Müde Spieler und viele Störgeräusche: FC Bayern droht zäher Saisonendspurt

Die Bayern sind nach dem Ausscheiden in Paris zurück in München. Jetzt gilt es zumindest die Meisterschaft zu retten.
Die Bayern sind nach dem Ausscheiden in Paris zurück in München. Jetzt gilt es zumindest die Meisterschaft zu retten. / CHRISTOF STACHE/Getty Images
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Nach dem Ausscheiden in der Champions League hat der FC Bayern die große Chance auf die Titelverteidigung verpasst. Aufgrund der peinlichen Pokalpleite in Kiel tanzen die Bayern ungewohnt früh nur noch auf einer Hochzeit. Obwohl es in der Bundesliga gut aussieht, sprechen zahlreiche Störfeuer rund um Hasan Salihamidzic und Hansi Flick dafür, dass der Saisonendspurt nicht gerade angenehm wird.


Es macht sich immer eine gewisse Leere breit, wenn der FC Bayern aus der Königsklasse ausscheidet. Mit dem Tiefschlag in Paris ist die Kür für die Münchner schon mal daneben gegangen. Die Pflicht, Deutscher Meister zu werden, muss also umso zwingender erfüllt werden, um der Saison ein zufriedenstellendes Zeugnis zu erteilen.

Die Bayern-Stars stehen vor allem psychologisch vor eher schwierigen Wochen. Prinzipiell ist das komplette Team nach den anstrengenden Monaten nicht mehr ganz auf der Höhe, was sich auch in den zahlreichen Verletzungen widerspiegelt. Es ist zu befürchten, dass im Münchner Spiel eine gewisse Lethargie einkehrt. Der Vorsprung gegenüber Leipzig ist zudem - Stand heute - groß genug, als dass sich die Profis in unmittelbarer Gefahr sehen. Allerdings ist diese Sicherheit durchaus ein wenig trügerisch.

Bayern vor schwerer Aufgabe in Wolfsburg: Schwindet der Vorsprung auf Leipzig?

Bereits am Samstag steht für die Bayern in Wolfsburg eine sehr schwere Herausforderung bevor. Die Wölfe gehören zu den unbequemsten und leistungsstärksten Teams der Liga. Mit einem Rumpfkader voll von angeschlagenen und müden Profis muss man diese Challenge erst mal erfolgreich hinter sich bringen. Sollten die Münchner die Partie nicht gewinnen, könnte RB Leipzig auf zwei oder drei Zähler heranrücken. Demnach hat auch das Unentschieden gegen Union Berlin dazu beigetragen, dass es in den nächsten Wochen noch mal ungemütlich werden kann. Die Köpfe der Spieler werden mit Sicherheit noch ein Stück weit am Dienstagabend hängen.

Hans-Dieter Flick
Es liegt an Hansi Flick, die Köpfe nach dem Paris-KO wieder aufzurichten. / Xavier Laine/Getty Images

Was es nun braucht, sind Bayern-Profis, die einen Strich unter die Königsklasse machen und sich voll auf die ausstehenden Spiele einlassen. Hierbei ist vor allem Trainer Hansi Flick gefragt, den Fokus der Akteure auf die ausstehenden Aufgaben zu lenken. An diesem dürfte das Theater der letzten Wochen jedoch nicht spurlos vorbeigegangen sein. Der Münchner Coach wirkt nach den Machtkämpfen mit Salihamidzic und dem Fragen-Terror der Journalisten jedenfalls (verständlicherweise!) zunehmend genervt. Demnach muss der 56-Jährige aufpassen, dass sich seine schlechte Stimmung nicht auf die Mannschaft auswirkt.

Für das Team ist es von großer Wichtigkeit, sich von den Nebenschauplätzen nicht ablenken zu lassen. Dies ist aber leichter gesagt als getan, zumal die Luft sportlich ein wenig raus ist und die Diskussionen um die Zukunft des Trainers die Schlagzeilen noch mehr dominieren werden. Die letzten sechs Spiele drohen folglich ein wenig zur Nebensache werden. Genau das darf den Bayern allerdings nicht passieren.

Bayern droht Gefahr von Gladbach und Leverkusen: Trumpfen die Krisenklubs wieder gegen die Münchner auf?

Auf die Münchner wartet in den nächsten Wochen nicht nur das schwierige Spiel gegen Wolfsburg, sondern auch noch die Begegnungen mit Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen. Wenngleich man anmerken könnte, dass sich die beiden letztgenannten Klubs in einer schwachen Verfassung befinden, sind diese noch immer Gefahrenquellen. Die letzten Jahre haben ganz gut gezeigt, dass ausgerechnet Gladbach und Leverkusen stets mehrere Gänge hochschalten können, wenn es gegen die Bayern geht. Unmittelbar nach seiner Beförderung zum Cheftrainer wurde Hansi Flick genau von diesen beiden Teams geschlagen.

Die Meisterschaft ist also bei Weitem noch nicht so zementiert, wie manch einer das glauben mag. Wichtig ist vor allem, dass sich auch die Spieler auf dem Platz ihrer Sache nicht zu sicher sind. Wer den FC Bayern kennt, weiß aber, dass sie in der Regel wieder einen Gang hochschalten können, sollte es tatsächlich noch mal eng werden. Selbst wenn die gezeichneten Bayern am Wochenende zwei Punkte auf Leipzig verlieren sollten: Die verbliebenen drei Zähler wird man sich nicht wegnehmen lassen, da der Fokus in diesem Fall sicherlich wieder geschärft wird.