wesentlich besser als Tillman.

Dennoch: Über die Außen dürfte bei Borussia Mönchengladbach etwas gehen.

Problem-Faktor: 7/10

4. Kimmich, Goretzka und Tolisso fehlen in der Schaltzentrale: Roca und Sabitzer müssen übernehmen

Marc Roca
Matthias Hangst/GettyImages

Joshua Kimmich muss in der Abwehr aushelfen, während Tolisso nach seiner überstandenen Corona-Infektion noch keine Option ist. Bei Goretzka droht inzwischen sogar eine OP.

Demnach stehen Marc Roca und Marcel Sabitzer vor der großen Herausforderung, die Münchner Platzhirsche im Mittelfeld zu ersetzen. Beide haben in dieser Kombination noch nicht gemeinsam gespielt und konnten in der Hinrunde auch nicht viel Spielpraxis sammeln.

Marc Roca hat zuletzt sein Potenzial angedeutet, wird gegen Gladbach aber weitaus mehr Verantwortung übernehmen müssen. Ob er dieser gewachsen ist, wird sich am Freitag zeigen.

Marcel Sabitzer möchte seine schlechte Hinrunde vergessen machen und wird auf den Einsatz brennen. Allerdings wirkte er bislang schlichtweg nicht gut ins Münchner Spiel integriert. Demnach ist es durchaus problematisch, dass er jetzt als Denker und Lenker agieren muss.

Prinzipiell passen beide Spieler allerdings relativ gut zusammen. Roca ist ein Stratege, der das Spiel beruhigen kann, wohingegen Sabitzer eher ein Antreiber ist, der Risikopässe spielen kann und den Weg nach vorne sucht. Gegen den Ball sind jedoch beide nicht über jeden Zweifel erhaben. Gerade weil das zentrale Mittelfeld eine so wichtige Position sind, müssen Sorgen hier erlaubt sein.

Problem-Faktor: 8/10

5. Personal-Armut auf dem Flügel: Aus vier mach zwei

Serge Gnabry, Jamal Musiala
Sebastian Widmann/GettyImages

Leroy Sané ist an Corona erkrankt und wird fehlen. Kingsley Coman konnte sich zwar freitesten, wird aber voraussichtlich noch keine Option sein. Der Franzose hat schließlich nicht nur seine Corona-Infektion, sondern auch seinen gegen Ende der Hinrunde erlittenen Muskelfaserriss zu verkraften.

Demnach werden Serge Gnabry und Jamal Musiala von Beginn an auflaufen. Eine klare Schwächung ist deswegen aber nicht auszumachen. Serge Gnabry präsentierte sich zuletzt in Top-Form und agiert auf einem vergleichbaren Niveau wie Sané und Coman.

Jamal Musiala wurde zuletzt vermehrt defensiver eingesetzt und fand in der ungewohnten Rolle zu seiner Form zurück. Der 18-Jährige kann ähnlich wie Sané und Coman ein Spiel entscheiden. Vielleicht fehlt noch ein klein wenig die Konstanz, problematisch ist der Einsatz des Youngsters aber freilich nicht.

Problem-Faktor: 1/10

6. Jugendspieler auf der Ersatzbank

Julian Nagelsmann
Matthias Hangst/GettyImages

Gegen Borussia Mönchengladbach muss wahrlich jeder Profi ran, der spielfähig ist. Auf der Ersatzbank werden demnach praktisch ausschließlich U23-Spieler sitzen, die in den vergangenen Tagen ins Training integriert wurden. Mit Arijon Ibrahimovic und Paul Wanner wurden sogar zwei U17-Spieler eingeflogen.

Die Münchner haben eine Sondergenehmigung dafür erhalten, mehr als drei Spieler aus der U23 antreten lassen zu dürfen. Trotz allem ist es mit Sicherheit ein Nachteil, dass Julian Nagelsmann keine erprobten Spieler von der Bank bringen kann.

Demnach gilt es zu hoffen, dass sich niemand mehr verletzt und das Spiel von Beginn an in die richtige Richtung läuft. Hierbei wäre man von hochkarätigen Jokern nicht so abhängig.

Problem-Faktor: 5/10


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